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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise: Die Wirklichkeit treibt die Preise wieder nach oben

Getreide verladen.
am Dienstag, 07.12.2021 - 11:36 (Jetzt kommentieren)

Omicron-Ängste hatten die Getreidepreise gedrückt. Doch Knappheit und Qualitätssorgen stützen die Kurse.

weizenpreise.

Die Sorgen vor den Folgen der neuen Covid-19-Variante Omicron und die Ankunft der Ernten auf der Südhalbkugel drückten die letzten Tage auf die Getreidepreise. Enttäuschende Weizen-Qualitäten in Australien und eine anhaltend hohe Nachfrage stützen die Kurse jedoch und leiten eine Erholung der Preise ein. Die Getreidepreise sind vorige Woche mit den übrigen Rohstoffen deutlich ins Minus gefallen.

Mittlerweile konzentriert sich der Markt wieder auf die Fundamentaldaten und nicht mehr so sehr auf die Nachrichten über die Omicron-Variante. Der Weizen für den neuen Frontmonat März 2022 wurde am europäischen Terminmarkt am Montag mit einem leichten Plus von 1,75 Euro mit 292 Euro je Tonne gehandelt – das waren aber immer noch 16 Euro weniger vor 10 Tagen.

Der nachfolgende Mai-Termin 2022 notierte am Montag bei 289 Euro je Tonne und damit 1,25 Euro höher als Vortag. Die Weizenernte 2022 wurden am Terminmarkt in Paris am Montag mit 260 Euro gehandelt. Ein Plus von 2 Euro zum Vortag.

Am Großmarkt und Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Montag mit 297 Euro je Tonne notiert. Für die Anlieferung zum Märztermin wurden in Hamburg am Montag 301 Euro je Tonne geboten. Die Preise für Futtergerste lagen in Hamburg am Montag bei 263 Euro je Tonne – rund 20 Euro weniger als zur Preisspitze vor 10 Tagen.

Am wichtigsten französischen Großmarkt und Exporthafen Rouen wurde Brotweizen am heutigen Dienstag morgen 289 Euro je Tonne notiert – ein Plus von 2 Euro gegenüber dem Vortag. Die fob-Preise für den Export lagen in Rouen am Dienstag früh bei 336,50 Euro je Tonne. Futtergerste wurde in Rouen am Dienstag für 258 Euro je Tonne angeliefert – ein Plus von 2 Euro zum Vortag.

Australiens Rekordernte in schlechter Qualität

weizenpreise.

Die Ankunft der Ernten auf der südlichen Hemisphäre hatte vorige Woche erheblichen Druck auf den Weltmarkt ausgeübt. Auch die Börse von Buenos Aires hat ihre Schätzung der argentinischen Produktion aufgrund besser als erwarteter Erträge um 500.000 auf 20,3 Mio. t angehoben. Das wäre ein neuer Produktionsrekord und ein Sprung von 3,3 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr.

Das australische Landwirtschaftsamt Abares hatte seine Schätzung für die australischen Ernte um 1,8 Millionen Tonnen t auf 33,4 Millionen Tonnen erhöht. Das ist ebenfalls ein neuer Rekord. Der Qualitätsverlust bestätigt sich jedoch im weiteren Verlauf der Erntearbeiten, was für Importeure in Südostasien auf einen Mangel an Mahlweizen hindeutet. Eine Verlagerung der Nachfrage nach kanadischen Ursprüngen wurde von einigen Analysten bereits beobachtet.

Am Montag sagte der Direktor von Abares, Jared Greenville, dass die sintflutartigen Regenfälle, die Teile des Landes in den letzten Wochen heimgesucht haben, „die Ernte verzögern und Verluste verursachen würden, aber keinen wesentlichen Rückgang der Mengen bringen“. Die Auswirkungen auf die Getreidequalität sind jedoch um so größer, mit einem hohen Anteil Futterweizen von geringer Qualität, fügte er hinzu.

