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Getreideernte und Getreidepreise 2021

Getreidepreise stürzen ab - Panikanfall an den Börsen?

Maisfeld.
am Mittwoch, 07.07.2021 - 11:39 (1 Kommentar)

Die Getreidepreise sind am Dienstag am Terminmarkt in Chicago bis auf ihre möglichen Tageslimits abgestürzt. In Europa fiel der Weizen erstmals seit vorigen Oktober unter die psychologisch wichtige 200-Euro-Marke.

weizenpreis matif.

Der Absturz in den USA hat auch die Getreidepreise an den europäischen Märkten mit nach unten gerissen. Auslöser für den Preisrutsch waren Prognosen über ergiebige Regenfälle in den dürregeplagten Anbaugebieten des Mittleren Westens. Außerdem wurde ein nahes Ende der extremen Hitzewelle im Norden der USA und in Kanada vorhergesagt. Hinzu kam, dass sich das Crop-Rating, über den Zustand der Mais-, Soja- und Winter-Weizenbestände in den USA, nicht weiter verschlechtert hat.

Die Folge: Die Maispreise in Chicago rauschten um 40 Cent auf 552 Cent je Buschel nach unten. Die vorderen Sojabohnen verloren 90 Cent auf 1.344 Cent je Buschel und der Chicago-Weizen brach um 27 Cent auf 626 Cent je Buschel ein. Der zuletzt kontinuierlich gestiegene (hitzegeplagte) Sommerweizen stürzte sogar um 45 Cent auf 793 Cent je Buschel nach unten. Für die neue kanadische Canola-Ernte lag das Minus bei 30 CAD. Die schwarze Ölsaat ging mit 771 CAD je Tonne aus dem Handel.

In Europa löste diese scharfe Kurskorrektur ebenfalls Verkaufsdruck aus. Die Weizenpreise für die neue Ernte gaben bis zum Handelsschluss um 2 Euro nach und fielen unter die magische 200-Euro-Grenze auf 198 Euro je Tonne. Beim Raps der neuen Ernte betrug der Abschlag 16 Euro auf 506 Euro je Tonne. Der vordere alterntige Mais gab um 5 Euro auf 233 Euro je Tonne nach. Für die neue Maisernte betrug die Korrektur 5 Euro auf 196 Euro je Tonne.

Am heutigen Mittwoch scheinen sich die Kurse im vorbörslichen Handel in Chicago jedoch wieder etwas zu erholen. Vor allem bei Soja, aber auch Mais und Weizen, beginnt der Handel am Mittwoch deutlich im Plus. Den nächsten massiven Test für die Getreidepreise dürfte der neuen USDA-Report am nächsten Montag Abend bringen – dann wird man sehen, wie es mit den Preisen weitergeht.  

Viel Regen und kühles Wetter lässt Getreidepreise abstürzen

Maispreise.

Wetterdienste in den USA gehen derzeit davon aus, dass die Aussichten für feuchteres und kühleres Wetter für den mitterlen Westen intakt bleiben bzw. sich noch verstärken. In einem typischen Jahr fällt das heißeste Sommerwetter im Mittleren Westen eigentlich in die zweite Julihälfte – danach sieht aber im Moment nicht aus.

Die Prognosen für diesen Monat zeigen weiterhin sehr günstige Bedingungen und ausreichend Regen. Diese Wetterprognosen verbessern die Ertragsaussichten bei Mais, Soja und Sommerweizen deutlich, da sie sich zu diesem Zeitpunkt in den kritischen Wachstumsstadien befinden. Diese Erwartungen sind jedoch auch der Auslöser für die jüngste technische Verkaufswelle bei Mais, Soja und Weizen in Chicago.

Der nationale Wetterdienst der USA – NOAA – erwartet auch für die aktuelle Woche für den Mittleren Westen ergiebige Regenfälle. Nutznießer sind solche wichtigen Staaten wie Nebraska, Iowa, Missouri und Illinois und wohl auch die beiden dürregeplagten Dakota, heißt es. Damit wird es sehr schwierig für die Getreidepreise, sich deutlich zu erholen, wenn das Wetter im Mittleren Westen im Juli wirklich so günstig wird, sagen US-Analysten.

Das günstige Wetter wird, wenn es denn so kommt wird, ganz besonders dem Mais zugute kommen, denn dieser durchläuft im Juli die ertragsbestimmende Phase.

Crop-Rating: Mais und Soja unverändert – Sommerweizen noch schlechter

weizenpreise.

Am Dienstag Abend hatte das USDA auch seinen wöchentlichen Erntefortschrittsbericht und das Crop-Monitoring veröffentlicht. Der Bericht war wegen des Feiertags am 4. Juli um einen Tag verschoben worden. Er zeigt, dass sich den Zustand von Mais, Sojabohnen und auch von Winterweizen zuletzt kaum verändert hat – während Sommerweizen noch schlechter dasteht als vor einer Woche.

Das USDA sieht in seinem wöchentlichen Crop-Monitoring-Bericht 64 Prozent der Maispflanzen in gutem oder sehr gutem Zustand, unverändert zur letzten Woche und im Einklang mit den Erwartungen der Analysten. Bei Sojabahnen stufte des USDA 59 Prozent der Pflanzen in die Kategorien gut oder sehr gut ein, dass ist 1 Prozentpunkt weniger als vor einer Woche. Etwa 29 Prozent der Sojabohnen blühen gerade.

Den Sommerweizen stufte das USDA aber nur noch mit 16 Prozent in die Kategorien gut oder sehr gut ein, im Vergleich zu 20 Prozent in der vergangenen Woche und weit unter dem Rating von 70 Prozent für die den Sommerweizen im vorigen Jahr. Die Bewertungen des von Dürre betroffene US-Sommerweizens fiel damit deutlich stärker als erwartet. Analysten hatten im Durchschnitt einen Rückgang um 1 Prozentpunkt erwartet.

Der US-Winterweizen wurde mit 47 Prozent als oder sehr gut bewertet, im Vergleich zu 48 Prozent in der vorigen Woche. Rund 45 Prozent der Winterweizen-Ernte ist mittlerweile eingebracht, im Vergleich zum 5-Jahres-Durchschnitt von 53 Prozent.

Die Schätzungen des Erntefortschritts und des Zustands der Pflanzen basieren auf Umfragedaten des USDA bei etwa 3600 Farmern, die jede Woche erhoben werden.

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