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USDA-Prognose Getreideernte 2021

Getreidepreise: Hier kommt die Glaskugel für die neue Ernte

maispflanzen.
am Mittwoch, 12.05.2021 - 19:47 (Jetzt kommentieren)

Mit einem steilen Anstieg bei Sojabohnen und Korrekturen bei Weizen und Mais reagierten die Terminmärkte auf die Datenflut des USDA.

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Immerhin wurde die erste Prognose  des USDA für die kommende globale Ernte bei Weizen, Mais und Sojabohnen abgegeben. Wirklich geändert hat sich an der fundamentalen Verfassung des Marktes jedoch nichts – vor allem bis die neue Ernte wirklich im Speicher ist.

Das zeigten auch die Preisveränderungen an den Terminmärkten unmittelbar nach der Veröffentlichung des USDA-Reports. Dort reagierte der Markt mit einem kräftigen Preisanstieg bei Sojabohnen und Raps. Die Weizenpreise gaben nach und auch für den Mais ging es nach unten.

Gegen 19:30 Uhr MEZ notierte der vordere Weizenkontrakt in Chicago (Juli) 8 Cent im Minus bei 734 Cent je Buschel. Der vordere Mais (Juli) notierte 3 Cent im Minus bei 719 Cent je Buschel. Sojabohnen wurden 36 Cent im Plus  gehandelt - bei 1.651 Cent je Buschel. Das war ein neues 9-Jahreshoch!

Die Vorgaben aus Übersee blieben nicht ohne Einfluss auf die europäischen Getreidepreise – wo der Handel allerdings früher endete. An der MATIF in Paris verbilligte sich der vordere Weizenkontrakt für die neue Ernte (September) um 1 Euro auf 226 Euro je Tonne.

Beim vorderen Maiskontrakt (Juni) betrug der Preisabschlag knapp 2 Euro auf 257 Euro je Tonne. Die Rapspreise zogen indessen kräftig an und stiegen für die neue Ernte um 13 Euro auf 556 Euro je Tonne (August).

Weizen: Produktion, Verbrauch und Export steigen

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Der erste globale Weizenausblick für 2021/22 zeigt eine größere Produktion, einen höheren Verbrauch, mehr Handel und relativ stabile Lagerbestände. Die Produktion könnte nach dieser ersten Prognose auf den Rekordwert von 789,0 Millionen Tonnen steigen.

Die Gründe sind: Eine höhere Produktion in Argentinien, in der Europäischen Union, in Großbritannien, Marokko, der Ukraine und dauch in den Vereinigten Staaten. Das dürfte die im Vergleich zum vorigen Jahre kleineren Ernten für Australien und Kanada mehr als ausgleichen.

Die vom USDA erwartete russische Weizenproduktion von 85 Millionen Tonnen entspricht dem Rekordergebnis des vorigen Jahres – vor allem wegen der deutlichen Vergrößerung der Anbaufläche von Winterweizen. Den erwarteten globalen Weizenverbrauch für 2021/22 hat das USDA um 7,8 Millionen Tonnen auf einen neuen Rekordwert von 788,7 Millionen Tonnen angehoben.

Ursache sind: Der höheren Verbrauch von Weizen für Ernährung, für Saatgut und für die Industrie. Damit setzt sich der langfristige Aufwärtstrend beim Weizen-Verbrauch unvermindert fort, schreibt das USDA. Die Verfütterung von Weizen wird voraussichtlich ebenfalls leicht zunehmen. Obwohl eigentlich auch deutlich mehr Mais verfügbar sein soll. – Da muss man sicher erst mal abwarten!

Ein Grund dafür für ist, dass die Zuwächse bei der Verfütterung von Mais in der EU, Großbritannien, Russland und den Vereinigten Staaten, zumindest teilweise, durch einen geringeren Futterverbrauch in China, Kanada und Australien ausgeglichen werden.

Russland ist erneut Exportweltmeister

Den Welthandel 2021/22 mit Weizen erwartet das USDA auf einem neuen Rekordwert von 202,4 Millionen Tonnen. Die Importe wachsen vor allem in folgenden Ländern und Regionen: Algerien, Indonesien, der EU und dem Nahen Osten.

Chinas Importe werden mit 10 Millionen Tonnen voraussichtlich deutlich niedriger ausfallen, als in der laufenden Saison mit 26 Millionen Tonnen – bleiben jedoch weiterhin hoch, da die Lagerbestände trotz einer größeren Ernte weiter schrumpfen werden.

