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Börsentelegramm

Getreidepreise machen Sprung nach oben

Weizen Börse
am Freitag, 17.08.2018 - 15:12 (Jetzt kommentieren)

Zum Ende der Woche steigen die Getreidepreise am europäischen Terminmarkt und auch am Kassamarkt wieder kräftig an.

Zum einen sorgen Niedrigwasser auf den wichtigsten deutschen Flüssen für massive logistische Probleme. Getreide und andere Schüttgüter können wegen der Trockenheit auf vielen Flüssen nicht mehr transportiert werden.

Damit verknappt sich das ohnehin sehr kleine Getreideangebot am physischen Markt weiter. In der Folge ziehen auch die Preiseangebote der Abnehmer deutlich an und ereichen vielerorts das Niveau vor der jüngsten Korrektur.

Steigende Getreidepreise auch in den USA

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Hinzu kommt, dass auch die Terminmarkpreise in den USA wieder kräftig zulegen. Dort fielen zum einen die wöchentlichen Exportzahlen bei Weizen, Mais und auch Soja überraschend gut aus. Zum anderen gibt es offenbar neue Gespräche zwischen den USA und China über mögliche Kompromisse im Handelskrieg.

Darüber hinaus berichten US-Analysten auch über einen möglichen Durchbruch bei den laufenden Verhandlungen über die Tarife in der nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA).

Der europäische Weizenexport beginnt wegen der kleinen Ernte und der sehr hohen Preise hingegen schleppend. In den ersten sieben Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres wurden 43 % weniger Weizen in Drittländer verkauft als im vorigen Jahr. Die Ausfuhr von Gerste ist trotz der ebenfalls sehr angespannten Versorgung am Binnenmarkt hingegen mehr als doppelt so hoch wie im Jahr zuvor.

Weizenpreise legen deutlich zu

Taschenrechner vor Weizenlager

Die europäischen Weizenpreise sind am Donnerstag kräftig gestiegen und legen auch am Freitag weiter zu. Ursachen sind die sehr knappe Versorgung am physischen Markt und die ebenfalls steigenden US-Preise.

Der vordere Septembertermin für den MATIF-Weizen beendete den Handel am Donnerstag bei 208 Euro. Das sind 3,25 Euro mehr als am Vortag. Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde mit 210,24 Euro notiert. Das war ein Plus von 2,75 Euro.

Am deutschen Kassamarkt hatten die (nominellen) Preise zuletzt etwas nachgegeben. Angesichts der steigenden Terminmarktkurse dürften sich die Kassapreise jedoch rasch wieder erholen. Am Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Freitag mit 214 Euro notiert. Für die Anlieferung im September lagen die Angebote bei 216 Euro und damit 8 Euro über den vorderen Terminmarktkursen.

Vom wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen meldete man am Donnerstag für den dort angelieferten Brotweizen Preise von 210 Euro/t. Das waren immerhin 3 Euro mehr als am Vortag.

Am heutigen Freitag ziehen die Weizenpreise an der MATIF weiter an. In den USA starten die Weizenpreise ebenfalls mit kräftigen Aufschlägen. Der Septembertermin wird an der MATIF mit 212,50 Euro notiert und damit 4,50 Euro höher als am Vortag. Der Dezemberweizen wird mit 215,25 Euro gehandelt. Das ist ein Plus von 5,0 Euro

Kräftige Preisaufschläge für Mais

Die Maispreise haben sich am europäischen Terminmarkt am Donnerstag ebenfalls deutlich erholt und auch am Freitag geht es weiter nach oben.

Der vordere Novemberkontrakt für den MATIF-Mais notierte am Donnerstag bei 188,50 Euro und damit 3,50 Euro höher als am Vortag. Der nachfolgende Januartermin beschloss den Handel bei 190,50 Euro. Das ist ebenfalls ein Plus von 3,50 Euro/t.

Am Hamburger Hafen wurde Importmais der neuen Ernte am Freitag mit 198 Euro/t notiert. Die Maispreise in Südoldenburg wurden zuletzt mit 206 Euro angegeben.

Am Freitag beginnen die Maispreise den Handel an der MATIF erneut deutlich im Plus. Die neue Ernte (November) wird mit 191,50 Euro notiert. Das ist ein kräftiger Aufschlag von 3,0 Euro. Der Januar-Mais wird mit 193 Euro je t gehandelt. Das ist ein Plus von 2,50 Euro.

Rapspreise ebenfalls auf dem Weg nach oben

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Die Rapspreise sind am Donnerstag an der MATIF ebenfalls gestiegen und auch am Freitag geht es weiter nach oben.

Der Novemberkontrakt für den MATIF-Raps beendete den Handel am Donnerstag bei 383 Euro/t. Das war ein Aufschlag von 2,75 Euro. Der nachfolgende Februartermin wurde mit 381,25 Euro notiert. Das war ein Plus von 2,50 Euro.

Am Kassamarkt in Hamburg wird für Raps am Freitag 386 Euro geboten. Für die Anlieferung im September lagen die Angebotspreise bei 387 Euro.

Am heutigen Freitag beginnen die Rapspreise den Handel an der MATIF erneut höher. Der November wird mit 384,50 Euro notiert und damit 1,50 Euro im Plus. Der Februarraps wird mit 382,75 Euro gehandelt. Das ist ebenfalls ein Aufschlag von 1,50 Euro.

Futtergerste teuer als Weizen

Weiterhin knapp und teuer bleibt Futtergerste. Am Hamburger Exporthafen lagen die Preisangebote am Freitag bei 214,50 Euro/t. Für die Anlieferung im September wurden ebenfalls 214,50 Euro geboten.

Futterweizen notierte in Hamburg zuletzt bei 212 Euro und damit 2 Euro niedriger als Gerste. Für die Anlieferung im September wurden für Futterweizen 214 Euro geboten.

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