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USDA-Report Dezember 2022

Getreidepreise fallen nach USDA-Report – Krisenmodus am Getreidemarkt

Getreide verladen.
am Freitag, 09.12.2022 - 20:30 (Jetzt kommentieren)

Das USDA schickte die Weizenpreise in den USA und in Europa auf Talfahrt. Damit hat der Weizen in den letzten 6 Wochen fast 60 Euro je Tonne verloren. Beim Mais konnten sich die Preise am Abend in den USA behaupten – doch in Europa ging es deutlich nach unten. Bei Sojabohnen und beim Raps geben die Preise ebenfalls nach.

Weizenpreise fallen.

Am Freitagabend (19:30 Uhr MEZ) notierte der vordere Weizenkontrakt (März 2023) in Chicago mit einem Minus von 13 Cent bei 733 Cent je Bushel. Der im Norden der USA und in Kanada angebaute proteinreiche Sommerweizen verlor 8 Cent – auf 901 Cent je Bushel.

Die US-Mais-Preise blieben nahezu unverändert. Der vordere US-Mais (März) notierte an der CBOT bei 643 Cent je Bushel – 1 Cent im Plus.

Die Sojabohnen-Preise des Chicago Board of Trade gaben nach der Veröffentlichung des Berichts moderat nach. Sojabohnen rutschten um 2 Cent auf 1482 Cent je Bushel nach unten. Die vorderen Canolapreise in Kanada gaben um 3 CAD nach - auf 872 CAD je Tonne.

Die Vorgaben aus Übersee hatten wie immer auch Auswirkungen auf die europäischen Getreidepreise. An der MATIF in Paris fiel der der vordere Weizenkontrakt (Dezember) um gut 5 Euro - auf 302 Euro je Tonne und auch der nachfolgende Märztermin wude mit 302 Euro gehandelt.

Beim vorderen Maiskontrakt (März 2023) gaben die Preise (anders als in den USA) um 4 Euro nach - auf 287 Euro je Tonne. Die Rapspreise fielen ebenfalls deutlich. Der Frontmonat Februar verlor 5,75 Euro auf 565 Euro je Tonne.

Rekordernte in Australien – Russlands Produktion unverändert?

weizenmarkt global.

Am globalen Weizenmarkt 2022/23 hat das USDA im Dezember die Produktion reduziert, den Verbrauch leicht gesenkt, den Export erhöht und die Bestände leicht reduziert.

Argentiniens Ernte wurde um 3,0 Millionen Tonnen auf 12,5 Millionen Tonnen gesenkt – als Folge einer dramatischen Trockenheit. Dies wäre die niedrigste argentinische Weizen-Produktion seit 2015/16.

Kanadas Produktion wurde um 1,2 Millionen Tonnen auf 33,8 Millionen reduziert, basierend auf der aktuellen Schätzung von Statistics Canada. Dennoch ist die kanadische Ernte damit die drittgrößte Ernte seit Beginn der Aufzeichnungen.

Australiens Produktion wurde indessen um 2,1 Millionen Tonnen auf einen Rekordwert von 36,6 Millionen angehoben, basierend auf der neuesten Prognose des Australian Bureau of Agricultural and Resource Economics (ABARES).

Die EU-Produktion bleib unverändert bei 134,3 Millionen Tonnen (Hart und Weichweizen). Die russische Weizenernte ließ das USDA, entgegen den allermeisten globalen Schätzungen von zum Teil deutlich über 100 Millionen Tonnen, auch im Dezember unverändert zum Vormonat – gerade einmal bei 91 Millionen Tonnen.

Auch für die Ukraine blieb die Ernteschätzung mit 20,5 Millionen Tonnen auf dem gleichen Stand wie im Vormonat.

Russland, Ukraine und die EU exportieren mehr Weizen

Den Welthandel mit Weizen hat das USDA um 2,2 Millionen Tonnen auf 210,9 Millionen angehoben. Ursache sind höhere Exporte aus Australien, der Ukraine, der EU und aus Russland. Die Ausfuhren aus Argentinien wurden hingegen reduziert.

Die australischen Exporte wurden um 1,5 Millionen Tonnen auf rekordverdächtige 27,5 Millionen Tonnen nach oben korrigiert. Aufgrund der reichlichen Regenfälle in New South Wales wird jedoch ein großer Teil der Ernte nur Futter-Weizen sein.

Das USDA erwartet jedoch, dass das australische Angebot im Vergleich zu anderen Anbietern von Futtergetreide preislich vor allem für ostasiatische Importeure interessant sein wird. Dies führt wohl zu höheren Importen durch Südkorea und andere südostasiatische Länder.

Die ukrainischen Exporte hat das UDDA um 1,5 Millionen Tonnen auf 12,5 Millionen Tonnen erhöht. Die EU-Exporte wurden um 1 Millionen Tonnen auf 36 Millionen Tonnen hochgeschraubt. Die Exporte Russlands setzte das USDA ebenfalls um 1 Millionen Tonnen auf 42 Millionen Tonnen nach oben.

Argentiniens Exporte wurden um 2,5 Millionen Tonnen auf 7,5 Millionen reduziert. Das wären Argentiniens niedrigste Exporte seit 2014/15.

Den weltweiten Verbrauch hat das USDA um 1,6 Millionen Tonnen auf 789,5 Millionen reduziert, hauptsächlich durch geringeren Futtermittelverbrauch in der EU und der Ukraine. Die Endbestände wurden um 0,5 Millionen Tonnen auf 267,3 Millionen verringert.

Ukrainische Maisernte ist deutlich kleiner – EU-Importe höher

Maisernte global.

Die globale Grobgetreideproduktion (Mais, Gerste und Sorgum) für 2022/23 hat das USDA  um 5,9 Millionen Tonnen auf 1.454 Millionen Tonnen nach unten gesetzt. Die globale Maisproduktion wurde um knapp 7 Millionen Tonnen auf 1.162 Millionen Tonnen reduziert. Grund sind Rückgänge für die Ukraine, Russland, die EU und Vietnam.

Die Maisproduktion in der Ukraine ist mit 27 Millionen Tonnen nun deutlich kleiner als noch im Vormonat mit 31,50 Millionen Tonnen erwartet wurde. Grund sind Reduzierungen sowohl der Fläche als auch des Ertrags. Außerdem haben Regenfälle die Ernte in wichtigen Oblasten wie Poltawa, Sumy und Cherkasy verzögert.

Die russische Maisproduktion wurde um 1 Millionen Tonnen auf 14 Millionen Tonnen gesenkt, da Ernteverzögerungen die Produktionserwartungen verringern. Die Gerstenproduktion für Australien wurde auf der Grundlage des neuesten Ernteberichts von ABARES erhöht.

Die argentinische Gerstenproduktion wurde wegen anhaltender Trockenheit reduziert. Die Maisexporte der Ukraine wurden trotz der kleineren Ernte erhöht. Für die Vereinigten Staaten, Russland und die EU wurden die Exportprognosen bei Mais jedoch gesenkt.

Die Gerstenexporte wurden für Australien erhöht, aber für Argentinien gesenkt. Für 2022/23 wurden außerdem die Maisimporte für die EU um 1 Millionen Tonnen auf 21 Millionen Tonnen angehoben. Für Kanada, Iran, Südkorea, Mexiko, Vietnam, die Philippinen und die Türkei wurden die Importe hingegen gesenkt. 

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