Die Preis-Spanne zwischen Weizen höherer Qualität und Getreide mit niedrigem Proteingehalt, hat sich weiter ausgeweitet, da die jüngsten Regenfälle die Erntequalität beeinträchtigten, sagten Händler. Australian Premium White (APW) Weizen mit 10,5% Protein wurde in Westaustralien mit rund 375 USD pro Tonne Free on Board (FoB) notiert. Dagegen wurde Australian Standard White (ASW) Weizen (Futterweizen) für rund 320 USD pro Tonne (fob) angeboten. Der Abstand hat sich damit auf 40 USD pro Tonne erhöht und lag in den Monaten zuvor bei etwa 10 USD pro Tonne.

Importeure suchen Weizen – USDA-Report am Donnerstag

Futtergerste.

Die internationale Nachfrage stützt die Getreidepreise weiterhin und zieht vor allem vom Schwarzen Meer und aus Europa Ware ab. Der staatliche ägyptischen Einkäufer GASC kaufte vorige Woche 600.000 Tonnen Schwarzmeerweizen. Davon kamen 240.000 aus Rumänien, 240.000 Tone aus Russland und 120.000 Tonnen aus der Ukraine, berichten Händler.

Der durchschnittliche Einkaufspreis lag bei 379 USD je Tonne (einschließlich C&F). Eine von Saudi-Arabien durchgeführte Ausschreibung zum Kauf von 535.000 Tonnen Weizen, läuft noch. Die Lieferfristen von Mai bis Juli für die Lieferanten könnten indessen schwierig sein, da die Lagerbestände vor den Ernten auf der nördlichen Hemisphäre deutlich schrumpfen, sagen Analysten.

In den USA haben die Weizenpreise in Chicago zuletzt wegen der Omicron-Variante mehr als 10 % verloren und waren bis auf 805 Cent je Buschel abgesackt. Händler gehen jedoch davon aus, dass die 800-Cent-Marke eine Untergrenze darstellen könnte, was die Preise wieder nach oben brachte. Weiter hieß es: „Die Fundamentaldaten für Weizen sind die eines sehr engen Marktes, auf dem das Angebot deutlich kleiner ist als die Nachfrage.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) wird am kommenden Donnerstag in seinem monatlichen Wasde-Bericht weitere Informationen zu diesem Thema geben, die in den USA, aber auch darüber hinaus, noch mit Spannung erwartet werden.

Kanada hatte am Freitag seine Einschätzung der Durumweizen-Produktion auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen gesenkt, wie ein Regierungsbericht vom Freitag zeigte.

Russlands Exportquote sorgt für viel Unruhe

Die russischen Weizen-Preise gaben vorige Woche, ebenfalls deutlich nach, nachdem es sechs Wochen lang nach oben ging. Der Grund sind auch Spekulationen über eine russische Exportquote, die möglicherweise weniger restriktiv sein wird als die bislang befürchteten Maßnahmen, sagten Analysten am Montag.

Russischer Weizen mit 12,5 Prozent Proteinwurde an den  von Schwarzmeerhäfen zur Lieferung im Dezember vorige Woche mit 337 bis 340 US-Dollar pro Tonne frei an Bord (FOB) notiert. Für Gerste wurden an den Schwarzmeerhäfen 304 USD pro Tonne gefordert.

Russland hat vor, seine Getreideexportquote für den Zeitraum von 15. Februar bis 30. Juni auf 14 Millionen Tonnen festzusetzen, darunter sind 9 Millionen Tonnen für Weizen reserviert, berichtete am vorigen Freitag die Nachrichtenagentur Interfax.Es wurde aber noch keine endgültige Entscheidung über die Quote getroffen. Russische Analysten schätzen die exportierbare Weizenmenge auf 9 bis 10 Millionen Tonnen.

Die aktuellen russischen Weizenexporte sind seit Beginn der Vermarktungssaison 2021/22 am 1. Juli aufgrund einer kleineren Ernte und vor allem wegen der hohen Exportsteuer mehr als ein Drittel kleiner. Zuletzt lag die Exportsteuer bei 84,90 USD pro Tonne.

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