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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise hängen am Exportdeal – Ängste, Sorgen und Kriegsfolgen

getreide abladen.
am Montag, 17.10.2022 - 15:53 (Jetzt kommentieren)

Die Getreidepreise warten auf eine Entscheidung über den Exportdeal am Schwarzen Meer. In Europa geben die Preise leicht nach, in den USA geht es leicht nach oben. Allerdings auch wegen der Dürre in den Winterweizengebieten.

Weizenpreise.

In den USA steigen die Weizenpreise im laufenden Handel am Montag aufgrund der Befürchtung, dass die sich verschärfenden Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine die ukrainische Getreideexporte über die Schwarzmeerhäfen unterbrechen könnten. Der vordere Weizenpreis am US-Terminmarkt CBOT stieg nach den Verlusten vom Freitag am Montag um 8 Cent auf 868 USD je Bushel.

In die entgegengesetzte Richtung bewegen sich die Getreidepreise in Europa: Die vorderen Weizenpreise geben im laufenden Handel am Montag um 2,25 Euro auf 348,50 Euro je Tonne nach. Die europäischen Maispreise behaupten sich hingegen bei 340 Euro je Tonne.

Händler und Analysten warteten auf Nachrichten über die weitere Entwicklung der Getreideexporte aus der Ukraine. Die Kämpfe in der Ukraine haben sich zuletzt verschärft und es fehlen Nachrichten über Fortschritte bei den Gesprächen zur Verlängerung des Schifffahrtskanals am Schwarzen Meer, sagen Analysten.

Die Preise waren letzte Woche zunächst gestiegen, nachdem Sorgen laut wurden, dass Moskau die Aufrechterhaltung des Exportkorridors ablehnen könnte. Gerüchte über Fortschritte bei den Gesprächen ließen dann die Weizenpreise am Freitag zunächst fallen.

Die Getreideexporte aus der Ukraine waren in den ersten 17 Oktobertagen trotz der Schließung mehrerer Seehäfen nur um 2,4 % niedriger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2021, wie Daten des Landwirtschaftsministeriums am Montag zeigten.

Drei ukraniasche Schwarzmeerhäfen wurden Ende Juli im Rahmen eines Abkommens zwischen Moskau und Kiew freigegeben, das von den Vereinten Nationen und der Türkei vermittelt worden war.

Russland mit Exportproblemen – Argentinien mit noch kleinerer Ernte

Maispreise.

Die russischen Weizenpreise gaben angesichts einer stagnierenden Exportnachfrage zuletzt nach, teilte die Landwirtschaftsberatung IKAR am Montag mit. Russland hat in der letzten Woche rund 910.000 Tonnen Getreide exportiert, und damit ähnlich viel wie in der Woche zuvor sagte das Beratungsunternehmen Sovecon.

Russische Landwirte haben auf 13,8 Millionen Hektar Wintergetreide gepflanzt, verglichen mit 14,6 Millionen Hektar etwa zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr, heißt es weiter. Es wird erwartet, dass in den zentralen Regionen Russlands die Wintergetreidefläche in diesem Jahr aufgrund der jüngsten starken Regenfälle erheblich kleiner ausfällt.

Massive Regenfälle und Überflutungen in Australien, wo die Ernte allmählich näher rückt, geben ebenfalls Anlass erheblichen zur Sorge.

In Argentinien haben die beiden großen Getreidebörsen ihre Prognosen für die bevorstehende Weizenernte weiter gesenkt. Grund ist, dass eine anhaltende Dürre und niedrige Temperaturen die Ernte beeinträchtigten, und für die wichtigsten Anbauregionen wenig Besserung in Sicht ist. In den kommenden Wochen wird kaum Regen erwartet.

Die Getreidebörse in Buenos Aires prognostiziert nur noch eine Weizenernte von 16,5 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von fast 6 % gegenüber der vorherigen Prognose der Börse von 17,5 Millionen Tonnen entspricht. Im vergangenen Jahr erreichte die Weizenernte einen Rekordwert von 23 Millionen Tonnen.

Die Aussaat von Winter-Weizen in den USA und von Mais in Argentinien findet ebenfalls unter sehr trockenen Bedingungen statt und stützt die Preise bei beiden Kulturen.

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