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Getreideernte und Preise

Getreidepreise: Heftige Preissprünge zu erwarten

Getreideernte
am
09.08.2019
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Die Getreidepreise sind im Juli und im August kräftig gefallen. Nun könnte es aber zu einer Trendwende kommen.

Grund ist der anstehende USDA-Report am kommenden Montag den 12 August. Nicht wenige Analysten halten diesen Bericht für den wichtigsten Report des Jahres.

Der Grund ist einfach: Man rechnet mit einer kräftigen Abwärts-Korrektur der Aussaatfläche bei Mais in den USA. Die meisten Analysten sind überzeugt, dass das USDA die Maisfläche erheblich zu hoch angesetzt hat – und die Sojafläche zu niedrig.

Preise könnten kräftig steigen

Getreidepreise

Zu diesem Ergebnis kommen die letzten Umfragen unter den wichtigsten US-Analystenfirmen vor der Veröffentlichung des USDA-August-Reports. Sollte sich diese Erwartung bestätigen, könnte es für die Maispreise zu einem kräftigen Sprung nach oben kommen. Im Sog dieser Korrektur würden wohl auch die Weizenpreise mit nach oben ziehen.

Ähnlich ist auch die Preisentwicklung im Frühjahr verlaufen: Dort trieb die witterungsbedingt extrem schleppende US-Maisaussaat die Kurse für Mais und Weizen auf immer neue Höchststände. Die in den letzten Monaten erfolgte kräftige Preiskorrektur hatte aber - neben der vom USDA im Juni nach oben korrgierten Maisfläche - noch andere Ursachen.

Diese Ursachen könnten einem möglichen Preisanstieg erneut entgegen wirken bzw. die Kurse schnell wieder nach unten drücken. Dazu gehören: Die groß erwarteten Getreideernten in Europa und am Schwarzen Meer. Und außerdem: Der Handelskrieg zwischen den USA und China. Diese Faktoren drosseln den Export der Amerikaner spürbar und führten zuletzt zum Aufbau sehr hoher Lagerbestände bei Getreide und Ölsaaten.

Neue Anbaudaten könnten schocken

Getreide verladen

Die Pflanzsaison im Jahr 2019 in den USA war geprägt durch extrem nasses und kaltes Wetter. Große Teile des Mais und der Sojabohnen mussten noch gepflanzt werden, als das USDA in den ersten beiden Juniwochen die Farmer nach der Anbaufläche befragte.

Zu diesem Zeitpunkt wurden die Landwirte gefragt, was sie noch vorhaben zu pflanzen. Aber niemand wusste wirklich, ob der Rest der geplanten Flächen noch bestellt werden kann oder eben nicht und mit womit die Flächen bepflanzt wurden (Mais oder Soja).

Kurz nach der Veröffentlichung des Planted-Acreage-Berichts kündigte die USDA deshalb an, die Farmer in den ersten Juliwochen erneut nach wirklich bestellten Flächen zu befragen und diese im WASDE-Bericht am 12. August zu veröffentlichen. Landwirte und Analyten sind sich sicher, dass diese zusätzliche Befragung unbedingt gebraucht wird, um die Eckdaten des Marktes korrekt abzubilden.

Weniger Mais und mehr Soja?

Ernte

Im Juni-Report schätzte das USDA die US-Maisfläche immerhin auf 91,7 Millionen Acres (37,1 Mio. ha) und den möglichen Durchschnittsertrag auf 166 Buschel je Acres (10,47 t/ha). In den letzten Umfragen gehen die Analysten jedoch von erheblichen niedrigeren Anbauflächen, Erträgen und Erntemengen beim Mais aus als das USDA Und gleichzeitig von einer etwas größeren Sojafläche.

Die bestellte Maisfläche ist nach Analystenmeinung etwa 4 Millionen Acres kleiner und wäre damit auf nur noch 87,7  Millionen Ares (35,5 Mio. ha) geschrumpft. Die Erträge wären auf 164,9 Buschel gefallen.Insgesamt rechnen die Analysten mit einer Korrektur der Maisproduktion auf nur noch 334 Mio.t. Das wären satte 18,5 Mio. t weniger als das USDA im Juni geschätzt hat! So kräftig hat das USDA die Maisproduktion im August bisher nur ein Mal in der Geschichte nach unten korrigiert.

Im Juni-Bericht ging das USDA also von einer Maisfläche von 91,7 Mio. Acres aus. Das wäre gegenüber dem Vorjahr eine Ausweitung des Anbaus von 3 Prozent. Diese sehr hohe Anbauprognose stieß bei Landwirten und Analysten auf massive Kritik.

Nicht alle erwarten positive Veränderungen

Viele Berichte von Farmern dem Mittelwesten ließen eine völlig andere Flächenentwicklung erkennen. Dennoch: Analysten raten Landwirten sich auch auf andere Entwicklungen vorzubereiten. So könnte es auch geschehen, dass eine Anpassung der Erntemengen durch das USDA zum aktuellen Zeitpunkt (noch) nicht erfolgt.

Das hält etwa der Analyst Mark Gold durchaus für möglich. Er sagt: "Ich bin der Meinung, dass die tatsächlich gepflanzten Maisflächen in einem Bereich von 85 bis 87 Millionen Acres (34,4 bis 35,2 Mio. ha) liegen, was bedeutend niedriger ist, als ich glaube, was das USDA uns mitteilen wird."

Und er ergänzt "ich sehe das USDA wirklich nicht so aggressiv in Bezug auf diesen Bericht. Sie sagen im Grunde, wir werden nichts herausgeben, bis wir wirklich in die Ernte kommen." Deshalb ist Mark Gold der Auffassung, dass der USDA-Bericht am Ende auch zu einem bärischen Ergebnis führen könnte. Die Folge wäre wohl ein ein weiterer Preisrückgang. der entäuschten Anleger.

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