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USDA-Schätzung

Hohe Welt-Sojaernte reicht für Bedarf nicht

am Freitag, 11.05.2018 - 08:29 (Jetzt kommentieren)

Im Wirtschaftsjahr 2018/19 wird die weltweite Sojabohnenernte deutlich steigen. Doch der Bedarf soll noch stärker zunehmen.

Sojabohnernte in Brasilien

Die Welternte an Sojabohnen wird im kommenden Wirtschaftsjahr 2018/19 um 5,3 Prozent auf 354,5 Mio. t klettern. Trotz des Anstieges wird die Erntemenge nach dem neuen Maibericht des US-Agrarministeriums (USDA) erneut nicht reichen, um den Bedarf an Sojabohnen zu decken. So gehen die US-Experten von einem Weltverbrauch an Sojabohnen von knapp 358 Mio. t aus, was nochmals 15,4 Mio. t mehr als in der laufenden Saison ist. Aufgrund der schlechten Ernte in Argentinien fehlen bereits 2017/18 rund 6 Mio. t, um den Bedarf von 342,4 Mio. t zu decken.

So werden die Weltendbestände nicht nur in dieser Saison um rund 4 Mio. t abschmelzen, sondern auch 2018/19. Das USDA sieht die Lagerbestände nur noch bei 86,70 Mio. t und damit 5,4 Mio. t niedriger als im Vorjahr.  Das für die Märkte wichtige Verhältnis von Bestand zum Verbrauch wird somit weiter zurückgehen. Betrug es 2016/17 noch 29,3 Prozent, soll es in der kommenden Saison 2018/19 nur bei 24,2 Prozent liegen.

Chinesen brauchen mehr Sojabohnen

Der Hunger der Chinesen nach Sojabohnen setzt sich fort. Den Bedarf sieht das USDA um 6 Mio. t auf 103 Mio. t steigen. Daher stellen sich viele Marktbeteiligte die Frage, ob eventuelle Strafzölle der Chinesen für US-Sojabohnen nicht eher den Asiaten schaden, weil sie dann höhere Preise für Sojabohnen zahlen müssten und ausschließlich auf südamerikanische Herkünfte angewiesen wären. Dieses Jahr zeigt, wie unsicher die Ernten in Südamerika sind. So sollen die Argentinier laut USDA nur 39 Mio. t Sojabohnen ernten. Ursprünglich waren weit über 50 Mio. t anvisiert.

Zumindest für die neue Saison ist die argentinische Ernte auf 56 Mio. t veranschlagt, die brasilianische Ernte auf 117 Mio. t, ebenso hoch wie für dieses Jahr. Die Prognose für Brasilien überrascht etwas. So ging vor kruzem der Branchendienst Oil World davon aus, dass die brasilianischen Landwirte aufgrund der guten Wirtschaftlichkeit des Sojanbaus im Herbst mehr Sojabohnen aussäen könnten.

Nur für das eigene Land USA sehen die US-Schätzer mit 116,5 Mio. t eine um 3 Mio. t niedrigere Sojaernte.

Gute Versorgungslage bei Raps

Blühender Rapsstengel

Die Versorgunglage beim Raps sieht das USDA indes für 2018/19 etwas entspannter. Die weltweite Rapsernte wird um 1,2 Mio. t auf 75,4 Mio. t anwachsen, so das USDA. Die Ernte wird für den globalen Bedarf von 75,1 Mio. t gut ausreichen. Daher bleiben die weltweiten Lagerbestände mit 6,5 Mio. t in etwa auf dem Niveau des laufenden Jahres.

Etwas enger könnte die Versorgungslage in der EU werden. Hier sollen die in 2017/18 kräftig gestiegenen Lagerbestände leicht um 200.000 t auf 1,2 Mio. t zurückgehen. Die EU-Rapsernte sehen die US-Schätzer bei 22,4 Mio. t. Das wären nur 200.000 t mehr als in dieser Saison.

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