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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise werden gegrillt: Hitzewelle in den USA und Europa

Getreideernte in Europa.
am Freitag, 29.07.2022 - 15:09 (2 Kommentare)

Die Weizenpreise steigen in Europa und den USA weiter. Auslöser ist die bevorstehende Hitzewelle in den USA.

weizenpreise.

Analysten befürchten herbe Ertragsverluste – vor allem bei Sojabohnen und Mais – aber auch beim Sommerweizen. Am europäischen Terminmarkt steigen die Weizenpreise für den vorderen Septemberkontrakt im laufenden Handel am Freitag um 7 Euro auf 348 Euro je Tonne. Der Dezember legt um 7,25 Euro auf 334 Euro je Tonne zu.

Die europäischen Maispreise bleiben für den vorderen alterntigen Augusttermin unverändert bei 352 Euro je Tonne (noch über dem Weizen). Die neue Maisernte (November) steigt im laufenden Handel indessen um 6 Euro auf 323 Euro je Tonne.

In den USA geht es indessen noch viel mehr zur Sache: Sojabohnen kletterten um 33 Cent nach oben - auf 1.642 Cent je Bushel. Der vordere Mais verteuerte sich um 10 Cent auf 625 Cent je Bushel und die Weizenpreise steigen in Chicago im laufenden Handel um 21 Cent auf 838 Cent je Bushel.

Stärkster wöchentlicher Preisanstieg seit Jahren

Maispreise.

US-Analysten berichten, dass Sojabohnen in Chicago den größten wöchentlichen Anstieg seit 2004 hinlegten. Grund sind die Prognosen für heißes und trockenes Wetter im Mittleren Westen der USA.

Auch Mais verbuchte offenbar den größten wöchentlichen Gewinn seit sieben Jahren, während die Weizenpreise nach zwei Wochen mit kräftigen Abschlägen, die Woche ebenfalls deutlich höher beenden können.

Aktuell konzentriert sich der Markt hauptsächlich auf die US-Wettersorgen, erklären Analysten die anhaltende Preisrallye.

Am den Weizenmarkt besteht indessen immer noch große Unsicherheit über das Volumen der möglichen ukrainischen Getreideexporte durch das Schwarze Meer. In Westeuropa ist die Weizenernte jedoch zu einem großen Teil eingebracht.

Europäische Weizenernte noch kleiner – trotzdem viel Export

Die Europäische Kommission hat ihre Produktionsprognose wegen der Dürre in einer aktuellen Prognose am Donnerstag nochmals von 125 Millionen Tonnen auf 123,9 Millionen Tonnen gesenkt. Weitere Korrekturen scheinen angesichts der heterogenen Ergebnisse möglich sagen Analysten. Im vorigen Jahr hatten die europäischen Landwirte immerhin 130,1 Millionen Tonnen Weizen geerntet.

Die Exporte erwartet die Kommission in diesem Jahr – wegen der boomenden globalen Nachfrage - weiterhin bei 36 Millionen Tonnen – im Vergleich mit 29 Millionen Tonnen in der zurückliegenden Saison.

Das heißt: Der europäische Binnenmarkt würde komplett leergefegt. Die Bestände schrumpfen um über 3 Millionen Tonnen und der Einsatz von Weizen in der Tierfütterung geht ebenfalls deutlich zurück – um fast 3 Millionen Tonnen. Soweit die Theorie.

Europäischer Mais in sehr schlechtem Zustand

In Europa hat sich der Zustand der französischen Maisernte in der zweiten Woche in Folge stark verschlechtert. Das zeigen die Daten des landwirtschaftlichen Amtes FranceAgriMer. Offensichtlich fordert das heiße und trockene Wetter beim zweitgrößten Körnermaisproduzenten der Europäischen Union seinen Tribut.

Rund 68 % der französischen Körnermaisernte waren in der Woche bis zum 25. Juli noch in gutem oder ausgezeichnetem Zustand, verglichen mit 75 % in der Vorwoche und 83 % in der Woche bis zum 11. Juli sowie 84 % in der Woche bis zum 4. Juli, berichtet FranceAgriMer. Im vorigen Jahr zur gleichen Zeit lag die Bewertung bei 90 %.

Auch in anderen wichtigen europäischen Produktionsländern haben sich die Ernteaussichten zuletzt verschlechtert. Betroffen sind neben Italien und Spanien auch Rumänien und Deutschland und möglicherweise auch in Polen.

Deshalb die europäische Kommission die europäische Maisernte deutlich nach unten korrigiert auf jetzt 65,8 Millionen Tonne im Vergleich zu 71,7 Millionen Tonnen im Juni und 72,7 Millionen Tonne im vorigen Jahr.

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