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Aussaat und Ernte 2019

Getreidepreise gehen durch die Decke

Getreidepreise
am Dienstag, 28.05.2019 - 13:00 (2 Kommentare)

Diese Preisrallye hat viele Landwirte und Getreidehändler überrascht. Die Getreidepreise schießen durch die Decke. In unserer Kommentarfunktion können Sie mit diskutieren.

Die Frage ist für viele Landwirte in den USA und in Europa: Soll man sich diese überraschend kräftig gestiegenen Getreidepreise möglichst schnell absichern oder geht es sogar noch weiter nach oben. Beide Szenarien scheinen möglich und werden derzeit von Farmern und Analysten in den USA lebhaft diskutiert.

In den USA halten einige Analysten nämlich auch einen Zusammenbruch des Marktes auf das vor dem Preisanstieg notierte sehr niedrige Niveau für möglich. Beispiele dafür gibt es genügend: So sind die Maispreise in den USA im Jahr 2008 von knapp 5 USD je Buschel auf 8 USD gestiegen und dann in kurzer Zeit auf weniger als 3 USD abgestürzt. Die übrigen Getreidemärkte dürften diesen Vorgaben dann tendenziell folgen.

Auf solch eine Möglichkeit müssen sich Landwirte also ebenfalls einstellen. Am besten ist es sich die gestiegenen Getreidepreise abzusichern und die weitere Marktentwicklung intensiv zu beobachten. Der europäische Getreidemarkt wird den Vorgaben aus Übersee jedenfalls folgen, dass zeigt zumindest die von den fundamentalen europäischen Daten eigentlich relativ losgelöste Preisentwicklung der letzten Tage.

Auch wenn die fundamentalen Daten und Prognosen zum Aussaatfortschritt in den USA und zum weiteren Witterungsverlauf auf hohe und vielleicht weiter steigende Preise hinweisen, ist es für Landwirte also extrem wichtig sich eine Strategie für alle möglichen Szenarien zu überlegen und dann im Ernstfall auch danach zu handeln.

Die Getreidepreise steigen auch am Diensatg weiter

Maisfeld

Die Getreidepreise sind jedenfalls auch in Europa weiter gestiegen. Am europäischen Terminmarkt machte der Weizenpreis für die neue Ernte allein am Montag eine Sprung von 4 Euro/t auf 182 Euro. Das ist der höchste Stand seit vier Monaten. Auch für die europäischen Maispreise ging es am Montag nach oben. Allerdings blieb das Preisniveau hier mit 163 Euro für den vorderen Mais und mit 173 Euro für die neue Ernte bislang im Vergleich zum Weizen ziemlich moderat. Das kann sich jedoch noch ändern.

Die Rapsreise haben sich wegen des enormen Drucks, der in den USA auf den Sojabohnen lastete, nur wenig nach oben bewegt. Hier gab es mit 365 Euro für die neue Ernte zuetzt nur geringen Schub. Das könnte sich jedoch ebnefalls ändern, denn im laufenden Handel am Dienstag legen die Sojapreise in den USA sehr kräftig zu und entfernen sich damit weiter von ihren letzten Tiefs.

Im vorbörslichen Handel in Chicago ging es heute Nacht für den Weizen und für Mais kräftig nach oben. Der vordere Termin für den Chicago-Weizen durchbrach die 500-Cent-je-Buschel-Marke und sprang damit auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Die vorderen Maipreise kletterten auf 415 Cent je Buschel und damit auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Die neue Mais-Ernte wurde mit 430 Cent gehandelt.

Diese sehr positiven Vorgaben dürften auch den europäischen Markt weiter mit nach oben treiben und am heutigen Dienstag für steigende Kurse bei Weizen, Mais und Raps an der MATIF und auch am Kassamarkt sorgen.

Report zum Aussaat-Fortschritt kommt heute Abend

Farm überflutet

Neue Impulse dürfte der Markt am späten Dienstag Abend erhalten, wenn das USDA seinen CROP-Progress-Report veröffentlicht. Dann wird sich zeigen wie viel Mais, Soja und Sommerweizen die US-Farmer bis Ende voriger Woche wirklich bestellt haben und  und in welchem Zustand sich die bereits aufgelaufenen Pflanzen befinden.

Im Moment hebt "eine steigende Flut alle Boote an", auch wenn die Landwirte gezwungen sein könnten, die nicht mit Mais bestellten Flächen auf Sojabohnen umzustellen und der Handel mit China keine Anzeichen für eine Besserung zeigt. Das entscheidende Aussaatfenster für Mais ist jedoch fast geschlossen, und das Ertragspotenzial lässt immer weiter nach. Der Flächenverlust beim Maisanbau könnte ein Rekordniveau erreichen. Das wir sich heute Abend zeigen.

Landwirte haben in den meisten US-Bundesstaaten zudem fast die endgültigen Pflanzfristen erreicht, in denen dann die Ernteversicherung greift. Der Beschluss der US-Regierung eine Ausgleichzahlung für Sojabohnen in Höhe von 2 USD pro Buschel zu zahlen, könnte die Aussaat von Sojabohnen wieder etwas ankurbeln. Extrem Nasse Felder und noch mehr Regen bis weit in den Juni hinein machen ein bereits sehr schwieriges Jahr für die US-Farmer noch härter.

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