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Getreideernte und Getreidepreise 2021

Getreidepreise peilen Rekordmarken an – kommt die Versorgungskrise?

Getreide.
am Montag, 04.10.2021 - 13:59 (1 Kommentar)

In der vorigen Woche sind die Weizenpreise am Terminmarkt steil angestiegen. Und es könnte noch weiter nach oben gehen, glauben Analysten.

weizenpreise.

Auslöser waren deutliche Abwärtskorrekturen an den Erntemengen und Lagerbeständen in den USA. Damit verbessern sich nach Ansicht der meisten Getreidehändler auch die Exportaussichten für die Europäer. Hinzu kommt: Aus Russland meldet man witterungsbedingt eine deutlich kleinere Anbaufläche beim Winterweizen.

Der vordere Dezember-Weizen wurde am europäischen Terminmarkt am Freitag mit 264,25 Euro je Tonne gehandelt – das sind gut 11 Euro mehr als eine Woche zuvor und rund 20 Euro mehr als vor zwei Wochen.

Der nachfolgende März-Termin 2022 notierte bei 258,50 Euro – das ist ebenfalls ein Plus von 11 Euro. Für die nächste Weizenernte (September 22) wurden am Terminmarkt Preise von 234,50 Euro je Tonne notiert.

Am Großmarkt und Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Freitag mit 262 Euro je Tonne gehandelt – das waren ebenfalls 11 Euro mehr als in der Woche zuvor. Für die Anlieferung zum Dezembertermin wurden in Hamburg 267 Euro je Tonne geboten. Die Preise für Futtergerste am Exporthafen Hamburg lagen am Freitag bei 239 Euro je Tonne – das waren sogar 15 Euro mehr als in der Vorwoche. Für Roggen boten die Händler in Hamburg 228 Euro je Tonne - ein Plus von 6 Euro zur Vorwoche.

Am wichtigsten französischen Großmarkt und Exporthafen Rouen wurde Brotweizen am Freitag mit 267 Euro je Tonne notiert – ebenfalls ein Preisanstieg von 11 Euro. Die fob-Preise für den Weizen-Export lagen in Rouen bei 318 Euro je Tonne. Futtergerste wurde in Rouen für 244 Euro je Tonne angeliefert – das waren wegen des starken Chinaexports der Franzosen nochmals 5 Euro mehr als in Hamburg.

Am heutigen Montag bewegen sich die Preise am europäischen Terminmarkt für Weizen zunächst seitwärts. Grund ist der fast unveränderte vorbörsliche Handel in den USA.

Kleinere US-Ernte treibt die Preise in Europa

weizenpreise.

Eine sehr gute internationale Nachfrage und dynamische europäische Exporte könnten die Weizenpreise noch eine ganze Weile oben halten. „Weizen wird weltweit weiter knapp sein. Das dürfte den Markt im Winter und Frühjahr antreiben, bis wir einen neuen Erntezyklus sehen, der für den Export verfügbar sein könnte", sagte der Analyst Craig Turner gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die Märkte reagierten sehr empfindlich auf die Berichte des Landwirtschaftsministeriums (USDA) vom vorigen Donnerstag. Dort lagen die Angaben für die endgültige Weizenernte und die Lagerbestände deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Die Weizenpreise schossen daraufhin auf den höchsten Stand seit Mitte August. Damals hatten die Kurse den höchsten Stand seit neun Jahren erreicht.

An den europäischen Häfen in Rouen und in Hamburg haben sich die Verladungen von Weizen und Gerste seit Mitte September deutlich beschleunigt. Frankreich meldet neben erheblichen Exporten nach Algerien und Marokko erneut große Ausfuhren nach China. Das Reich der Mitte hat Berichten zufolge in den letzten zwei Wochen auch große Mengen an französischem Futterweizen gekauft. Auch Algerien ist als Abnehmer wieder sehr aktiv, was vor allem den französischen Ursprüngen zugute kommt.

Auch vom Schwarzen Meer melden Analysten eine Beschleunigung der Exportaktivitäten, das trifft sowohl für die Ukraine als auch für Russland zu.

Am europäischen Markt ist die Nachfrage uneinheitlich. Während die Mühlenindustrie vor dem Hintergrund eines besonders knappen Angebots weiter zukauft, hat sich die Nachfrage der Futtermittelhersteller aufgrund  des größeren Angebots an Futterqualtäten zuletzt etwas beruhigt.

Auch die guten Ernteaussichten in Australien könnten den Markt noch beschäftigen.

Europäische und deutsche Exporte laufen sehr gut

Futtergerste.

Die Europäische Kommission meldet bis zum 26. September Weizenexporte aus Europa von 7,2 Millionen Tonnen – das sind rund 1,9 Millionen Tonnen mehr als im vorigen Jahr zum gleichen Termin. Aus Frankreich wurden nach den offiziellen Melde-Daten allerdings erst 531.500 Tonnen in Drittländer verschifft (hier sind wohl noch umfangreiche Nachmeldungen wahrscheinlich, denn aus den franzöischen Häfen werden rege Exporte und Verkäufe gemeldet).

Aus Deutschland wurden bisher 743.600 Tonnen Weizen in Drittländer verkauft und aus Rumänien gingen immerhin 2,53 Millionen Tonnen auf den Weltmarkt. Hinter Rumänien folgt Bulgarien als Exporteur 1,27 Millionen Tonnen. Beide osteuropäische Länder haben einen Schwarzmeerhafen und somit einen großen Exportvorteil.

Deutschland liegt vor Litauen, Lettland und Polen auf Rang drei im europäischen Ranking der größten Weizenexporteure. Die Hauptabnehmer von europäischem Weizen sind bisher Algerien, Südkorea, Ägypten, Südafrika und Vietnam.

Bei Futtergerste meldet die Europäische Kommission bis zum 29. September europäische Exporte von ingesamt 2,4 Millionen Tonnen – das 260.000 Tonnen mehr als im vorigen Jahr zur gleichen Zeit. Frankreich hat bislang 641.500 Tonnen in Drittländer verkauft, aus Deutschland wurden 355.000 Tonnen exportiert und aus Rumänien gingen bereits 1,25 Millionen Tonnen Gerste in Drittländer.

Hauptabnehmer von europäischer Gerste sind bisher China, Saudi-Arabien, die Türkei, Jordanien und der Irak.

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