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Getreidemarkt und Getreidepreise

Getreidepreise: Die Woche der Entscheidung – hoch oder runter

Maiskörner werden abgeladen
am Montag, 11.01.2021 - 11:46 (Jetzt kommentieren)

Die Trockenheit in Südamerika und der neue USDA-Report sind diese Woche die wichtigen Treiber für die Getreidepreise. Hinzu kommt die weiterhin sehr starke Nachfrage aus China – und der erwartete Beginn der russischen Weizenexporte nach den Feiertagen.

Anstieg der Sojabohnenpreise am Chicagoer Terminmarkt im Januar 2021

Argentinien hat heute sein Exportverbot für Mais aufgehoben und ersetzt es durch eine Obergrenze. Getreidehändler beginnen zudem damit, ihre Positionen an den Terminmärkten vor den monatlichen Getreide- und Ölsaatenreports des USDA vom 12. Januar (Dienstag) anzupassen. Das bringt zusätzliche Bewegung für die Getreidepreise.

Während der Markt überwiegend davon ausgeht, dass das Angebot an Soja und Mais weltweit weiter reduziert wird, glauben einige Analysten, dass das USDA seine Angebots- und Nachfrageprognosen diese Woche möglicherweise nicht so aggressiv anpassen wird. Fakt ist jedoch: Die Preise für Sojabohnen steigen aufgrund der Erwartung, dass das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) in seinen Reports die Prognosen für das globale Soja- und Maisangebot verknappen wird.

Einige Analysten gehen zudem davon aus, dass das USDA seine Schätzungen für die zurückliegende 2020er Ernte von Mais und Sojabohnen in den USA ebenfalls weiter kürzen wird. Sojabohnen erhalten außerdem Unterstützung durch weitere US-Sojabohnen-Importe aus China.

Haupttreiber der Preise sind jedoch die erwarteten Versorgungsrisiken in Südamerika aufgrund sehr trockener Wachstumsbedingungen und der Beschränkung der argentinischen Ausfuhren. Regenprognosen für Brasilien und Argentinien sowie zuletzt etwas schwächere US-Exporte sorgten in der vorigen Woche zeitweise jedoch für Preiskorrekturen an den Terminmärkten.

Hohe Getreidepreise in Europa – Raps auf 7-Jahreshoch

Anstieg der Weizenpreise auf 217 Euro je Tonne im Januar 2021

Am europäischen Terminmarkt ging es mit den Preisen für Weizen, Mais und Raps jedoch am Freitag weiter nach oben. „Der Markt sucht nach mehr Treibstoff für die Bullen", sagte Michael Magdovitz, ein Rohstoffanalyst bei der Rabobank. Am heutigen Montag steigen die Sojapreise im vorbörslichen Handel in Chicago erneut auf ein 6-einhalb-Jahrehoch und notieren bei 1385 Cent je Buschel.

Auch der Raps ist am europäischen Terminmarkt am Freitag auf 440 Euro je Tonne nach oben geschossen. Das ist ebenfalls der höchste Stand seit knapp 7 Jahren.

Die Maispreise bewegen sich in Chicago am Montag auf einem 6-Jahreshoch seitwärts bei 496 Cent je Buschel – und in Europa notiert der Märztermin für Mais etwas unter dem Vorwochenhoch bei 203 Euro je Tonne.

Die Weizenpreise haben in den USA zuletzt etwas nachgegeben und beginn den Handel am Montag leicht im Minus bei 637 Cent je Buschel. Der Matif-Weizen ist am Freitag für den vorderen März-Kontrakt auf 217 Euro je Tonne gestiegen und die neue 2021er Weizen-Ernte wurde mit 197 Euro gehandelt.

Die Händler warteten außerdem darauf, dass die Export-Aktivitäten in Russland nach den Feiertagen in dieser Woche wieder aufgenommen werden, um die Auswirkungen von der Maßnahmen zur Regulierung der russischen Exporte auf die Weizenpreise abzuschätzen. Sollte die russischen Exportpreise steigen – geht es auch in Europa weiter nach oben.

Argentinien führt Obergrenze für Exporte ein

Anstieg der Maispreise am Europäischen Terminmarkt - Wochenpreis Januar 2021

Argentinien hat die vor kurzem angekündigte Aussetzung der Maisexporte wieder aufgehoben und wird sich stattdessen für eine vorübergehende tägliche Obergrenze von 30.000 Tonnen für Verkäufe im Ausland entscheiden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.

Der weltweit drittwichtigste Maislieferant hatte am 30. Dezember eine zweimonatige Einstellung der Maisexporte angekündigt, um die steigenden inländischen Lebensmittelpreise in einer langen Rezession und der COVID-19-Pandemie nach unten zu bekommen.

Das Landwirtschaftsministerium erklärte, es habe mit Landwirten und Händlern Vereinbarungen getroffen, um die Inlandsversorgung mit Mais zu gewährleisten und die lokalen Preise gegen Schwankungen auf den internationalen Märkten abzufedern. So könne das vollständige Verbot aufgehoben werden. Die Rinder- und Geflügelhalter in Argentinien verwenden vorwiegend Mais, um Hühner und Kühe zu füttern.

Die Regierung war davon ausgegangen, dass durch das Exportverbot die Kosten für die Fütterung von Vieh sinken und die heimische Nahrungsmittelversorgung verbessert würde. Aber die Landwirte wehrten sich gegen das Exportverbot begannen einen Streik. Nun hat die argentinische Regierung eingelenkt.

Trockenheit in Südamerika entscheidet über Getreidepreise

Anstieg der Rapspreise am europäischen Terminmarkt auf 440 Euro je Tonne Raps

Argentiniens neue Maisernte braucht indessen dringend Regen, um Ertragsverluste in der wichtigsten landwirtschaftlichen Region des südamerikanischen Landes zu vermeiden, in der zwei Drittel der bepflanzten Fläche unter einer schweren Dürre leiden, teilte die Getreidebörse aus Rosario in einem Bericht am Freitag mit. Argentinien, der drittgrößte Maisexporteur der Welt, wird 2020/21  nach derzeitigen Schätzungen 48 Millionen Tonnen Mais ernten – nach 51 Millionen Tonnen im vorigen Jahr.

Die Landwirte beenden gerade die Aussaat für die neue Ernte. Die Böden verfügten nicht mehr über ausreichende Feuchtigkeitsreserven, um ausreichende Ernteerträge zu gewährleisten. „Regen in den kommenden Wochen wird von entscheidender Bedeutung sein", heißt es in dem Bericht der Getreide-Börse.

Lokale Wettervorhersagen sehen in den kommenden Wochen weiterhin weniger Regen als nötig, um ausgedörrte Pflanzen vollständig wiederherzustellen. Der Januar ist in Argentinien normalerweise ein Monat mit wenig Niederschlag und hohen Temperaturen. Das Klimaphänomen La Nina hat dazu geführt, dass die Regenfälle in den wichtigsten ländlichen Gebieten des Landes noch viel geringer sind als gewöhnlich.

Die Trockenheit in Argentinien ist ein Faktor, der die Preise für Mais-Futures auf dem Chicagoer Markt in den letzten Tagen auf den höchsten Stand seit Jahren gebracht hat. Auch Sojabohnen, Argentiniens wichtigstes Exportgut, sind durch das ungewöhnlich trockenen Wetters massiv gefährdet. Das Land ist der weltweit größte Exporteur von Sojaschrot. Die Preise für Eiweißfutter sind deshalb zuletzt weltweit - auch in Deutschland - durch die Decke gegangen.

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