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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise kommen unter die Räder

Getreideschiff.
am Montag, 28.11.2022 - 16:23 (Jetzt kommentieren)

Die europäischen Weizenpreise geben weiter nach. Ein Grund ist die Verlängerung des Exportdeals. Dieser führt zu mehr Angebot an den Exportmärkten. Dazu kommen höhere Importe aus der Ukraine in die EU. Auch der zuletzt kräftig aufgewertete Euro drückt auf die Getreidepreise.

weizenpreise.

Die Weizenpreise haben im November heftig geschwankt – sie sind unterm Strich aber um knapp 35 Euro gefallen – auf zuletzt 325 Euro je Tonne. Die Weizenpreise in den USA fielen am Montag im laufenden Handel sogar auf ein Dreimonatstief.

Grund für den Preisrutsch war die Besorgnis über die Folgen der Corona-Proteste in China für die Getreidemärkte. Die globalen Märkte, einschließlich Rohöl, Aktien und Getreide, fielen am Montag, als zahlreiche Proteste in China gegen strenge COVID-Beschränkungen eine Welle von Verkäufen aufgrund der Sorgen über die Folgen für die globale Wirtschaft auslösten.

Die Europäische Kommission hat am Freitag (25.11) ihre Schätzung für den europäischen Export von Weichweizen, für 2022/23 auf 34,0 Millionen Tonnen gesenkt, gegenüber den 36,0 Millionen Tonnen, die vor einem Monat prognostiziert wurden. Ein Teil des nicht exportierten Weichweizens soll als Viehfutter verbraucht werden, sagt die Kommission.

Bis zum 21. November haben die Länder der Europäischen Union insgesamt 14,2 Millionen Tonnen Weizen exportiert – im Vergleich zu 13,6 Millionen Tonnen im vorigen Jahr. Deutschland kommt dabei auf Ausfuhren von immerhin 1,6 Millionen Tonnen.

Die europäischen Weizenimporte summieren sich bis 21. November auf 3,5 Millionen Tonnen, im Vergleich zu 1,9 Millionen Tonnen im vorigen Jahr.  Ein Plus von 1,6 Millionen Tonnen. Die Weizen-Importe kamen zu etwa zwei Dritteln aus der Ukraine.

Die niedrigere Exportprognose zusammen mit der erheblichen Aufwärtskorrektur der erwarteten Importe um 1 Millionen Tonnen, veranlasste die Kommission außerdem, die europäischen Weichweizenbestände am Ende des Wirtschaftsjahres 2022/23 von zuvor 13,7 Millionen im Oktober auf 15,5 Millionen Tonnen anzuheben.

Europäische Maisimporte doppelt so hoch wie im Vorjahr

Maispreise.

Die Maispreise sind trotz einer sehr schlechten europäischen Ernte noch stärker gefallen als die Weizenpreise. Bei starken Preisausschlägen ging es im November um insgesamt 45 Euro nach unten – auf aktuell nur noch 300 Euro je Tonne. Billige Lieferungen vom Schwarzen Meer erhöhen den Druck auf die Preise, sagten Analysten und Händler.

Die von einer schweren Dürre dezimierte europäische Maisernte wurde von der Kommission auf ein neues 15-Jahres-Tief gesenkt. Gleichzeitig haben die Kommissions-Experten ihre Prognose für die Maisimporte in der aktuellen Saison nochmals angehoben.

Die Kommission reduzierte ihre Schätzung der europäischen Maisernte von 54,9 Millionen vor einem Monat auf nur noch 53,3 Millionen Tonnen und bestätigte damit, dass dies die kleinste Mais-Ernte seit 2007 ist.

Außerdem erhöhte die Kommission die Importprognose für Mais in der Saison 2022/23 von zuvor 22,0 Millionen Tonnen auf 23,0 Millionen Tonnen – trotz des höheren Weizeneinsatzes im Tierfutter.

Die laufenden europäischen Maisimporte summieren sich bis zum 21. November bereits auf 11,5 Millionen Tonnen, im Vergleich zu 5,1 Millionen Tonnen im vorigen Jahr – und kamen zu 42 % aus der Ukraine.

Russland behindert Ukraineexport

Die Getreideinitiative wurde um 120 Tage verlängert, doch Russland verfügt immer noch über Instrumente, um die Ausfuhren künstlich einzuschränken, sagte der Minister für Infrastruktur der Ukraine, Oleksandr Kubrakov, am 28. November auf seiner Facebook-Seite.

„77 Schiffe warten in der Türkei auf eine Inspektion. Die Häfen von Groß-Odessa nutzen nur 50% ihrer Kapazität, die Getreidekosten steigen mit jeder neuen Erpressung aus Russland", – sagte Kubrakov.

„Im Oktober ermöglichte die „Getreideinitiative“ den Export von 4,2 Millionen Tonnen Getreide, während die Ukraine im November nicht einmal 3 Millionen Tonnen exportieren konnte. Gleichzeitig können wir technisch gesehen 6 Millionen Tonnen pro Monat erreichen.“, – sagte der Minister.

Derzeit warten die Schiffe 2 bis 5 Wochen auf eine Inspektion.

Russlands Getreideexporte gingen vorige Woche jedoch ebenfalls zurück - von 1,0 Millionen Tonnen in der Woche zuvor auf 780.000 Tonnen, sagte das russische Beratungsunternehmen Sovecon unter Berufung auf Hafendaten, gegenüber Reuters.

Die russischen Landwirte haben außerdem auf 17,7 Millionen Hektar Wintergetreide gepflanzt, verglichen mit 18,4 Millionen Hektar im Vorjahr, sagte die Beratungsfirma außerdem. ein Rückgang um 700.000 Hektar!

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