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IGC-Ernteprognose

Getreiderat überrascht die Märkte

Ähren und Preiskurve
am Freitag, 25.01.2019 - 12:00 (Jetzt kommentieren)

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die globale Weizenernte in seiner Januarprognose sehr deutlich um fast 10 Mio. t nach oben korrigiert.

Ursache sind die über den bisherigen Erwartungen liegenden Ernten in Indien, Russland, der Europäischen Union und Kasachstan. Auch die weltweite Maisernte ist größer ausgefallen als zuvor geschätzt. Hier korrigierte der IGC die rekordhohe Ernte in der Ukraine ebenso nach oben wie die Maisernte in der Europäischen Union.

Damit sind auch die weltweiten Getreidebestände größer als zuvor erwartet. Allerdings ist der Verbrauch von Futterweizen ebenfalls höher. Am Terminmarkt in den USA reagierten die Preise für Weizen und Mais auf die neuen Daten zunächst mit einem Rückgang. Das USDA hatte im Januar wegen des Shut Down keinen USDA-Report bereitstellen können.

Deshalb blieb der Markt zunächst ohne aktuelle Daten zu den globalen Getreidemärkten. Diese Lücke füllt jetzt erst einmal der Internationale Getreiderat (IGC). Nach den Angaben des IGC  sind die Exportpreise im Januar für Weizen relativ deutlich gestiegen, bei Mais waren die Kurse eher stabil und bei Gerste und Sojabohnen sind die Preise zurückgegangen.  

Mehr Weizen in Indien und Russland

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Die globale Weizenernte für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2018/19 hat der IGC auf reichlich 737 Mio. t nach oben gesetzt. Das ist gegenüber der vorigen Prognose ein Zuwachs von etwa 9 Mio. t. Eine Ursache für die größere Produktion ist die um reichlich 4 Mio. t auf rund 100 Mio. t nach oben korrigierte Weizenernte in Indien.

Um knapp 2,0 Mio. t auf 71,6 Mio. t setzte der IGC außerdem die Weizenernte in Russland nach oben und auch in der Europäischen Union ist die Weizenernte mit 138 Mio. t rund 1,0 Mio. t größer als bei der vorigen Schätzung. Ein Plus von knapp 1,0 Mio. t zur vorigen Prognose auf jetzt 15 Mio. t meldete der IGC auch aus Kasachstan.

Um gut 1,0 Mio. t nach oben ging es deshalb auch mit den erwarteten Weizenexporten aus Russland auf jetzt 33,7 Mio. t. Für die Europäische Union setzte der IGC die Exportprognose hingegen um knapp 1,0 Mio. t auf 21,0 Mio. t nach unten. Um 2,0 Mio. t auf nur noch 28 Mio. t reduzierte der IGC außerdem die Ausfuhrerwartung für die USA, während es für die Ukraine um 0,5 Mio. t auf 16,5 Mio. t nach oben ging.

Die globalen Endbestände hat der IGC lediglich um 1,0 Mio. t auf 263 Mio. t nach oben gesetzt, denn der globale Verbrauch von Futterweizen wurde sehr kräftig um rund 6,0 Mio. t angehoben. Die erste Produktionsschätzung für die nächste globale Weizenernte setzte der IGC auf 751 Mio. t an und damit rund 14 Mio. t größer als die aktuelle Ernte.

Ukraine mit Riesenmaisernte

Die globale Maisernte hat der IGC in seiner Prognose um knapp 3,0 Mio. t auf 1.076 Mio. t angehoben. Grund für die Korrektur sind die größeren Ernten in der Ukraine und in der Europäischen Union. Für die Ukraine wurde die Produktion um 2 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 35,5 Mio. t nach oben gesetzt.

In der Europäischen Union führte vor allem der sehr große rumänische Ernte zu einer Aufwärtskorrektur der Produktion um 3,5 Mio. auf jetzt 65 Mio. t Damit wäre die Ernte sogar etwas größer als im Vorjahr. Trockenheitsbedingt um etwa 1,5 Mio. t auf 93,5 Mio. t nach unten setzte der IGC hingegen die erwartete Maisernte in Brasilien.

Der ukrainische Export wurde um 2 Mio. t auf jetzt 27 Mio. t angehoben und die Importe der EU wurden trotz der größeren Produktion um 2,0 Mio. t auf 21 Mio. t nach oben korrigiert. Grund dafür ist die sehr enge Versorgung beim übrigen Futtergetreide in der EU. Die globalen Maisbestände hat der IGC um fast 5 Mio. t auf 271 Mio. t angehoben und den Verbrauch von Mais (wegen des höheren Futterweizen-Verbrauchs) um knapp 4 Mio. t reduziert.

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