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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise stürzen ab: Abkommen über ukrainische Getreideexporte

Getreideexport.
am Freitag, 22.07.2022 - 10:51 (7 Kommentare)

Die Getreide-Preise stürzen am Freitag ab. Grund ist die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen Russland und der Ukraine über die ukrainischen Getreideexporte von den Schwarzmeerhäfen. Das teilte bereits am Donnerstagabend das Büro des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan mit. Am Weltmarkt sind die Weizenpreise daraufhin bereits am Donnerstag deutlich gefallen und auch am Freitag geht es steil nach unten. Am europäischen Terminmarkt fallen die Weizenpreis am Freitag zum Handelsbeginn um 18 Euro je Tonne auf 333 Euro je Tonne.

weiznepreise in europa.

Die Ukraine, Russland, die Türkei und die UNO wollen am Freitagmittag ein Abkommen zur Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte von den ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer unterzeichnen. Das teilte das Büro des türkischen Präsidenten Tayyip Erdoğan am Donnerstag mit, berichten Reuters und die russische Nachrichtenagentur TASS.

„Das Getreideexportabkommen, das für die globale Ernährungssicherheit von entscheidender Bedeutung ist, wird morgen in Istanbul unter der Schirmherrschaft von Präsident Erdoğan und UN-Generalsekretär Guterres zusammen mit ukrainischen und russischen Delegationen unterzeichnet“, sagte Erdogan-Sprecher Ibrahim Kalin in einem Tweet am Donnerstag.

Die Vereinten Nationen und die Türkei arbeiten seit zwei Monaten daran, einen Vertrag auszuhandeln, wie Guterres es nannte – um die Schwarzmeer-Getreideexporte der Ukraine wieder aufzunehmen und russische Getreide- und Düngemittellieferungen zu erleichtern.

Ankara teilte mit, dass in der letzten Woche eine allgemeine Einigung über einen von den Vereinten Nationen vorgeschlagenen Plan erzielt worden sei, der nun von den Parteien schriftlich festgehalten werde. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Das Abkommen soll am heutigen Freitag unterzeichnet werden, berichtet TASS.

Koordinierungszentrum in Istanbul

In Istanbul würde ein Koordinierungszentrum für den Versand von Exporten eingerichtet, dem Beamte der UN, der Türkei, Russlands und der Ukraine angehören würden. „Zusammenfassend kann ein Dokument unterzeichnet werden, das die Seiten dazu verpflichtet, das sichere Funktionieren der Exportrouten im Schwarzen Meer zu gewährleisten“, sagte der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Oleg Nikolenko.

Laut einer TASS-Mitteilung wird das Abschlussdokument mit dem Titel „The Black Sea Initiative“ die Einrichtung eines Koordinierungszentrums unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, die Minenräumung ukrainischer Häfen, gemeinsame Kontrollen an Hafenaus- und -eingängen und Bemühungen zur Gewährleistung der Sicherheit beim Export betreffen.

Der russische Präsident Wladimir Putin wies zuvor darauf hin, dass Moskau bereit sei, Schiffen mit ukrainischem Getreide eine ungehinderte Passage zu ermöglichen, aber zuerst müsse Kiew seine Häfen von Minen räumen. Der russische Präsident hatte am 19. Juli in Teheran erklärt, dass Moskau bereit sei, ukrainische Getreideexporte zu erleichtern, sofern die Beschränkungen für russische Lebensmittelexporte aufgehoben würden.

USA und EU lockern Sanktionen

In der vergangenen Woche sagten Diplomaten, der Plan beinhaltete ukrainische Getreideschiffe in und aus den verminten Hafengewässern zu führen. Die Ukraine könnte die Exporte möglicherweise schnell wieder aufnehmen, sagte der stellvertretende ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Vysotskiy.

In der vergangenen Woche versuchten die Vereinigten Staaten, russische Lebensmittel- und Düngemittelexporte zu erleichtern, indem sie Banken, Schifffahrts- und Versicherungsunternehmen zusicherten, dass solche Transaktionen nicht gegen Washingtons Sanktionen gegen Moskau verstoßen würden.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova sagte in einer Erklärung, dass auch die EU-Länder einige frühere Sanktionen lockern wollen, um die globale Ernährungssicherheit zu gewährleisten, und die Bedingungen für den ungehinderten Export von Getreide und Düngemitteln zu schaffen.

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