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Getreidemarkt und Getreidepreise 2021

Getreidepreise: Märkte außer Rand und Band - Wetterchaos & Panikkäufe

getreidefeld.
am Montag, 22.11.2021 - 12:06 (Jetzt kommentieren)

Die Getreidepreise kletterten auf neue Höchststände. Diese Woche steigen die Preise weiter.

weizenpreise.

In Europa stiegen die Weizenpreise in der vorigen Woche über 300 Euro je Tonne – beendeten den Handel jedoch bei 299,75 Euro (339,71 US-Dollar pro Tonne) - einem neuen Höchststand. Und zum Beginn der Woche steigen die Preise weiter steil an. Der bisherige 14-Jahres-Höchststand der europäischen Weizenpreise von 296,50 Euro wurde bereits am Mittwoch übertroffen.

Wichtige Weizenimporteure wie Algerien, Ägypten und die Türkei hatten in der vorigen Woche große Ausschreibungen durchgeführt oder angekündigt. Auf der Angebotsseite drohen starke Regenfälle der laufenden Ernte in Australien massiv zu schaden. Hinzu kommt: Überschwemmungen haben vorige die Exportwege im Westen Kanadas unterbrochen, während extrem trockene Bedingungen in den USA und in der Schwarzmeerregion immer mehr Zweifel an einer guten Weizen-Ernte im nächsten Jahr aufkommen lassen.

Gleichzeitig gibt es trotz der hohen Preise international eine sehr große Nachfrage nach Weizen, berichten Händler aus aller Welt.

Der International Getreiderat (IGC) hatte am Donnerstag seine Prognose für die weltweite Weizenproduktion 2021/22 erneut gesenkt. Ein Grund waren die sich verschlechterten Aussichten für die Ernte im Iran. Dort wurde die Weizenernte auf 11,5 Millionen Tonnen reduziert, gegenüber einer früheren Schätzung von 14,0 Millionen. Das Land erlitt während der Vegetationsperiode 2021 die schlimmste Dürre seit 50 Jahren.

Die Weizenernte in Algerien wurde nun auf 3,0 Millionen Tonnen reduziert, gegenüber 3,5 Millionen Tonnen zuvor und 3,8 Millionen Tonnen der Vorsaison.

Algerien lockert Import-Bestimmungen - zu viel Regen in Australien

Die Weizenpreise wurden außerdem durch die russische Ankündigung über eine Verschärfung seiner Exportsteuern im Falle eines weiteren Preisanstiegs nach oben getrieben. Aktuell gilt bereits  eine Ausfuhrsteuer 77,70 USD  je Tonne!! Außerdem ist auch eine Exportquote für die zweite Saisonhälfte angekündigt.

Gleichzeitig hat Algerien offenbar seine Spezifikationen für den Weizenimport gelockert, um sich den Schwarzmeer-Lieferanten Russland und Ukraine stärker zu öffnen. Damit könnte die französische Exporteure jedoch aus dem Markt gedrängt werden. Die jüngste algerischen Ausschreibung endete jedenfalls mit dem Kauf von Schwarzmeerweizen. Auch die marokkanische Nachfrage richtet sich zunehmend auf die günstigeren ukrainischen Angebote, berichten Händler.

Das australische Angebot kommt aufgrund starker Regenfälle und Ernteverzögerungen deutlich langsamer auf den Markt. Doch die Analysten berichten auch, dass die frühen Erträge in „Down Under“ ausgezeichnet sind. Trockeneres Wetter dürfte in den kommenden Tagen eine Beschleunigung der australischen Ernte ermöglichen.

Frankreichs Landwirtschaft-Amt FranceAgriMer hat in seinem jüngsten Monatsbericht die Exporterwartungen für Frankreich um 400.000 Tonnen auf 17,3 Mio. t gesenkt. Immerhin 9,4 Mio. t französischer Weizen soll danach in Drittländer verkauft werden (7,4 Mio. t im letzten Jahr) .

Russland verkauft jetzt auch Weizen nach Algerien

weizenpreise.

Russland hat bei der jüngsten algerischen Ausschreibung trotz Exportsteuer und hoher Preise rund 250.000 Tonnen Weizen verkauft, berichteten am Mittwoch russische Getreidehändler. Damit erobert sich den wichtigen Zugang zum traditionell von Frankreich dominierten algerischen Markt. Algerien hat Ende 2020 sein Insektenschadenslimit gelockert und in den letzten Monaten bereits eine kleine Anzahl russischer Lieferungen zugelassen.

Algerien könnte ingesamt  700.000 bis 800.000 Tonnen  russischen Weizen kaufen, nachdem das Land die Ausschreibungsbedingungen geändert hat, um seine Abhängigkeit von französischen Lieferungen zu verringern, glauben Händler. In der jüngsten Ausschreibung hatte die algerische staatliche Getreidebehörde OAIC eine Lieferung in drei Zeiträumen einschließlich Europa beantragt.

Händler verwiesen allerdings auf die zusätzlichen Risiken infolge der russischernExportbeschränkungen Anfang 2022, nachdem der Landwirtschaftsminister des Landes diese Einschränkungen vorige Woche angekündigt hatte.

Die staatliche Getreidebehörde TMO der Türkei hat eine internationale Ausschreibung zum Kauf von rund 385.000 Tonnen Mahlweizen veröffentlicht, teilten europäische Händler mit. Gleichzeitig gab Ägyptens staatlicher Getreidekäufer an, 60.000 Tonnen rumänischen Weizen für den Versand vom 1. bis 15. Januar 2022 gekauft zu haben.

Neue Rekordpreise zum Wochenbeginn

Futtergerste.

Der Dezember-Weizen wurde am europäischen Terminmarkt am Freitag auf einem neuen Rekordstand von 299,75 Euro je Tonne gehandelt – das waren rund 3 Euro mehr als zum Beginn der Woche. Der nachfolgende März-Termin 2022 notierte bei 297 Euro – das ist im Wochenverlauf ebenfalls ein Plus von 3 Euro. Für die Weizenernte 2022 wurden am Terminmarkt in Paris Preise von 264 Euro notiert. Immerhin ein Aufschlag von 2 Euro für die gesamt Woche.

Am Großmarkt und Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Freitag mit 302 Euro je Tonne gehandelt – das waren ebenfalls 2 Euro mehr als zum Beginn der Woche. Für die Anlieferung zum Märztermin wurden in Hamburg 306 Euro je Tonne geboten. Heute dürfte es mit den Weizenpreisen am Kassamarkt weiter nach oben gehen.

Die Preise für Futtergerste lagen in Hamburg am Freitag bei 270 Euro je Tonne – und damit 3 Euro im Plus. Für Brot-Roggen boten die Händler in Hamburg 270 Euro je Tonne – eben so viel wie zum Beginn der Woche. Für Hafer bekamen die Lieferanten 250 Euro geboten.

Am wichtigsten französischen Großmarkt und Exporthafen Rouen wurde Brotweizen am Freitag mit 295 Euro je Tonne notiert – ein Preisanstieg von 4 Euro zur Vorwoche. Die fob-Preise für den Export lagen in Rouen bei knapp 342 Euro je Tonne!! Futtergerste wurde in Rouen für 269 Euro je Tonne angeliefert –ein Plus von 4 Euro im Wochenverlauf.

Am heutigen Montag legen die Preise im vorbörslichen Handel in den USA weiter kräftig zu. Das dürfte auch in Europa zu neuen Rekordpreisen führen.  

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