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Aussaat und Ernte 2019

Getreidepreise weiter im Höhenflug

Getreidepreise
am Montag, 17.06.2019 - 14:30 (Jetzt kommentieren)

Die Getreidepreise klettern immer weiter nach oben. Auch der Kassamarkt profitiert. Die Impulse kommen weiter aus den USA.

Dort sorgen extreme Regenfälle dafür, dass sich die Ernteaussichten von Getreide und Soja immer weiter verschlechtern. Zudem wird das Ertragspotential mit der extrem späten Pflanzung erheblich reduziert.

Das hat nicht nur große Auswirkungen auf die Versorgung der Tierbestände in den USA mit Futtergetreide und Eiweiß. Auch an den globalen Märkten sorgen die Ausfälle in den USA für große Lücken, die durch andere (EU, Russland und Südamerika) gefüllt werden müssen. Die Folgen sind immer weiter steigende Preise für Getreide und mittlerweile auch für Ölsaaten.

Heute Abend (Montag) wird das USDA den neuen Crop-Progress-Report veröffentlichen. Dann wird sich zeigen, wie viel Mais und Soja bis Ende der vorigen Woche noch gepflanzt werden konnte. Im Vorfeld des Reports setzten die Getreidepreise an den Terminmärkten in den USA und in Europa jedenfalls zu einer neuen Rallye an. Ganz offenbar erwarten Händler und Analysten keine signifikante Verbesserung des noch möglichen Aussaatfortschritts. 

Genaue Daten wird es aber am späten Montag Abend geben. 

Mais und Weizen mit immer höheren Preisen

Getreidepreise

Die Maispreise sind in den USA schon am Ende der vorigen Woche auf den höchsten Stand seit 5 Jahren gestiegen und notierten am Freitag für den vorderen Julitermin bei 453 Cent je Buschel. Im vorbörslichen Handel am Montag springen die Juli-Preise auf 463 Cent nach oben und die neue Ernte wird mit 472 Cent notiert. Damit sind die Maispreise seit Mai um knapp ein Drittel gestiegen.

Die meisten Analysten halten ein Durchbrechen der 500-Cent-Marke in Kürze für wahrscheinlich. Damit haben die Bullen am Markt eindeutig die Oberhand gewonnen. Natürlich zieht diese Rallye auch die übrigen Getreidepreise und den Sojamarkt nach oben. Am europäischen Terminmarkt kostete der Juli-Mais am vorigen Freitag knapp 177 Euro und die neue Ernte etwa 176 Euro.

Ähnlich deutlich wie für den Mais geht es in den USA auch mit den Preisen für Weizen nach oben. Weizen ist das wichtigste Substitut in den Futterrationen. Futtermittelhersteller sowie Viehhalter in den USA decken sich zunehmend mit Weizenkontrakten ein, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Große Fleischproduzenten in den USA haben für die neue Saison auch schon Mais in Südamerika gekauft, um die Versorgung zu sichern.

Die Weizenpreise für den Julitermin sind in den USA am vorigen Freitag auf 539 Cent gestiegen. Das waren die höchsten Kurse seit mehr als einem halben Jahr. Auch beim Weizen klettern die Preise im vorbörslichen Handel weiter. Am heutigen Montag notiert der vordere Julitermin zum Handelsbeginn bereits bei 546 Cent und der September bei 550 Cent.

Am europäischen Terminmarkt kostete der September-Weizen am vorigen Freitag knapp 181 Euro. Am heutigen Montag geht es weiter auf 183 Euro nach oben.

Kassapreise steigen in den USA noch stärker

Maispreise

Aber nicht nur die Mais- und Weizenpreise  werden von den erwarteten Anbau und Ernteverlusten nach oben getrieben. Auch für Sojabohnen (und in ihrem Fahrwasser auch für den Raps) verbessern sich die Preisaussichten. "Das anhaltende nasse Wetter wird den noch möglichen Anbau von Sojabohnen stark einschränken und das Potenzial für signifikante Rückgänge bei der Sojabohnenanbaufläche vergrößern - zusätzlich zu den großen Rückgängen bei der Maisanbaufläche, die mittlerweile unvermeidlich sind", sagte der US-Satelliten-Wetterdienst Maxar in seiner täglichen Wetternotiz.

"Die Endverbraucher des östlichen Maisgürtels haben große Angst, dass sie kaum Mais kaufen können. Deshalb ist auch der Spread (zwischen Kassa- und Terminpreisen) geradezu explodiert “, sagte Tom Fritz, ein Partner der EFG Group in Chicago. "In jedem Feedlot im Mittleren Westen geht es jetzt darum, Weizen zu füttern", sagte Dan Basse, Präsident von AgResource.

Endverbraucher von Mais haben vorige Woche auf dem Kassamarkt immer höher Preise für den noch verfügbaren Mais und Weizen der alten Ernten geboten. Diese starke Nachfrage hat den vorderen CBOT-Juli-Kontrakt immer weiter nach oben getrieben, da auch Händler und Hedgefonds von Short-Juli- in Long-September-Futures wechseln."Bei diesen sehr schlechten Ernteaussichten müssen die Leute wirklich auf die Fütterung von Weizen setzen, sagt Analyst Basse von AgResource. 

CBOT-Sojabohnen kletterten wegen der anhaltenden Regenfälle ebenfalls weiter nach oben. Die Sojapreise für den Julitermin sind in den USA am vorigen Freitag auf 897 Cent gestiegen. Am heutigen Montag notiert der vordere Julikontrakt im vorbörslichen Handel in Chicago schon bei 912 Cent und der November bei 930 Cent. Am europäischen Terminmarkt kostete der August-Raps am vorigen Freitag knapp 369 Euro. Und am heutigen Montag geht es weiter nach oben.

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