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MARS-Report

Herbstaussaat: Kostet ungünstige Witterung richtig Ertrag?

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Josef Koch, agrarheute
am
24.10.2017

Zu nass im Norden, zu trocken im Süden. Die Bedingungen für Herbstaussaat waren in Europa sehr unterschiedlich und in vielen Regionen nicht optimal.

In vielen Teilen Europas sind die Wetterbedingungen für die Herbstaussaat alles andere als optimal. So müssen Landwirte in Nordeuropa mit zu nassen Bedingungen für die Getreide- und Rapsaussaat klar kommen. Das geht aus dem aktuellen MARS-Report der EU-Kommission hervor. 

Besonders betroffen von den Aussaatverzögerungn bei Winterweizen, Wintergerste und Winterroggen sind die Ackerbauer im Vereinigten Königreich, in Irland, Schweden, Dänemark sowie in den Küstenregionen der Niederlande und in Norddeutschland. Auch im Baltikum, Finnland, Bulgarien und im östlichen Polen haben Landwirte die Aussaat des Wintergetreides wegen zu nasser Böden immer wieder unterbrechen müssen.

 

 

In Südeuropa fehlt der Regen

Ganz anders sieht es dagegen in Südeuropa aus. In Spanien und Portugal ist es nach wie vor zu trocken. Daher haben die Landwirte dort mit der Aussaat später begonnen. In Norditalien leiden die ausgesäten Bestände ebenfalls unter der Trockenheit. In der Ukraine haben sich die Witterungsbedingungen nach den Regenfällen im Oktober indes verbessert.

In den übrigen Regionen der EU sei laut EU-Kommission die Herbstaussaat indes weit fortgeschritten und dürfte bald erledigt sein.

Man darf gespannt sein, wie sich die vielfach eher ungünstigen Aussaatbedingungen für Raps und Getreide auf die Hektarerträge auswirken werden. Im Oktoberreport hat die EU-Kommission dazu noch keine Prognosen abgegeben.
 

Rapsflächen nicht überall bestellbar

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Rapsaussat. Während in Frankreich und Südwestdeutschland gute Bedingungen herrschten, konnten die Landwirte im norddeutschten Raum und in Polen nicht immer alle Flächen mit Raps bestellen und mussten die Fruchtfolge umplanen.

Auch im Vereinigten Königreich war es für die Rapsausaat viel nässer als üblich.

Aufgrund der guten Witterungsbedingungen in Frankreich und Südwestdeutschland stufen die EU-Expeten die Rapsbestände als "gut" ein.

 

 

Maiserträge abgesenkt

Nach unten angepasst hat die EU-Kommission ihre Ertragsschätzung für Körnermais. Gegenüber dem Septemberreport soll der EU-durchschnittsertrag nun bei 6,91 t/ha liegen, was 1,1 Prozent niedriger ist. Damit liegt in etwa auf dem fünfjährigen Mittel. Gegenüber dem Vorjahr sind die Maiserträge damit aber um 3,3 Prozent schwächer. 

Besonders stark ist der Rückgang in Österreich, Italien und in Osteuropa. Dagegen liegen die Hektarerträge in Deutschland mit 10,1 t/ha gut fünf Prozent über dem Vorjahr. Die französischen Maisanbauer können sich sogar über ein Ertragsplus von 13 Prozent auf 9,22 t/ha freuen. Noch positiver fallen die Erträge in Belgien und den Niederlanden aus. Dort geht der MARS-Report von einem Anstieg von 19 Prozent beziehungsweise 51 Prozent aus, was zu deutlich überdurchschnittlichen Erträgen führt.

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