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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise: Dunkle Wolken über den Getreidemärkten

Weizen verladen
am Donnerstag, 30.01.2020 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Der Druck auf die Getreidepreise hielt auch am Mittwoch an. Grund ist die große Unsicherheit über die Folgen des Corona-Virus auf die Entwicklung der Nachfrage in China und auf den Welthandel.

Weizen

Viele Händler und Analysten sind weiterhin sehr skeptisch und befürchten negative Auswirkungen auf den Handel und die Preise für Getreide und andere Agrarprodukte. Bis die chinesischen Behörden bestätigen, dass das Virus unter Kontrolle ist, wird die Aussicht auf eine Zurückhaltung der chinesichen Verbraucher, wahrscheinlich die Preise auf den meisten landwirtschaftlichen Märkten belasten", sagte ein Analyst der Commerzbank.

"Das Corona-Virus wurde zu einem Ereignis, das den aufkommenden Optimismus an den Agrarmärkten überschattet und die Fondsmanager veranlasste, sich aus dem Rohstoffsektor zurückzuziehen, bis mehr über die Auswirkungen auf die globale Nachfrage bekannt ist", sagte der Chefökonom von INTL FCStone, Arlan Suderman.

Die Zahl der Todesopfer stieg am Mittwoch auf 132 – hinzu kamen fast 1.500 Neuinfektionen. Die weitere schnelle Ausbreitung setzt Peking massiv unter Druck, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Der US-Analyst Al Kluis sagt, „Die Investoren wollen sehen, welche Auswirkungen das Coronoa-Virus auf der ganzen Welt haben wird. Es ist jedoch zu früh dies schon zu sagen.

Preise anfällig für einen weiteren Rückgang

Weizen

Ausgesprochen bärisch auf die US-Weizenpreise wirkte die Mitteilung vom Montag, dass China zuletzt Weizen in Australien, Kanada und Frankreich gekauft hat. Nicht aber in den USA. Das war jedoch nicht dass, was US-Händler und Analysten nach der Unterzeichnung des Phase1-Abkommens Mit China erwartet hatten. Wenn sich ihre Erwartungen weiterhin nicht erfüllen, sind die Weizenpreise anfällig für einen weiteren empfindlichen Rückgang, sind die meisten Analysten überzeugt.

Das gilt zwar vor allem für den Chicagoweizen – Doch ein stärkerer Rückgang in Amerika dürfte auch die übrigen Exportpreise nach unten ziehen. Ende der vorigen Woche hatten die Weizenpreise an den Exporthäfen am Schwarzen Meer und in den USA noch neue Höchstmarken erreicht. In Russland lagen die Preisforderungen für den dort verladenen Brotweizen bei 230 USD je Tonne (208 Euro) und damit so hoch wie zuletzt vor knapp einem Jahr. Und am US-Golf wurde für den Chicago-Weizen 264 USD je Tonne (239 Euro) verlangt. Das war so viel wie zuletzt vor 5 Jahren!!!

In Frankreich stiegen die Kurse jedoch schon in der vorigen Woche nicht weiter. Sie blieben mit etwa 225 USD je Tonne (204 Euro) deutlich unter den russischen Weizenpreisen. Für Futtergerste lagen die Preisforderungen an den französischen Exporthäfen zuletzt nur noch bei 188 USD je Tonne (170 Euro) und damit sogar 8 USD niedriger als eine Woche zuvor. In Russland wollte man zum gleichen Termin 187 USD je Tonne für die Gerste haben – und damit ähnlich viel wie in Europa.

Kassapreise können sich nicht halten

MATIF Weizen

Am europäischen Terminmarkt standen die Weizenpreise weiter unter Druck und folgten damit den Kursen in den USA. Im laufenden Handel am Mittwoch gaben die Preise um etwa 1,50 Euro nach. Der vordere Weizenkontrakt notierte am Mittwoch Abend bei knapp 193 Euro je Tonne. Das waren 5 Euro weniger als in der vorigen Woche. Die neue Ernte 2020 wurde am Mittwoch rund 8 Euro unter dem vorderen Märzkontrakt – mit 185 Euro je Tonne - gehandelt.

Am Kassamarkt haben die Preise zuletzt ebenfalls nachgegeben. Brotweizen wurde am Hamburger Großmarkt und Exporthafen am Mittwoch mit 186 Euro je Tonne notiert. Das waren 3 Euro weniger als zum Beginn der Woche und 7 Euro weniger eine Woche zuvor. Auch an den wichtigsten ostdeutschen Handelsplätzen waren die Brotweizenpreise diese Woche um etwa 3 Euro auf 170 Euro je Tonne gefallen.

Die Preise für Futterweizen rutschten in Hamburg auf 184 Euro und in Südoldenburg auf 189 Euro je Tonne nach unten. Für Futtergerste wurden in Hamburg am Mittwoch noch 172 Euro je Tonne geboten. An den ostdeutschen Großhandelsplätzen wurde Futtergerste mit 156 Euro je Tonne notiert. Importmais vom Schwarzen Meer wurde am Hamburger Hafen (fot Brake) diese Woche für 181 Euro je Tonne angeboten. Für die Termine Februar bis April lagen die Preisforderungen ebenfalls bei 181 Euro je Tonne.

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