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USDA-Report Februar 2021

Getreidepreise: USDA bestätigt Knappheit – Markt dennoch enttäuscht

Getreide wird verladen
am Mittwoch, 10.02.2021 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Das US-Landwirtschaftsministerium bestätigt, dass der Getreidemarkt weltweit sehr knapp versorgt ist – aber nicht ganz so knapp wie Analysten erwartet hatten. Vor allem China und Indien verbrauchen jedoch mehr Getreide als zunächst angenommen. Und der Getreidehandel nimmt trotz Knappheit zu. Denn der Bedarf ist hoch. Die Preise geben dennoch moderat nach.

Weizenpreis an der MATIF

Mit moderaten Preisabschlägen bei Weizen, Sojabohnen und Mais reagierten die internationalen Märkte auf den USDA-Report vom Februar. Der Grund: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat die Endbestände vor allem bei Mais und Sojabohnen nicht so stark zurückgenommen wie der Markt erwartet hatte. Außerdem gab es (noch) keine Änderungen an den südamerikanischen Erntedaten.

Dennoch blieb die Reaktion relativ verhalten, denn an der grundsätzlich bestehenden sehr knappen Marktversorgung hat sich nichts geändert. Im Gegenteil.

Kurz nach der Veröffentlichung des USDA-Reports gegen 19:00 Uhr (MEZ) am 9.2.2021 notierte der vordere Weizenkontrakt in Chicago 12 Cent im Minus bei 644 Cent je Buschel. Ähnlich war es bei Mais: Die Maispreise gaben um 13 Cent auf 550 Cent je Buschel nach und Sojabohnen rutschten um 4 Cent auf 1.383 Cent je Buschel nach unten.

Dieser Korrektur blieb natürlich nicht ohne Einfluss auf die europäischen Getreidepreise. An der MATIF in Paris verbilligte sich sich der vordere Weizenkontrakt um 2 Euro auf 224 Euro je Tonne. Beim Mais betrug der Preisabschlag 1Euro auf 218 Euro je Tonne. Die Rapspreise legten trotz des Preisanstieg der letzten Tage hingegen nochmals um 1,50 Euro auf knapp 446 Euro je Tonne zu.

Doch insgesamt sind diese Daten und die Marktlage trotz der Korrekturen bei Weizen und Mais ausgesprochen bullisch.

Weizen: Verbrauch in China und Indien wächst sehr kräftig

Weizenproduktion weltweit

Und das sind die Ergebnisse: Die globalen Weizendaten für 2020/21 zeigen eine etwas größere Ernte, einen deutlich höheren Verbrauch, höhere Exporte und kräftig schrumpfende Lagerbestände. Die weltweite Produktion wird auf den Rekordwert von 773,4 Millionen Tonnen angehoben, da eine höhere Produktion in Kasachstan die kleineren Ernten in Pakistan und Argentinien mehr als kompensiert.

Der weltweite Verbrauch für 2020/21 wird um 9,8 Millionen Tonnen auf 769,3 Millionen erhöht, hauptsächlich aufgrund eines höheren Futter- und Nahrungsverbrauchs in China sowie eines erhöhten Verbrauchs an Nahrungsweizen und Saatgut in Indien. Chinas Verbrauch für 2020/21 wird auf einen Rekordwert von 30,0 Millionen Tonnen angehoben und übertrifft damit den bisherigen Rekord von 2012/13 von 26,0 Millionen Tonnen.

Chinas inländische Maispreise sind weiterhin sehr hoch im Vergleich zu Weizen, was zu einer stärkeren Verwendung von Weizen in der Schweinehaltung führt. Darüber hinaus haben zahlreiche Auktionen von Altbeständen in China die Verfügbarkeit von Weizen in Futterqualität erhöht.

Indiens Verbrauch wird um 3,5 Millionen Tonnen auf einen Rekordwert von 96,5 Millionen Tonnen angehoben, da die Daten der staatlichen Bestände auf ein größeren Verbrauch als bisher angenommen hinweisen. Dies ist wahrscheinlich das Ergebnis der Aufnahme von Weizenprodukten in die indischen Ernährungshilfeprogramme zur Bewältigung der durch COVID-19 verursachten wirtschaftlichen Störungen.

Russlands Weizenexport stabil – EU verkauft etwas mehr

Weizenpreis in Chicago

Der für 2020/21 vom USDA prognostizierte Welthandel wird um 1,1 Millionen Tonnen auf 194,8 Millionen Tonnen Weizen angehoben, da höhere Exporte für die EU-27 + Großbritannien und Kasachstan die niedrigeren Exporte Argentiniens mehr als ausgleichen. Die Exporte der EU-27 + UK werden aufgrund eines starken Exporttempos und einer verbesserten preislichen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Russland von 26,5 Millionen Tonne auf 27 Millionen Tonnen angehoben.

Die Exporte Kasachstans sind gestiegen. Russlands Ausfuhren hat das USDA (zunächst) trotz der massiven Export-Restriktionen bei 39 Millionen Tonnen belassen. Argentiniens Ausfuhren sind aufgrund des reduzierten Angebots und des bislang sehr langsamen Exporttempos auf 11,5 Millionen Tonnen gesunken.

