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Zuckermarkt

Globaler Zuckerberg wird noch größer

am Donnerstag, 29.11.2018 - 17:30 (Jetzt kommentieren)

Der globale Zuckerberg wächst im laufenden Wirtschaftsjahr auf ein neues Allzeithoch

Zuckerpreise

Die schrumpfende Zuckererzeugung übersteigt den wachsenden Verbrauch jedoch noch immer sehr deutlich. Deshalb wachsen die Bestände weiter.

Der Zuckerexport geht vor allem wegen der deutlich kleineren brasilianischen Produktion und den Überschüssen bei einigen potentiellen Importeuren zurück.

Zu diesen Ergebnissen kam das US-Landwirtschaftsministerium Ende November in seinem halbjährlichen Marktüberblick zum globalen Zuckermarkt.

Gleichzeitig haben sich die Weltmarkpreise für Rohzucker zuletzt etwas von ihren historischen Tiefständen erholt. Dennoch ist das Preisniveau weiterhin sehr niedrig.

Produktion schrumpft, Bestände wachsen trotzdem

Produktion Verbrauch Zucker

Für das Wirtschaftsjahr 2018/19 meldet das USDA einen Rückgang der weltweiten Zuckerproduktion um knapp 5 Prozent auf rund 186 Mio. t. Damit verfehlt die globale Produktion von Rohzucker den Rekordwert aus dem vorigen Jahr recht deutlich.

Im vorigen Wirtschaftsjahr 2017/18 wurden weltweit die Rekordmenge 195 Mio. t Rohzucker erzeugt und damit knapp 10 Mio. t mehr. Hauptgrund für die schrumpfende globale Produktion ist die deutlich verringerte Erzeugung in Brasilien.

Den Zuckerverbrauch erwartet das USDA  im aktuellen Wirtschaftsjahr 2018/19 bei 177 Mio. t. Das wäre zwar ein neuer Rekordwert. Dennoch ist die erwartete Produktion erheblich größer. Eine Folge dieser Entwicklung ist ein weiteres Anwachsen des globalen Zuckerbergs auf den bislang höchsten Stand von fast 53 Mio. t.

Die weltweite Exportmenge von Rohzucker nimmt 2018/19 von 64 Mio. t auf 58 Mio. t deutlich ab. Grund sind die deutlich kleineren Exporte aus Brasilien.

Brasiliens Erzeugung bricht ein

Barsilien Zucker

Der für die Versorgung am Weltmarkt wichtigste Zuckerproduzent und Exporteur ist Brasilien. Im Wirtschaftsjahr 2018/19 ist die brasilianische Produktion von Rohzucker allerdings deutlich zurückgegangen. Grund ist, dass wegen der sehr niedrigen Zuckerpreise ein erheblich größerer Anteil der brasilianischen Zuckerrohrernte zu Ethanol und nicht zu Zucker verarbeitet wurde.

Nach Einschätzung des USDA schrumpft die brasilianischen Rohzuckerproduktion im Wirtschaftsjahr 2018/19 um 8,0 Mio. t auf nur noch 30,6 Mio. t. Damit verliert Brasilien seine Position als größter globaler Zuckererzeuger an Indien.   

Von der brasilianischen Produktion werden nur 11,0 Mio. t  - also 35 Prozent - im Land selber als Nahrungszucker verbraucht. Die Zuckerexporte Brasiliens erwartet das USDA für das aktuelle Wirtschaftsjahr bei 19,6 Mio. t und damit gut 8,0 Mio. t (!!) kleiner als in der zurückliegenden Saison 2017/18.

Der Anteil der Zucker-Exporte Brasiliens am globalen Zuckerhandel würde damit deutlich schrumpfen und noch bei 34 Prozent liegen. Das globale Angebot ist trotzdem ausreichend. Andere Länder wie etwa Thailand und Indien haben ihre Ausfuhren kräftig ausgeweitet.

Indien überholt Brasilien

Indien Zucker

Der größte globale Zuckerproduzent ist im aktuellen Wirtschaftsjahr Indien. Hier meldet das USDA für 2018/19 einen weiteren Anstieg der Produktion um 2 Mio. t auf etwa 36 Mio. t.

Mit dieser Produktionsmenge kann der gewaltige Verbrauch von etwa 27,5 Mio. t locker gedeckt werden. Die großen indischen Überschüsse haben zu einem Preissturz am indischen Binnenmarkt und auch am Weltmarkt geführt.

Die indische Exportmenge hat sich von knapp 2,0 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr auf 4,0 Mio. t verdoppelt. Die indischen Bestände wachsen im laufenden Wirtschaftsjahr 2018/19 sehr kräftig um über 4 Mio. t auf gewaltige 18 Mio. t.

Europäische Produktion geht zurück

Zucker EU

Die Europäische Union ist nach Indien und Brasilien der drittgrößte Zucker-Produzent. Im zweiten Jahr dem Wegfall der Zuckerquote schätzt das USDA die europäische Produktion von Rohzucker auf 19,5 Mio. t und  damit 0,8 Mio. t kleiner als bei der vorigen Prognose im Mai.

Außerdem wäre die europäische Produktionsmenge 1,4 Mio. t kleiner als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2017/18 mit 20,9 Mio. t. Das war die bislang größte in der Europäischen Union erzeugte Zuckermenge.

Trotz der kräftig nach unten korrigierten Produktion wird der Verbrauch von rund 18,8 Mio. t noch immer deutlich übertroffen. Die europäischen Importe verharren im aktuellen Wirtschaftsjahr auf dem sehr niedrigen Niveau von 1,5 Mio. t zurück.

Gleichzeitig schrumpft jedoch auch der europäische Export von Zucker von 3,6 Mio. t auf 3,0 Mio. t. Die europäischen Endbestände gehen von 2,2 Mio. t auf 1,5 Mio. t zurück.

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