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Getreidemarkt und Getreidepreise 2021

Getreidepreise: USDA baut Drohkulisse für neue Weizenernte

weizenfeld.
am Freitag, 11.06.2021 - 12:27 (1 Kommentar)

Beim Weizen setzt das USDA die Ernteprognose auf ein Rekordhoch. Die Weizenpreise zeigen sich unbeeindruckt. Noch jedenfalls.

weizenpreise.

Mit steigenden Preisen bei Mais und Sommerweizen, stabilen Kursen beim Chicagoweizen sowie nachgebenden Notierungen bei Sojabohnen und Canola, reagierten die Terminmärkte auf die neue Datenflut des USDA. Das war jetzt die zweite Prognose für die kommende neue globale Getreide- und Ölsaatenernte.

Das neueste Kürze: Ds USDA hat die globale Weizenernte auf einen neuen Rekordwert nach oben korrigiert, die neue Maisernte blieb hingegen unverändert und auch die neue Sojaernte blieb in der Juni-Prognose stabil. Die aktuelle Maisernte in Brasilien – die aber noch dem alten Wirtschaftsjahr zugerechnet wird - setzte man hingegen nochmals nach unten. Die erwartete globale Rapsernte wurde hingegen kräfig nach oben gesetzt - vor allem auch in Europa.

Auf die neuen Daten reagierten die Terminmärkte ganz unterschiedlich: Die Weizenpreise in Chicago bewegten sich seitwärts, die Preise für Sommerweizen und Hartweizen nach hingegen nach oben. Am Donnerstag Abend beendete der Weizenkontrakt in Chicago den Handel mit einem Plus von 1 Cent bei 684 Cent je Buschel. Der hauptsächlich im Norden der USA und in Kanada angebaute proteinreiche Sommerweizen legte hingegen um 11 Cent auf 775 Cent je Buschel zu.

Mais notierte 8 Cent im Plus bei 699 Cent je Buschel. Sojabohnen verloren hingegen 18 Cent auf 1.544 Cent je Buschel ein und Canola in Kanada legte um 8 CAD auf 882 CAD zu.

Die Vorgaben aus Übersee hatten natürlich Einfluss auf die europäischen Getreidepreise – wo der Handel jedoch früher endete. An der MATIF in Paris blieb der vordere Weizenkontrakt für die neue Ernte (September) unverändert bei 212,50 Euro je Tonne stehen. Beim vorderen Maiskontrakt (August) legten die Preise um 2 Euro auf 261 Euro je Tonne zu. Die Rapspreise gaben indessen mit den Sojapreisen nach und fielen um 5 Euro auf 530 Euro je Tonne.

Wetter sorgt für größere EU-Weizenernte

weizenernte.

Der aktualisierte Ausblick des USDA auf den globale Weizenmarkt für 2021/22 sieht ein größeres Angebot, einen höheren Verbrauch, einen umfangreicheren Handel und höhere Lagerbestände als im Vormonat. Die globale Produktion wurde um 5,5 Millionen Tonnen auf einen neuen Rekordwert von 794 Millionen steigen, hauptsächlich aufgrund einer höheren Produktion in der EU, in Russland und der Ukraine.

Für die EU wurde die Prognose aufgrund der jüngsten Niederschläge in Nord- und Mitteleuropa um 3,5 Millionen Tonnen auf 137,5 Millionen Tonnen angehoben. Die größten Zuwächse gibt es für Deutschland, Frankreich und Rumänien. Regen und kühle Bedingungen im Mai löschten jedoch die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Trockenheit im April aus. Der von Satelliten gemessene Vegetations-Index (NDVI), zeigt einen Anstieg in den Weizenanbaugebieten Europas. Die größten Zuwächse verzeichnet in diesem Monat Deutschland mit einem Anstieg um 1,3 Mio. t auf 22,9 Mio. t.

Frankreich, der größte Weizenproduzent der EU, wird um 0,8 Mio. t auf 37,5 Mio. t nach oben geschätzt. In Rumänien, das sehr günstiges Wetter hatte, ist die Prognose um 0,5 Mio. t auf 9,2 Mio. t gestiegen. Zuwächse sind auch in Litauen mit 0,3 Mio. t auf 4,6 Mio. t, in Polen mit 0,2 Mio. t auf 12,0 Mio. t und Bulgarien mit 0,2 Mio. auf 5,9 Mio. t zu verzeichnen. Die Produktionsdaten für die EU repräsentieren die 27 EU-Mitgliedstaaten ohne UK.

Weizen: Russland und Ukraine mit Rekordernten

Russiche Weizenernte.

Russlands Produktion wurde ebenfalls um 1,0 Millionen Tonnen auf den Rekordwert von 86,0 Millionen Tonnen angehoben. Die russische Winterweizenproduktion wurde aufgrund eines höheren Ertrags mit weit verbreiteten Frühjahrsniederschlägen in ganz Westrussland gesteigert, während Sommerweizen nach Schätzungen des Landwirtschaftsministeriums auf einer größeren Fläche angebaut wird.

Die russische Weizenproduktion für das Wirtschaftsjahr 2021/22 liegt mit erwarteten 86,0 Millionen Tonnen leicht über dem Vorjahr und 11 Prozent über dem 5-Jahres-Durchschnitt. Die Prognose geht von 64,5 Mio. t Winterweizen und 21,5 Mio. t Sommerweizen aus.

Die Prognose für die Ukraine wurde bei anhaltend günstigen Wetterbedingungen um 0,5 Millionen Tonnen auf einen Rekordwert von 29,5 Millionen Tonnen erhöht. Winterweizen macht etwa 97 Prozent der Weizenfläche der Ukraine aus. Der Ertragsanstieg ist auf das günstige Wetter und die zügige Entwicklung der Pflanzen zurückzuführen. Die Erntefläche wird auf 7,17 Millionen Hektar prognostiziert, 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der globale Weizenverbrauch 2021/22 wird um 2,4 Millionen Tonnen auf den Rekordwert von 791,1 Millionen Tonnen steigen, hauptsächlich aufgrund einer höheren Futtermittelnutzung durch die EU und Russland.

Der prognostizierte Welthandel 2021/22 wird aufgrund der erhöhten Exporte der Ukraine und Indiens um 0,8 Millionen Tonnen auf den Rekordwert von 203,2 Millionen steigen. Die prognostizierten weltweiten Endbestände 2021/22 werden um 1,8 Millionen Tonnen auf 296,8 Millionen angehoben, wobei China 48 Prozent der Gesamtmenge ausmacht.

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