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Herbstaussaat 2021

Herbst-Aussaat: Raps schlägt Weizen – Der Preis entscheidet

wintergetreide
am Mittwoch, 22.12.2021 - 12:58 (1 Kommentar)

Am Ende entscheidet (fast) immer der Preis. Auch darüber was angebaut wird.

Wer damit gerechnet hat, dass die hohen Weizenpreise die Aussaatflächen bei Winterweizen deutlich nach oben bringen, wird überrascht sein. Mit 2,88 Millionen Hektar haben die deutschen Landwirte im Herbst in etwa so viel Fläche mit Weizen bestellt wie im vorigen Jahr mit 2,87 Millionen Hektar.

Die Gründe dafür, dass die Ackerbauern angesichts der hohen Weizenpreise nicht mehr Fläche mit ihrer wichtigsten Kultur bestellt haben, liegen auf der Hand.

Zum einen könnten die sehr hohen Kosten beim Düngereinkauf und dann natürlich auch beim Düngereinsatz eine Rolle gespielt haben. Denn der Weizen ist eine relativ düngeintensive Kultur, will man in ausreichender Qualität und mit hohen Erträgen ernten.

Hinzu kommt jedoch: Die in Relation noch deutlich höheren Preise beim Raps. Derzeit liegt die Preisrelation zwischen Raps und Weizen bei 2,6 und das gibt es nur ganz selten.

Am Terminmarkt notiert Raps derzeit bei 750 Euro und Weizen bei 290 Euro je Tonne. Der Anreiz bei diesen ungewöhnlichen Preisrelationen ist also sehr hoch, anstelle mehr Weizen lieber etwas mehr Raps anzubauen. Und das haben die Bauern auch getan.

Hohe Preise puschen den Rapsanbau

Die Rapsfläche wächst im Vergleich zum vorigen Jahr – trotz fehlender Beizmittel und anderer Sorgen – um gut 86.000 Hektar auf 1,08 Millionen Hektar. Zugegeben – die deutschen Landwirte haben auch schon einmal auf mehr als 1,5 Millionen Hektar Raps angebaut. Doch das ist lange her (2007).

Fläche verloren hat in diesem Jahr der Roggen – obwohl auch hier die Preise durchaus akzeptabel waren – derzeit werden am Großmarkt in Hamburg noch immer 267 Euro je Tonne geboten. Doch die deutschen Bauern haben den Anbau um 37.000 Hektar auf 593.000 Hektar reduziert.

Fast ähnlich groß wie im vorigen Jahr blieb die Fläche bei Wintergerste – hier waren Absatzmöglichkeiten und Preise in diesem Jahr sehr gut. Derzeit bezahlt man für Futtergerste am Hamburger Großmarkt 257 Euro je Tonne.

Kein schlechter Preis, wenn man einmal auf das vorige Jahr schaut, als zum gleichen Zeitpunkt für Futtergerste in Hamburg 182 Euro notiert wurden. Das Statistische Bundesamt meldet fürs erste jedenfalls eine stabile Anbaufläche bei Wintergerste von 1,24 Millionen Hektar.

Kommentar

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