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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise steigen – Ende des Getreidedeals und Importstopp Polens

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am Montag, 17.04.2023 - 13:20 (1 Kommentar)

Die Getreidepreise steigen zum Wochenbeginn. Hintergrund ist ein mögliches Ende des Getreidedeals am Schwarzen Meer. Russland sieht seine Forderungen nicht erfüllt. Gestützt werden die Preise außerdem auch durch ein Importstopp für ukrainisches Getreide nach Polen und Ungarn.

Weizenpreise.

Am europäischen Terminmarkt steigen die vorderen Weizenpreise heute im laufenden Handel um 1,0 Euro auf 251 Euro je Tonne. Die neue Ernte 2023 wird mit einem Aufschlag von knapp 2 Euro bei 252 Euro gehandelt. Der Kreml sagte vorige Woche, die Aussichten seien „nicht so gut“, das Getreide-Abkommen über den 18. Mai hinaus zu verlängern, das den Export von Getreide aus einigen ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer ermöglicht.

Das ließ erneut Sorgen unter Getreidehändlern aufkommen, wie es mit dem von der UN vermittelten Getreideabkommen weitergeht. „Wir wissen, dass Vertreter der Vereinten Nationen Anstrengungen unternehmen, aber die zweite Hälfte des Abkommens ist immer noch nicht funktionsfähig und unsere Bedingungen werden nicht erfüllt“, sagte Kremlsprecher Dmitry Peskov gegenüber der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Im April dürfte Russland selbst etwa 4,2 bis 4,5 Millionen Tonnen Weizen exportieren, was nahe am Rekord für diesen Monat liegt, prognostizierte das russische Analystenhaus Sovecon gegenüber TASS. Wie die Analysten weiter feststellten, beschleunigt sich der Export von russischem Weizen aufgrund des Rückgangs der Getreidepreise in Russland und einer Stabilisierung der Weltmarktpreise.

Am russischen Binnenmarkt waren die Weizenpreise auf den Stand vom November 2019 gefallen. Sehr hohe Lagerbestände und eine schwache Nachfrage nach Weizen am russischen Binnenmarkt waren lauf Sovecon die Hauptfaktoren für den scharfen Preisrückgang.

Ukraine will Aufhebung des polnischen Importstopps

Gestützt werden die Getreidepreise auch durch den Importstopp den Polen und Ungarn gegen ukrainische Getreideimporte verhängt haben. Die Europäische Kommission hält die Entscheidungen Polens und Ungarns, den Import von ukrainischem Getreide und Lebensmitteln zu verbieten, für inakzeptabel, heißt es in der offiziellen Erklärung der Europäischen Kommission, vom 16. April.

„Wir wissen von der Ankündigung Polens und Ungarns bezüglich des Verbots der Einfuhr von Getreide und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus der Ukraine. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass die Handelspolitik in die ausschließliche Zuständigkeit der Europäischen Union fällt und daher einseitige Maßnahmen ergriffen worden sind inakzeptabel“, heißt es in der Erklärung.

Die Europäische Kommission fügte hinzu, dass „es in solch schwierigen Zeiten äußerst wichtig ist, alle Entscheidungen innerhalb der EU zu koordinieren und zu vereinbaren.“ Die Ukraine hofft, die Frage des Verbots der Lieferung ukrainischer Lebensmittel an Polen innerhalb der nächsten Woche zu lösen, sagte Mykola Solskyy, Minister für Agrarpolitik und Ernährung der Ukraine, bei einem Briefing am 15. April, berichtet Ukrinform.

Solskyy hofft, dass die Parteien während seines Besuchs in Polen, der für den 17. April geplant ist, in der Lage sein werden, diese Fragen zu klären und den Transit wieder zu eröffnen. "Wir verstehen und berücksichtigen die schwierige Situation der Landwirte in Polen. Gleichzeitig ist es offensichtlich, dass wir dies tun müssen die Probleme zu lösen, und ich hoffe, dass es ab Montag am Verhandlungstisch sein wird“, sagte Solskyy.

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