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Rapsmarkt

Günstiges Palmöl macht dem Raps Probleme

am
20.06.2019

Verdrängt Palmöl immer mehr Rapsöl in Biodiesel? Diese Gefahr sieht die Ufop. Das Tropenöl war zeitweise günstiger als Dieselkraftstoff.

 Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanze n (UFOP) befürchtet, dass mehr Palmöl in Biodiesel verwendet wird. So seien die Preise für Palmöl seit Januar 2017 auf ein sehr niedriges Niveau gesunken. Zeitweise war Palmöl sogar günstiger als Dieselkraftstoff. Damit könnten die Biodieselhersteller weniger Rapsöl benötigen.

Ursächlich für diese Entwicklung ist vorrangig das weiter steigende globale Pflanzenölangebot, insbesondere bei Palmöl. Allein für Indonesien schätzen Experten einen Anstieg von 37 Mio. t in 2017 auf 43 Mio. t im laufenden Jahr. Die Angebotsüberschüsse sorgten folglich für Kursdruck. Besonders deutlich verloren die Preise im November 2018 und sackten nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf ein Niveau, so niedrig wie zuletzt vor 9 Jahren.
 

Preiskapriolen festigen Marktposition von Palmöl

Preisvergleich Palmöl-Biodiesel

Im gleichen Zeitraum nahmen die Notierungen für Rohöl einen entgegengesetzten Verlauf. Diese stiegen kräftig an, bedingt durch Sanktionen der USA gegen den Iran und Selbstbeschränkungen der OPEC-Staaten hinsichtlich der Fördermengen.

Zudem begrenzten verringerte Förderleistungen in Russland und den USA das Angebot. In Deutschland erreichte Diesel ab Tanklager netto den Spitzenpreis von 68,14 Cent/l und damit ein 6-Jahreshoch. So überstieg Diesel im Juli 2018 erstmals die Linie der Palmölpreise und blieb für Wochen darüber.

Aus Sicht der UFOP wäre es absurd, wenn ausgerechnet Palmölkraftstoffe von diesen Preiskapriolen in 2019 profitieren würden und – gemessen am Absatz in 2019 – für die Jahre bis Ende 2023 und von diesem Niveau ausgehend bis 2030 absinkend ihre Marktbedeutung in der Europäischen Union geradezu „befestigen“ würden.

Biodiesel aus Palmöl muss bis 2030 auf Null sinken

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen erinnert an die Regelung in der neugefassten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II). Darin ist die Basismenge von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse mit hohem Risiko für Landnutzungsänderungen festgesetzt.

Dieser Regelung zufolge muss die Menge an „Palmölkraftstoffen“ (Biodiesel oder Hydriertes Pflanzenöl) ab Januar 2024 schrittweise bis 2030 auf „0“ Tonnen reduziert werden. Betroffen sind davon die Mengen, die im Jahr 2019 auf die nationalen Quotenverpflichtungen angerechnet werden.

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