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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise: Hickhack um Getreideexporte vom Schwarzen Meer

Getreidesilos.
am Donnerstag, 20.10.2022 - 10:00 (1 Kommentar)

Die Getreidepreise sind diese Woche um 20 Euro gefallen. Zum Ende der Woche scheinen sich die Kurse wieder zu stabilisieren. Am heutigen Freitag beginnen die Weizenpreise den vorbörslichen Handel in den USA aber leicht im Minus und auch Mais notiert leicht in den roten Zahlen. Analysten befürchten nach der Verlängerung des Getreideexport-Abkommens am Schwarzen Meer einen deutlichen Rückgang der Preise.

Weizenpreise an der MATIF.

Die europäischen Weizenpreise haben sich am Donnerstag etwas erholt und notierten knapp 3 Euro im Plus bei 339 Euro je Tonne. Die Maispreise legten um 5 Euro auf 332 Euro je Tonne zu. Hintergrund für die aktuellen Preisschwankungen ist die große Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Getreideexporte von den ukrainischen Schwarzmeerhäfen.

Aus Europa läuft der Getreide-Export indessen sehr gut – vor allem auch aus Frankreich, Deutschland, Rumänien, Polen und dem Baltikum, wie die aktuellen Exportzahlen zeigen.

Analysten sagten jedoch der jüngste Preisrückgang sei nur ein „Vorgeschmack“ darauf gewesen, was passieren wird, wenn der Deal wirklich verlängert wird.

Die Weizenpreise hatten sich am Donnerstag wieder etwas erholt, nachdem der russische UN-Botschafter der Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt hatte, dass Moskau die Verlängerung des Korridorabkommens im November ablehnen wird, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden.

Es gab jedoch Hoffnungen auf Fortschritte bei den Verhandlungen nach einem Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem türkischen Präsidenten Erdogan am Donnerstag. Das russische Außenministerium sagte am Donnerstag außerdem, man sei bereit, die Exporte von Nahrungsmitteln und Düngemitteln zu steigern, um eine globale Nahrungsmittelkrise abzuwenden, werde jedoch von den Vereinigten Staaten daran gehindert, berichtet Reuters.

Die USA haben russische Agrarexporte nicht direkt sanktioniert, aber die Sanktionen gegen Russlands Versand-, Versicherungs-, Logistik- und Zahlungsinfrastruktur behindern Russlands Fähigkeit,  Düngemittel und Chemikalien zu exportieren, behauptet jedenfalls Moskau.

Die laufenden Gespräche zwischen UN-Vertretern und Russland, wurden von UN-Sprecher Stéphane Dujarric jedoch als „positiv und konstruktiv“ beschrieben. Das bestärkt die Erwartungen vo Händlern und Analysten, dass das Exportabkommen am Ende doch verlängert und möglicherweise sogar ausgeweitet wird.

Europäische Maisernte noch kleiner – Argentinien mit schlechter Weizenernte

Maispreise an der MATIF.

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat am Donnerstag seine Prognose für die globale Maisproduktion 2022/23 gekürzt. Gründe waren die Herabstufung der Produktion in der Europäischen Union und in den Vereinigten Staaten.

In dem monatlichen Update korrigierte der IGC die weltweite Maisproduktion 2022/23 um 2 Millionen Tonnen auf 1.166 Millionen Tonnen nach unten. Damit liegt die Erntemenge deutlich unter den 1.217 Millionen Tonnen im vorigen Jahr.

Die wichtigsten Änderungen betrafen die EU, wo die Maisproduktion jetzt auf 53,5 Millionen Tonnen gegenüber zuvor 56,2 Millionen Tonnen reduziert wurde, und die USA, die jetzt 353 Millionen Tonnen gegenüber 354,2 Millionen Tonnen produzieren.

Die IGC geht davon aus, dass die USA, der weltweit größte Maisexporteur, 2022/23 rund 3 Millionen Tonnen Mais weniger exportieren kann.

Argentiniens Weizenernte in diesem Jahr wird wahrscheinlich auf 16 Millionen Tonnen schrumpfen, teilte die Getreidebörse Rosario am Donnerstag mit. Das ist eine weitere eine Kürzung um 0,5 Millionen Tonnen gegenüber der vorherigen Prognose.

Argentinien ist ein wichtiger Exporteur von Weizen und seine Rolle auf den Weltmärkten ist wegen der weltweiten Versorgungsprobleme stärker in den Fokus gerückt. Im vorigen Jahr erzeugte Argentinien eine Rekordmenge von 23 Millionen Tonnen Weizen.

Die Rosario-Börse behielt ihre Prognosen für die nächste Maisernte 2022/23 bei 56 Millionen Tonnen und die Sojabohnenernte 2022/23 bei 48 Millionen Tonnen bei. Die Landwirte beginnen gerade mit der Aussaat von Mais, und die Aussaat von Sojabohnen wird in den kommenden Wochen starten.

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