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Erste Ernteprognose 2022 - IGC

Gute Nachrichten für die Getreidepreise - schlechte für den Hunger

getreidepreise und neue getreideernte.
am Donnerstag, 21.04.2022 - 15:42 (1 Kommentar)

Getreide wird knapp bleiben. Vor allem Mais und Weizen. Produktion und Bestände schrumpfen, während der Verbrauch weiter zunimmt. Gute Nachrichten für die Preise, schlechte für den Hunger.

Globale Getreideernte 2022.

Die globale Getreideproduktion im Jahr 2022/23 wird nach der ersten Prognose des IGC ingesamt um 13 Millionen Tonnen zurückgehen auf 2.276 Millionen Tonnen. Gleichzeitig wird der Verbrauch um 21 Millionen Tonnen zunehmen. Das Resultat: Die globalen Bestände schrumpfen sehr kräftig um 27 Millionen Tonnen und das Wichtigste: Die Getreidepreise werden voraussichtlich hoch bleiben.

Der Grund: Die Welt ist weiterhin knapp mit Getreide versorgt. Nach Einschätzung des IGC schrumpft die Produktion bei den Getreidearten jedoch unterschiedlich stark. So beinhaltet der prognostizierte Rückgang der gesamten Getreideproduktion eine Reduktion bei Mais um 13 Millionen Tonnen, bei Sorghum um 2 Millionen Tonnen und bei Weizen um 1 Millionen Tonnen. Gleichzeitig rechnet der IGC jedoch mit Zuwächsen bei Gerste um 2 Millionen Tonnen und bei Hafer ebenfalls um 2 Millionen Tonnen.

Was den Verbrauch betrifft, geht es genau anders herum: Obwohl das Wachstum der Futter- und Lebensmittelverwendung bei Getreide wegen der hohen Preise abgebremst wird, erwartet der IGC, dass der Weltverbrauch einen neuen Höchststand erreichen wird. Beim Welthandel mit Getreide gehen die IGC-Analysten indessen davon aus, dass es den zweiten Rückgang in Folge gibt, diesmal um 9 Millionen Tonnen auf 407 Millionen Tonnen. Dabei soll der Weizenhandel jedoch relativ stabil bleiben.

Trotz größerer Lagerbestände zum Ende der noch laufenden Saison - wegen der Exportprobleme der Ukraine - wird erwartet, dass das weltweite Getreideangebot (Produktion plus Anfangsbestände) schrumpft. Grund ist der vergleichsweise stärkere Rückgang der Produktion. Obwohl das Konsumwachstum voraussichtlich langsamer ist als in der Vergangenheit, sind die Lagerbestände zum Saisonende stark rückläufig, warnt der IGC.

Ukrainekrise führt zu Rückstau bei Exporten

Für die noch laufende Saison 2021/22 hat der IGC die globale Gesamt-Getreideproduktion auf einen Rekordwert von 2.287 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Anstieg von 3 % gegenüber dem relativ schwachen Vorjahr entspricht.

Mit einem Angebotszuwachs von 51 Millionen Tonnen zum Vorjahr, der nicht vollständig durch einen stärkeren Verbrauch von 45 Millionen Tonnen absorbiert wird, werden die prognostizierten Lagerbestände um 7 Millionen Tonnen auf 608 Mio.Tonnen ansteigen, einschließlich einer großen Anhäufung nicht exportierten Getreides in der Ukraine.

Wegen der anhaltenden Aussetzung der Exporte vom Schwarzen Meer wird der Welthandel voraussichtlich sehr deutlich um 12 Millionen Tonnen auf 416 Millionen Tonnen zurückgehen.

Fast ausschließlich aufgrund der nach oben revidierten Schätzung für die Maisernte Brasiliens, wird die Prognose für die weltweite Gesamtgetreideproduktion (Weizen und Grobgetreide) im Jahr 2021/22 um 3 Millionen Tonnen (im Monatsvergleich) auf 2.287 Millionen Tonnen angehoben, was einem Anstieg von 3 % im Jahresvergleich entspricht.

Der weltweite Verbrauch wird um 4 Millionen Tonnen höher als im Vormonat erwartet, so dass die kumulativen weltweiten Endbestände um 1 Millionen Tonnen niedriger sind als zuvor.

Neue Sojaernte deutlich größer erwartet

Bei Soja meldet der IGC für die laufende Saison eine weitere Reduzierung des Angebots: Grund ist die Reduktion der Ernte auf der Südhalbkugel. So wird die weltweite Sojabohnenproduktion 2021/22 mit 349 Millionen Tonnen (-5% im Jahresvergleich) nochmals etwas niedriger geschätzt als im Vormonat.

Wegen einer gleichzeitigen (preisbedingten) Kürzung des Verbrauchs, werden die erwarteten Lagerbestände jedoch etwas nach oben korrigiert, wobei es jedoch immer noch bei einem starken Bestandsabbau zum Vorjahr von 13 Millionen Tonnen bleibt.

Angesichts der Anzeichen einer deutlichen Verlangsamung der aktuellen brasilianischen Exporte, wird für den Handel eine um 4 Millionen Tonnen niedrigere Ausfuhrmenge von 155 Millionen Tonnen erwartet.

Im neuen Jahr erwartet der IGC jedoch eine deutliche Entspannung der Lage am Sojamarkt: Wegen der deutlichen Erholung der Produktion in den drei Hauptproduktionsländern (USA, Brasilien und Argentinien), wird für 2022/23 ein Anstieg der Weltproduktion um 10 % bzw. 34 Millionen Tonnen auf 383 Millionen Tonnen erwartet, wobei auch der Verbrauch und die Lagerbestände steigen werden.

Der Soja-Handel soll danach um 7 % bzw. 11 Millionen Tonnen auf 166 Millionen Tonnen im Jahresvergleich zunehmen.

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