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Getreideernte und Preise

Getreidepreise: USDA-Report jagt Preise nach oben

Getreidelager
am Dienstag, 01.10.2019 - 12:30 (Jetzt kommentieren)

Ein Preissprung bei Mais und Soja. Und steigende Weizenpreise.

Das war das Ergebnis des gestrigen USDA-Reports zu den Lagerbeständen bei Getreide und Ölsaaten in den USA. Dabei hat das USDA die Märkte ein weiteres Mal überrascht.

Vor allem bei Mais und Soja sind die Bestände deutlich kleiner als von Analysten zuvor erwartet. Das lässt nur einen Schluss zu: Der Verbrauch am Binnenmarkt und der Absatz im Export war – trotz Handelskrieg und anderen Restriktionen –  höher als man erwartet hatte.

Marktversorgung enger als gedacht

Das für das neue  Wirtschaftsjahr verfügbare Angebot an Getreide und Ölsaaten in den USA ist also kleiner als bislang gedacht.  Das hat auch für den Weltmarkt und die Getreidepreise an Exportmärkten und in Europa Konsequenzen – wie man am Montag auch am Terminmarkt in Paris sehen konnte.

Außerdem wird das USDA die Bestandsänderungen auch im kommenden USDA-Report am 10. Oktober einarbeiten müssen. Ohnehin ist noch lange nicht klar, wie viel von den extrem spät bestellten Mais-, Soja- und Sommerweizen-Pflanzen in den USA überhaupt noch geerntet werden können.

Der Entwicklungsrückstand der Pflanzen ist weiterhin sehr groß – und die Witterung wird immer problematischer. In Teilen des Mittleren Westens gibt es erneut sintflutartige Regenfälle. Im Norden der USA fällt mittlerweile Schnee - auf den noch nicht geernteten Sommerweizen (auch in Kanada). Es bleibt also noch sehr viel Potential für Überraschungen und Preisänderungen.

Deutlich weniger Mais in den Lägern

Welche Ergebnisse hat der Quarterly Grain Stocks Report gebracht? Zunächst einmal sind die Preise für Mais, Soja und Weizen in den USA kräftig gestiegen. Für Mais ging es um 4 Prozent auf 388 Cent je Buschel nach oben. Die Sojapreise sind um 2,6 Prozent auf 906 Cent je Buschel nach oben geschossen und der Weizen hat 1,6 Prozent auf 496 Cent je Buschel gut gemacht.

Beim Mais meldete das USDA zum 1. September Bestände von 53,7 Mio. t. Das war weitaus weniger als die Analysten im Vorfeld wegen des Handelskrieges und der schwachen Exporte mit 61,7 Mio. t erwartet hatten. Der Markt verarbeitet diese Lücke mit einem Preissprung von 4 Prozent. Im vorigen Jahr lagen die Maisbestände zum gleichen Termin allerdings bei 54,4 Mio. t – und damit noch etwas höher als jetzt. Also wirklich knapp ist der Mais in den UDSA nicht.

Sojabestände und Weizenernte kleiner

Getreide verladen

Bei Sojabohnen ermittelte das USDA zum 1. September Lagerbestände von 24,8 Mio. t. Das war ebenfalls weniger als die Analysten im Vorfeld wegen des Handelskrieges und der schwachen Exporte mit 26,7 Mio. t erwartet hatten. Also sind auch bei Sojabohnen die Preise gestiegen. Im vorigen Jahr befanden sich zum gleichen Termin allerdings nur 11,9 Mio. t  Sojabohnen in den Lägern – Das ist etwa halb so viel wie in d diesem Jahr. Also auch hier ist die Marktversorgung keineswegs schlecht – ganz im Gegenteil.

Beim Weizen meldete das USDA zum ersten September Bestände von 64,9 Mio. t. Das war sogar etwas mehr als die Analysten zuvor mit 63,1 Mio. t geschätzt hatten und ähnlich viel wie im vorigen Jahr mit 65,0 Mio. t. Geholfen hat dem Weizen jedoch zum eine der Preisanstieg beim Mais und zum anderen die Ergebnisse aus dem zeitgleich veröffentlichen Small Grains Summary Report.

Dort wurden die Anbauflächen, Erträge und Ernteergebnisse für alle Weizenarten veröffentlicht (obwohl die Sommerweizen-Ernte noch nicht beendet ist). Danach liegt die Aussaatfläche von Weizen insgesamt bei 18,3 Mio. ha und die Erntefläche nur bei 15,4 Mio. ha. Die Weizenernte schätzte das USDA jetzt auf 53,3 Mio. t. Das ist etwas weniger als das USDA zuletzt 53,9 Mio. t geschätzt hatte. Damit wäre die US-Weizenernte jedoch immer noch etwas größer als im vorigen Jahr mit  51,3 Mio. t.

Auch in Europa steigen die Preise

Weizenpreise

In Europa haben die Getreidepreise auf den USDA-Report durchweg positiv reagiert. Aber etwas verhaltener als in den USA. Der Weizen legte am Terminmarkt in Paris um knapp einen Euro auf 175 Euro zu und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte August.

Am Großmarkt in Hamburg wurde der Brotweizen am Montag mit 178 Euro gehandelt und auf den Großhandelsplätzen im Osten Deutschlands notierte man Brotweizen etwa mit 162 Euro/t. Das waren sowohl in Hamburg als in Ostdeutschland 11 Euro mehr als vor vier Wochen.

Für Futtergerste wurde am Montag in Hamburg knapp 160 Euro geboten. Das waren 9 Euro mehr als vor vier Wochen. Für Brotroggen lagen die Offerten in Hamburg bei 161 Euro/t. Das waren 5 Euro mehr als zum Tiefpunkt im September.

Auch die Rapspreise konnten weiter zulegen. Dem Raps half neben den steigenden Sojapreisen auch die weiter nach unten korrigierte europäische Rapsernte nach oben. Der vordere November-Termin notierte am Montag bei 387 Euro/t und damit  ein Euro höher als am Vortag und etwa 10 Euro höher als vor vier Wochen. 

Am Großmarkt in Hamburg wurde der Raps mit 391 Euro notiert, in Mannheim mit 392 Euro und am Mittellandkanal 390 Euro/t.

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