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Strafzölle

Handelsstreit: Rapspreise behaupten sich erstaunlich gut

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Josef Koch, agrarheute
am
05.04.2018

Die Ankündigung der Chinesen auch für Sojabohnen und Mais aus den USA Strafzölle einzuführen, hat die Märkte unter Druck gesetzt.

Die Chicagoer Terminbörsenkurse für Sojabohnen, Weizen, Mais und Schweinefleisch hatten im Zuge des derzeit eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China deutlich nachgegeben.

Auf den vorgestern veröffentlichten Plan der Washingtoner Regierung, Strafzölle auf die Einfuhren von chinesischen Waren im Wert von jährlich rund 50 Mrd. US-Dollar (40,63 Mrd. Euro) zu erheben, antwortete Peking mit der Ankündigung von Vergeltungszöllen. Während die Liste der Amerikaner unter anderem Landmaschinen, landwirtschaftliche Geräte und Anlagen sowie Impfstoffe für Tiere umfasst, führen die Chinesen unter anderem Sojabohnen, Mais und Rindfleisch auf. Hier wollen sie bis zu 25 Prozent Strafzölle erheben.

Die Akteure an der Warenterminbörse in Chicago reagierten vor allem mit den Verkauf von Sojabohnenfutures. So kostete der Kontrakt mit Fälligkeit im Mai gestern Morgen gegen 8.20 Uhr Ortszeit 9,98 $/bu (298 Euro/t). Das waren 3,9 Prozent weniger als der Eröffnungskurs. In den Abwärtssog gerieten auch die Futureskurse für Weizen und Mais.

Nachdem die USA inzwischen aber hat anklingen lassen, dass sie verhandlungsbereit seien, konnte sich die Sojabohnenkurse wieder erholen. Offenbar haben die Chinesen gestern auch die günstigeren Bohnenkurse zum Großeinkauf genutzt. Das stabilisierte die Börsenkurse zum heutigen Handelsbeginn wieder. 

Sojabohnen sind das wichtigste Agrarexportgut der USA. Von den betreffenden Ausfuhren entfielen nach Angaben der Washingtoner Statistikbehörde 2017 rund 32 Mio. t oder 58 Prozent auf China. Zweitwichtigster US-Kunde am Weltmarkt für Sojabohnen ist die Europäische Union.

Rapspreise konnten sich wieder erholen

Auch die europäischen Rapspreise hatte es am gestrigen Handelstag ordentlich gebeutelt. Zeitweise verloren die Notierungen für den Fronttermin Mai bis zu 4 Euro je Tonne. Allerdings konnten sich die Preise gegen Ende wieder erholen. Der Schlusskurs betrug 350,75 Euro je Tonne. Das war nur einen Euro schwächer als Anfang der Woche.

US-Schweinepreise kräftig gesunken

Unterdessen erhöhte sich der Druck auf die Chicago-Terminkontrakte auf frisches, mageres Schweinefleisch, nachdem China seit Montag für die Einfuhr von US-Schweinefleisch Strafzölle erhebt.

Der Future mit Fälligkeit im Mai wurde heute für 59,45 cts/lb (1,06 Euro/kg) Schlachtgewicht gehandelt. Das bedeutet im Vergleich zum Eröffnungskurs vom Montag ein Minus von 12 Prozent. Hinzu kommt, dass die US-Schweineproduktion im laufenden Jahr um gut drei Prozent wachsen soll.

Bei den Exporten von US-Schweinefleisch rangiert die Volksrepublik einschließlich Hongkong im Ranking der wichtigsten Auslandskunden bei der Menge auf Platz zwei und im Wert auf Rang drei.

Mit Material von AgE
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