Login
Getreideernte und Preise

Getreidepreise: Das Wetter treibt die Kurse

Getreidepreise
am
25.06.2019

Am Montag sind die Getreidepreise in Deutschland und in den USA kräftig gestiegen. Und auch am Dienstag geht es zunächst weiter nach oben.

Wichtigste Treiber sind weiterhin das Wetter im Mittleren Westen und die Daten aus dem Crop-Progress-Report des USDA. Hinzu kommt die extreme Hitzewelle in Europa. Diese könnte die bislang sehr guten Ernteaussichten in Frankreich und Deutschland noch beeinträchtigen. Vor allem wenn es noch längere Zeit so heiß und trocken bleibt.

In den USA richtete sich der Fokus auf den immer schlecheren Zustand der Mais- und Sojapflanzen sowie auf die witterungsbedingt (Regen) sehr langsame Weizenernte. Die Farmer berichten aus der laufenden Weizenernte zwar über hohe Erträge, gleichzeitig ist der Eiweißgehalt aber niedrig und der Pilzbefall hoch.

Beim Mais ist das normale Aussaatfenster eigentlich schon lange geschlossen. Das USDA hat wegen der extremen Witterung jedoch eine Woche länger über den Erntefortschritt beim Mais berichtet.

Mais und Soja in schlechtem Zustand

Feld überflutet

Der gestrige Crop-Progress-Report meldete, dass die Aussaat von Mais bis zum 23. Juni noch auf 96 Prozent der ursprünglich geplanten 37,6 Mio. ha erfolgt ist. Das entspricht einer Aussaatfläche von 36,1 Mio. ha und einer nicht bestellten Fläche von nur noch 1,5 Mio. ha. Im Wochenvergleich sind damit noch einmal 2,3 Mio. ha dazu gekommen.

Allerdings sind erst 89 Prozent der gepflanzten Maispflanzen überhaupt aufgelaufen, im Vergleich zu 99 Prozent in normalen Jahren. Im Fokus stand diesmal jedoch der Zustand der Maispflanzen. Hier stufte das USDA nur noch 56 Prozent der Pflanzen in Kategorien gut und sehr gut ein, im Vergleich zu 59 Prozent in der Vorwoche und 77 Prozent im vorigen Jahr.

Den Aussaatfortschritt bei Sojabohnen meldete das USDA bis zum 23. Juni auf nur auf 85 Prozent der ursprünglich geplanten 34,3 Mio. ha. Das entspricht einer Aussaatfläche von 29,2 ha und zugleich einer nicht bestellten Fläche von etwa 5,1 Mio. ha.

Außerdem sind erst 71 Prozent der gepflanzten Sojabohnen aufgelaufen, gegenüber 91 Prozent in normalen Jahren. Zugleich stufte das USDA lediglich 54 Prozent der Sojapflanzen in die Kategorien gut und sehr gut ein, gegenüber 73 Prozent im vorigen Jahr. Damit befinden sich sowohl Mais als auch Sojabohnen in einem sehr schlechten Zustand.

Weizenpreise haben kräftigen Auftrieb

Getreidepreise

Verantwortlich für die steigenden Weizenpreise in den USA sind die witterungsbedingt sehr langsame Weizenernte und die wachsenden Befürchtungen hinsichtlich der schwachen Weizenqualität (Eiweiß). Die Winter-Weizenernte war in den USA bis zum 23. Juni erst zu 15 Prozent eingebracht.

In normalen Jahren haben die Farmer zu diesem Termin schon 34 Prozent der Ernte eingefahren. In dem Abstand wichtigsten Weizen-Anbaustaat Kansas war der Winter-Weizen sogar erst zu 5 Prozent geerntet. Im langährigen Mittel sind es zu diesem Termin 36 Prozent.

Der Terminmarkt in Chicago reagierte auf diese Entwicklung mit kräftig steigenden Kursen und zog damit auch den europäischen Markt nach oben. Der vordere Juli-Weizen machte am Montag einen Sprung von 2,3 Prozent auf 538 Cent je Buschel. Der Septembertermin kletterte auf 542 Cent. Auch am heutigen Dienstag steigen die Weizenpreise weiter.

Am europäischen Terminmarkt machte der September-Weizen am Montag einen kräftigen Sprung von 3 Euro auf 183 Euro/t. Am Dienstag Mittag werden 184 Euro/ notiert. In Deutschland folgen auch die Kassapreise dem Terminmarkt auf dem Weg nach oben. Allerdings etwas langsamer.

Für die Anlieferung im Juli wurden für Brotweizen in Hamburg am Montag 191 Euro geboten. Die neue Ernte (August) wurde in Hamburg mit 184 Euro notiert und damit etwa auf dem Niveau der Terminmarkpreise. Im Osten Deutschland lagen die  Angebotspreise für Brotweizen am Montag bei 175 Euro und für die neue Ernte bei 168 Euro/t.

Mais und Soja im Plus, Raps im Minus

Maispreise

Die Maispreise sind in den USA und in Europa am Montag mit Unterstützung des USDA-Crop-Berichts ebenfalls gestiegen. Allerdings nicht so kräftig wie der Weizen. Der vordere Julitermin beendete den Handel bei 446 Cent je Buschel. Und im vorbörslichen Handel am Dienstag kletteren die Juli-Preise auf 450 Cent und die neue Ernte wird mit 461 Cent gehandelt. Am europäischen Terminmarkt kostete der Juli-Mais am Montag knapp 178 Euro und die neue Ernte etwa 179 Euro.

Die Sojapreise für den Julitermin in den USA sind am Montag auf 909 Cent gestiegen. Am heutigen Dienstag notiert der vordere Julitermin im vorbörslichen Handel in Chicago bereits bei 914 Cent und der November steigt auf 937 Cent.

Am europäischen Terminmarkt konnte der Raps den Sojapreisen am Montag (noch) nicht folgen. Die neue Ernte (August) beschloss den Handel im Minus bei knapp 368 Euro. Am Kassamarkt in Hamburg hatte man den alterntigen Raps am Montag mit 363 Euro/t gehandelt und die neue Ernte mit 369 Euro/t notiert. In Mannheim wurden für den vorderen Termin 368 Euro geboten und für die neue Ernte  371 Euro.

Auch interessant