Die größte Importänderung in diesem Monat betrifft China, wo die Einfuhren in einem weiterhin robusten Tempo von 9 auf 10 Millionen Tonnen erhöht wurden.

Die prognostizierten weltweiten Endbestände für 2020/21 werden um 9 Millionen Tonnen auf 304,2 Millionen gesenkt, wobei die meisten Reduzierungen auf den gestiegenen Verbrauch für China und Indien zurückzuführen sind. Die (nominellen) globalen Bestände bleiben dennoch auf Rekordniveau, wobei China und Indien 51 bzw. 9 Prozent der Gesamtmenge halten.

Auch beim Mais spielt die Musik in China

Weltweite Maiserzeugung

Und das sind die Daten zum Maismarkt: Die weltweite Maisproduktion für 2020/21 bleibt laut der USDA-Prognose fast unverändert bei 1.134 Millionen Tonnen. Der Verbrauch wurde wegen der hohen Preise etwas reduziert und die globalen Endbestände wurden im Vergleich zum letzten Monat etwas angehoben. Für Südafrika wurde die Prognose der Maisproduktion aufgrund einer größeren Fläche erhöht.

Für Brasilien bleibt die Prognose für die Maisproduktion unverändert bei 109 Millionen Tonnen, da die größere Fläche durch die Verringerung des Ertrags ausgeglichen wird. Sehr langsame Fortschritte bei der Pflanzung von Wintermais (Safrina) dämpfen die Ertragsaussichten in Brasilien weiter, doch die sehr hohen Preise erhöhen die Anbauerwartungen.

Zu den wichtigsten globalen Handelsänderungen für 2020/21 gehören höher prognostizierte Maisexporte der USA, Indiens und Südafrikas. Die Maisimporte für 2020/21 wurden für China von 17,5 auf 24 Millionen Tonnen deutlich erhöht, was die Kürzungen für die EU-27 + Großbritannien, Südkorea, Japan, Indien, Saudi-Arabien und die Türkei teilweise ausgeglichen hat.

Chinas Gersten- und Sorghumimporte sind ebenfalls höher als erwartet und bringen die gesamten Grobgetreideimporte Chinas auf 40,3 Millionen Tonnen. Die globalen Maisendbestände für 2020/21 sind im Vergleich zum Vormonat höher, was hauptsächlich auf Zuwächse in China, Südafrika und Mexiko zurückzuführen ist, die teilweise durch Rückgänge in Argentinien und Brasilien ausgeglichen werden.

Die weltweiten Maisendbestände sind mit 286,5 Millionen Tonnen gegenüber dem Vormonat um 2,7 Millionen höher. Der saisonale Durchschnittspreis für Mais für US-Farmer wurde um 10 Cent auf 4,30 USD pro Buschel erhöht.

Sojabohnen: Noch keine Änderungen in Südamerika

Weltweite Ernte an Sojabohnen

Die USDA-Prognose für Angebot und Nachfrage von Sojabohnen für 2020/21 beinhaltet eine unveränderte Welternte, höhere Exporte und niedrigere Endbestände. Die Exporte werden aufgrund höherer Ausfuhren aus den USA und Russland um 0,6 Millionen Tonnen auf 169,7 Millionen erhöht.

Die Ernte in Argentinien wird von den Washingtoner Experten auf unverändert 48 Millionen Tonnen geschätzt, für Brasilien geht das USDA wie im Vormonat von 133 Millionen Tonnen aus. Hier könnte es im nächsten Report zu deutlichen Korrekturen kommen, denn die regionalen Prognosen sind – wie bei auch Mais – bereits deutlich niedriger.

Die Exporte Brasiliens schätzt das USDA weiterhin auf 85 Millionen Tonnen – die USA kommen auf 61 Millionen Tonnen und Argentinien auf 7 Millionen Tonnen.

Höhere Sojaimporte Argentiniens werden teilweise durch Rückgänge der EU-27 + Großbritannien, Kanadas und Bangladeschs ausgeglichen. Die EU importiert voraussichtlich 15 Millionen Tonnen. Die weltweiten Sojabohnenbestände wurden um 1 Million auf 83,4 Millionen Tonnen reduziert, da niedrigere Bestände in den USA und Brasilien höhere Bestände in Argentinien mehr als ausgleichen. Chinas Import bleibt mit rekordhohen 100 Millionen Tonnen unverändert zum Vormonat.

Für die Vereinigten Staaten geht das USDA von höheren Exporten und niedrigeren Endbeständen aus. Der durchschnittliche Sojabohnenpreis der USA für die Saison 2020/21 wird auf 11,15 USD pro Buschel prognostiziert und bleibt gegenüber dem Vormonat unverändert. Der Preis für Sojabohnenmehl wird auf 400 USD pro Tonne veranschlagt, was einem Anstieg von 10 USD entspricht. Die Preisprognose für Sojaöl wird um 1,5 Cent auf 40,0 Cent pro Pfund angehoben.

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