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Ernteprognose

Getreiderat: Russland exportiert noch mehr Weizen

am Freitag, 22.02.2019 - 11:32

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die globale Weizenernte in seiner Februar-Prognose leicht nach unten korrigiert.

Hauptursache ist die etwas unter den bisherigen Schätzungen liegende Weizenernte in China. Beim Export setzte der IGC seine Prognose für Russland noch weiter nach oben und für die USA und Europa noch weiter nach unten.

Gleichzeitig ist weltweite Maisernte erheblich größer ausgefallen als bislang geschätzt. Hier korrigierte der IGC die chinesische Ernte und die dortigen Maisbestände überraschend kräftig nach oben. Die etwas kleinere US-Ernte blieb damit ohne Folgen für die globale Bilanz. In der Summe sind auch die weltweiten Getreidebestände erheblich größer als zuvor erwartet. Allerings wurden auch die Vorjahresdaten korrigiert.

Die globalen Exportpreise für Weizen sind im Februar sehr kräftig um knapp 6 Prozent gefallen. Zugleich sind dies die niedrigsten Weizenpreise seit September des vorigen Jahres. Die globalen Exportpreise für Gerste sind im Februar sogar um 8 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Juli 2018 abgestürzt. Die Exportpreis für Mais und Soja haben sich im Februar hingegen knapp behauptet.

Russland dominiert den Weizenmarkt

Die globale Weizenernte hat der IGC für das laufende Wirtschaftsjahr 2018/19 von knapp 737 Mio. t auf  735 Mio. t nach unten gesetzt. Das ist ein leichter Rückgang von etwa 2 Mio. t. Ursache für die etwas kleinere Produktion ist die um gut 4 Mio. t auf knapp 131 Mio. t nach unten korrigierte Weizenernte in China. Gleichzeitig setzte der IGC die Weizenernte in Australien um knapp 1,0 Mio. t auf 17,3 Mio. t nach oben. Sowohl in Russland als auch in der Europäischen Union und in den USA blieben die Weizenernten unverändert auf dem Stand des Vormonats.

Um weitere 1,0 Mio. t nach oben ging es mit den erwarteten Weizenexporten aus Russland auf jetzt 34,5 Mio. t. Für die Europäische Union setzte der IGC die Exportprognose hingegen auf 20,7 Mio. t nach unten. Um etwa 0,5 Mio. t auf 27,5 Mio. t reduzierte der IGC außerdem die Ausfuhrerwartung für die USA. Die globalen Endbestände hat der IGC um 0,5 Mio. t auf 262 Mio. t nach unten gesetzt. Der globale Verbrauch von Weizen wurde ebenfalls leicht um 1,0 Mio. t gesenkt.

Chinas Maisernte ist erheblich größer

Die globale Maisernte hat der IGC in seiner Prognose sehr kräftig um 33 Mio. t auf 1.109 Mio. t angehoben. Grund für die Korrektur ist die deutlich nach oben korrigierte Produktion in China.  Allerdings wurde die chinesische Maisernte auch für die davor liegenden Jahre nach oben gesetzt. Offenbar war  das Produktionsniveau im Reich der Mitte insgesamt höher als zuvor angenommen. Der IGC hat Chinas Maisernte jedenfalls um 37 Mio. t auf 257 Mio. t nach oben korrigiert. Für das Vorjahr liegt die Produktion jedoch bei 259 Mio. t und vor zwei Jahren sollen sogar 264 Mio. t geerntet worden sein.

Für die Europäische Union hatte der IGC die Maisernte wegen der rekordhohen rumänischen Produktion unverändert auf gute 65 Mio. t geschätzt. Damit ist die EU-Maisernte sogar etwas größer als im Vorjahr. Unverändert bei 93,5 Mio. t blieb die Ernteerwartung für Brasilien. Dagegen ging es für Argentiniens Maisernte um 1,5 Mio. t auf rekordhohe 51 Mio. t nach oben. Damit wachsen auch die argentinischen Exportmöglichkeiten um 1,0 Mio. t auf 29,0 Mio. t, während der IGC Brasiliens Ausfuhren  um 0,5 Mio. t auf 29,0 Mio. t nach unten korrgierte.

Die ukrainische Ernte blieb mit ebenfalls rekordhohen 35,5 Mio. t auf dem Stand vom Vormonat. Dagegen setzte der IGC die endgültige Maisernte in den USA um gut 5 Mio. t auf nur 366 Mio. t nach unten. Damit ist die US-Ernte jetzt kleiner als im Vorjahr. Die US-Exporte hat der IGC jedoch nur leicht um 1,0 Mio. t auf 44 Mio. t reduziert. Hier verfehlen die USA die Vorjahresexporte wegen der großen Ausfuhrmengen aus Südamerika und aus der Ukraine sehr deutlich um 10 Mio. t.

Der erwartete ukrainische Export blieb unverändert bei rekordhohen 27 Mio. t und die Mais-Importe der EU blieben ebenfalls auf Rekordniveau bei 21 Mio. t. Die globalen Maisbestände hat der IGC (wegen der Korrektur in China) um 26 Mio. t auf 297 Mio. t angehoben. Gegenüber den ebenfalls nach oben korrigierten Vorjahresbeständen ist dies jedoch ein sehr kräftiger Bestandsabbau von 39 Mio. t und  zwei Jahre zuvor waren die Bestände sogar 67 Mio. t größer.