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Getreidemarkt und Getreidepreise 2021

Getreidepreise: Weizenpreise steigen steil an – nächste Rallye beginnt

Getreideaussaat.
am Donnerstag, 16.09.2021 - 14:25 (Jetzt kommentieren)

In wenigen Tagen sind die Weizenpreise am Terminmarkt um 10 Euro auf knapp 250 Euro je Tonne nach oben geschossen.

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Offenbar hat der Markt gemerkt, wie knapp das Getreide dieses Jahre ist – denn aus Frankreich, Kanada und Russland kamen erneut preistreibende Meldungen über kleinere Ernten sowie über eine kleinere Anbaufläche für Winterweizen.

Der vordere Dezember-Weizen wird am europäischen Terminmarkt am Mittwoch mit knapp 248 Euro je Tonne gehandelt – rund 10 Euro höher als am Montag - und der nachfolgende März-Termin 2022 notierte bei 244 Euro – das ist ein Plus von etwa 8 Euro zum Wochenbeginn. Für die Ernte 2022 wurden am Terminmarkt Preise von knapp 219 Euro angezeigt, 5 Euro mehr als am Montag.

Am Großmarkt und Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Dienstag mit 246 Euro je Tonne notiert – das waren 7 Euro mehr als am Montag. Für die Anlieferung im Dezember wurden in Hamburg 251 Euro je Tonne geboten. Die Preise für Futtergerste am Großmarkt und Exporthafen Hamburg lagen am Dienstag bei 222 Euro je Tonne – das waren 2 Euro mehr als zum Wochenbeginn. Für Roggen der neuen Ernte boten die Händler in Hamburg 223 Euro je Tonne ein Plus von 2 Euro.

Am wichtigsten französischen Großmarkt und Exporthafen Rouen wurde Brotweizen am Dienstag mit 250 Euro je Tonne notiert – ein Plus von 11 Euro. Die fob-Preise für den Export lagen in Rouen bei 303 Euro je Tonne – ein Plus von 14 Euro. Futtergerste wurde in Rouen für 230 Euro je Tonne angeliefert – das waren 11 Euro mehr als am Montag.

Noch weniger Weizen in Frankreich und Kanada

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Die Rückkehr der Einkäufer am europäischen und internationalen Markt sowie ein weiterer Rückgang bei den kanadischen und französischen Ernteschätzungen haben die Getreidepreise kräftig nach oben getrieben.

Angesichts eines deutlichen Mangels an Angeboten an Weizen in Mahlqualität in diesem Jahr sind die Einkäufer schnell wieder ins Geschäft gekommen, um ihren Bedarf zu decken. Die Wiederaufnahme der Verschiffungen nach Algerien und China beflügelte zudem die Preise an den französischen Häfen.

Die Europäische Kommission hatte die europäischen Exporte zuletzt mit 5,8 Mio. t angegeben, ein Vorsprung von 1,8 Mio. t gegenüber dem Vorjahr. Der weltweit größte Weizenimporteur Ägypten hat zudem 300.000 Tonnen Schwarzmeerweizen gekauft, davon 240.000  aus der Ukraine und 60.000 aus Russland. Französische Angebote kamen wegen der zu hohen Frachtkosten nicht zum Zuge.

Auf der Angebotsseite senkte das französische Landwirtschaftsministerium Agreste seine Ernteschätzung um 600.000 Tonnen - auf nur noch 36,1 Millionen Tonnen. Außerdem wurde mitgeteilt, dass nur 22,5 % der Weichweizenernte von "von guter und sehr guter „Qualität sind, gegenüber 81 % im vorigen Jahr.

Die nächste bullische Nachricht kam aus Kanada: Das Statistikamt korrigierte die Ernteschätzungen am Dienstag nochmals nach unten. Danach wird die Produktion von Weizen 2021 jetzt auf 21,7 Millionen Tonnen geschätzt, gegenüber 22,9  bei der vorigen Prognose. Bei Hartweizen "wurde die Ernte 2021 auf 3,5 Millionen Tonnen gesenkt, gegenüber 4 Millionen Tonnen beim vorigen Mal".

Russland mit kleiner Aussaatfläche bei Winterweizen

In Russland wird erwartet, dass russische Landwirte in diesem Herbst weniger Winterweizen aussäen als die Rekordwerte vor einem Jahr. Russland ist der weltweit größte Weizenexporteur nach Afrika, in den Nahen Osten und in andere Regionen. Winterweizen, der im Herbst für die Ernte im Sommer gesät wird, macht in der Regel 70 Prozent der russischen Ernte aus.

Der Grund: Es ist erneut zu trocken (vor allem an der Wolga) und bald schließt sich das optimale Zeitfenster für die Aussaat. Die jüngsten Regenfälle haben die Bedingungen in vielen Regionen jedoch etwas verbessert.

Nach Angaben des russischen Landwirtschaftsministeriums hatten Landwirte bis zum 14. September auf 7,8 Millionen Hektar Wintergetreide gesät, gegenüber 8,2 Millionen Hektar zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Die gesamte Aussaatfläche für Winterweizen könnte um etwa 0,5 bis 1,0 Millionen Hektar schrumpfen, befürchten russische Analysten.. Im letzten Jahre hatten die russischen Bauern 17,8 Millionen Hektar ausgesät.

Die russischen Weizenexportpreise stiegen letzte Woche zum neunten Mal in Folge(!), berichteten Analysten am Montag. Russischer Weizen mit 12,5% Proteingehalt wurde an Schwarzmeerhäfen für die Lieferung im Oktober für 300 bis 303 USD pro Tonne (FOB), verladen. Die fob-Preise für Gerste lagen bei 260 USD pro Tonne.

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