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Ernte 2019

Herbstaussaat: Wintergetreide verdrängt Raps

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am
20.12.2018

Die deutschen Landwirte haben im Herbst eine deutlich größere Fläche mit Wintergetreide bestellt. Der Rapsanbau schrumpft dramatisch um ein Viertel.

Insgesamt wurde zur Ernte 2019 auf 5,43 Mio. ha Wintergetreide ausgesät. Im Vergleich zum vorigen Jahr ist dies eine kräftige Anbauexpansion um 438.800 ha bzw. knapp 9 Prozent.

Rapsanbau schrumpft um ein Viertel

Rapsfläche

Ein Grund für den starken Zuwachs der Aussaatfläche von Wintergetreide dürfte der drastische Rückgang des Rapsanbaus sein. Die Rapsfläche für die Ernte 2019 schrumpfte ein Viertel bzw. 306.400 ha auf nur noch 917.100 ha.

Das wäre die kleinste deutsche Rapsfläche seit 22 Jahren. Hauptursache für den starken Einbruch ist der extrem trockene Spätsommer. Dieser machte eine Aussaat in vielen Regionen praktisch unmöglich.

Ein weiterer Grund ist die preisbedingt deutlich verschlechterte Wettbewerbsfähigkeit von Raps gegenüber Weizen und Wintergerste. Unter normalen Verhältnissen geht man von einer Preisrelation von Raps zu Weizen von 2 zu 1 aus. Derzeit liegt dieses Verhältnis wegen der im Vergleich zum Weizen sehr niedrigen Rapspreise noch unter 1,8 zu 1. Das gab es zuletzt 2014.

Hohe Getreidepreise und freie Rapsfläche

Wintergetreide

Die hohen Getreidepreise sind neben dem „Freiwerden“ der witterungsbedingt nicht bestellten Rapsflächen die Ursachen für die starke Anbauexpansion bei Weizen, Wintergerste und Roggen.

Diese Entwicklung dürfte sich in ähnlicher Weise auch in anderen europäischen Ländern vollziehen. Die Folge wäre eine europaweite Ausweitung des Anbaus von Winterweizen und Wintergerste.

Bei Winterweizen meldet das Statistische Bundesamt eine Anbaufläche für die Ernte 2019 von 3,025 Mio. ha. Gegenüber dem vorigen Jahr haben die deutschen Landwirte den Winterweizenanbau um 133.400 ha bzw. knapp 5 Prozent ausgeweitet.

Deutlich mehr Gerste und Roggen angebaut

Roggenfläche

Bei Wintergerste wächst die Anbaufläche auf 1,372 Mio. ha. Das ist ein sehr kräftiger Flächenzuwachs von 156.400 ha bzw. 12,9 Prozent. Auch hier dürften die hohen Preise für Futtergerste sowie die nicht bestellten Rapsflächen den Ausschlag gegeben haben.

Den mit Abstand stärksten Sprung verzeichnete Roggen. Hier haben die Landwirte die Fläche um 114.700 ha bzw. 22 Prozent auf jetzt 637.000 ha ausgedehnt. Eine größere Roggenfläche gab es in Deutschland zuletzt vor 6 Jahren.

Auch hier dürften die sehr hohen Roggenpreise die Hauptursache für die Expansion sein. Eine Anbauausweitung meldet das Statistische Bundesamt außerdem bei Triticale. Hier betrug der Flächenzuwachs knapp 10 Prozent auf  391.800 ha.

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