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Ernteprognose

Hitze schwächt deutsche Getreideernte

am
16.07.2019
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Die Hitzewelle hat die deutsche Getreideernte geschmälert. Sie fällt 1,5 Mio. t niedriger aus als noch im Juni erwartet. Die neue DRV-Prognose.

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Die große Hitze in den vergangenen Wochen hat Spuren in den Getreidebeständen hinterlassen. Insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) deshalb in weiten Teilen seine Ernteprognose spürbar gesenkt. In vielen Regionen leiden die Landwirte zum zweiten Mal in Folge unter den Auswirkungen eines sich abzeichnenden Klimawandels.

Auch weltweit sinkt nach einem neuen USDA-Bericht die Weizenernte.

Der DRV geht in seiner aktuellen Schätzung von einer deutschen Getreideernte von 46,5 Mio. t aus. Im Juni lag die Prognose noch 1,5 Mio. t höher. „Allerdings liegt das Ergebnis weiterhin im Fünf-Jahres-Durchschnitt“, ergänzt der DRV-Getreideexperte Guido Seedler.

Beim Raps prognostiziert der Verband mit knapp 3 Mio. t ein Ergebnis nahezu wie im Vormonat. „Das enttäuschende Vorjahresergebnis wird damit noch einmal um rund 20 Prozent verfehlt“, stellt Seedler fest.

Raps/Weizen: Ernte beginnt zehn Tage früher

Die Ernte von Raps und Weizen hat je nach Region um bis zu zehn Tage früher als im Durchschnitt begonnen. Die bislang vorliegenden Ergebnisse reichen allerdings nicht aus, um belastbare Aussagen hinsichtlich der Qualitäten treffen zu können.

„Wir erwarten jedoch aufgrund der Witterung größere Unterschiede bei der Qualität und mehr Schmachtkorn als im Durchschnitt“, betont Seedler. Die Wintergerste ist zu einem hohen Prozentsatz gedroschen, in Frühdruschgebieten teilweise schon vollständig.

Hier die Juli-Prognose im Detail:

 

Juli 2019

(Mio. t)

Juni 2019

(Mio. t)

Weizen gesamt   23,86   24,70
Roggen     3,53     3,69
Wintergerste     9,85     9,99
Sommergerste     2,09

    2,15

Triticale

    2,38

    2,45
Hafer     0,65

    0,67

Raps

    2,97

    3,07

 

Körnermais erleidet erste Ertragseinbußen

AF-Trockenheit_mais

Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen haben das Getreide mit Ausnahme von Mais überwiegend in der Abreifephase getroffen. Daher sind die Ertragsminderungen bislang vergleichsweise gering ausgefallen.

Sollten in den kommenden Wochen weitere Trockenperioden eintreten, sind beim Körnermais deutliche Ertragseinbußen zu befürchten, die erhebliche Auswirkungen auf die Versorgungsbilanz von Futtergetreide haben werden.

In seiner Julischätzung geht der DRV noch von 4,1 Mio. t Körnermais aus. Das wären 24 Prozent mehr als im Dürrejahr 2018. Gegenüber Juni ist die Prognose um 0,3 Mio. t herabgesetzt.

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