Russland wird mit 40,0 Millionen Tonnen erneut als führender Weizenexporteur für 2021/22 erwartet. Die Exporte aus Argentinien, der EU und der Ukraine werden ebenfalls höher prognostiziert, während Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten weniger Weizen exportieren werden, schätzt das USDA. 

Die europäischen Exporte wurden auf 33 Millionen Tonnen veranschlagt - nach 30 Millionen Tonnen in der laufenden Saison.

Die weltweiten Endbestände für 2021/22 werden mit 295,0 Millionen Tonnen fast stabil bleiben, wobei 48 Prozent der Gesamtmenge auf China entfallen.

Mais: Produktion und Verbrauch wachsen stark

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Bie der globalen Maisernte für 2021/22 geht das USDA von einer deutlich größeren Produktion und einem stark wachsenden Verbrauch sowie größeren Endbeständen aus. Dabei wird die Maisproduktion auf  einem neuen Rekordniveau prognostiziert, wobei die größten Zuwächse in den USA, Brasilien, China, der Ukraine und Argentinien erwartet werden.

Der weltweite Maisverbrauch wird voraussichtlich ebenfalls deutlich um 3 Prozent steigen. Die größten Zuwächse bei den Maisimporten verzeichnen nach Einschätzung des USDA folgende Länder: die EU, die Türkei, der Iran, Japan und Mexiko. Die Länder der EU 27 werden nach Einschätzung des USDA 16 Millionen Tonnen Mais importieren - nach rund 12 Millionen Tonnen in der laufenden Saison.

Die weltweiten Bestände an Mais sind gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent höher, wobei auch für die USA ein kräftiger Anstieg erwartet wird.

Ohne China würden die Lagerbestände an Mais gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent steigen. China hält nach der Prognose etwa zwei Drittel der globalen Bestände. Diese bleiben wegen der größer erwarteten Ernte indessen auf dem aktuellen Niveau stabil.

Für China werden Gesamtimporte an Grobgetreide mit 46,3 Millionen Tonnen prognostiziert, ein Anstieg von 3,1 Millionen gegenüber 2020/21. Falls dies realisiert wird, wäre dies ein neues Rekordhoch.

Das USDA erwartet, dass die Preise für Mais und andere Energiefuttermittel in China trotz des Anstiegs der chinesischen Maisproduktion weiterhin sehr hoch bleiben. Das USDA erwartet folgende Grobgetreideimporten Chinas: Maisimporte  26 Millionen Tonnen, Gerste 10,0 Millionen Tonnen und Sorghum 10,0 Millionen Tonnen.

Soja: Die Welt kauft noch mehr Sojabohnen

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Die weltweite Sojabohnenproduktion wird 2021/22 voraussichtlich um 22,6 Millionen Tonnen auf 385,5 Millionen Tonnen steigen, schätzt das USDA. Die brasilianische Ernte wird auf einen Rekordwert von 144,0 Millionen Tonnen zulegen, während die nächste argentinische Ernte um 5,0 Millionen Tonnen auf 52 Millionen Tonnen wachsen soll.

In den USA soll die Sojaproduktion-Produktion von 112,5 Millionen Tonnen auf dann knapp 120 Millionen Tonnen zulegen. Die US-Endbstände bleiben mit knapp 4 Millionen jedoch so klein wie in der laufenden Saison – und damit fast 10 Millionen Tonnen kleiner als im vorigen Jahr.

Die weltweite Produktion von Sonnenblumen und Raps wird ab 2020/21 voraussichtlich um 6 Prozent steigen, da die Produktion von Sonnenblumen für die Ukraine, Russland und die EU zunimmt und bei Raps in Kanada größer ausfällt.

Die weltweiten Sojabohnenexporte werden voraussichtlich um 1 Prozent auf 172,9 Millionen Tonnen steigen. Der Anteil der USA an den weltweiten Exporten wird voraussichtlich abnehmen, während der Anteil Brasiliens von 50 Prozent im Jahr 2020/21 auf 54 Prozent im Jahr 2021/22 steigt. Chinas Importe werden voraussichtlich um 3 Millionen auf 103 Millionen Tonnen steigen.

Die weltweiten Endbestände an Sojabohnen werden auf 91,1 Millionen Tonnen prognostiziert, ein Plus von 4,6 Millionen Tonnen. Dabei ist der größte Teil des Anstiegs in China und Brasilien zu verzeichnen.

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