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Wetterextreme und Getreidepreise

Hurrikan Ida unterbricht den globalen Getreidehandel – das hat Folgen

Getreidesilo.
am Mittwoch, 01.09.2021 - 11:48 (1 Kommentar)

Hurrikan Ida hat schwere Zerstörungen an den Getreide-Terminals an der US-Golfküste angerichtet und den Getreidehandel unterbrochen.

getreidehafen

Zusätzlich belasten großflächige Stromausfälle die Reparaturarbeiten und den Getreidehandel. Starke Regenfälle und Überschwemmungen treffen außerdem die Felder und die Viehbestände im Landesinneren, wo der Sturm weiterhin wütet.

„Idas Ausläufer überquerten am Dienstag das Tennessee-Valley und ziehen am Mittwoch und Donnerstag Richtung Mittelwesten und Nordosten." In seinen Agrarwetter-Highlights vom Dienstag wies das USDA-Büro darauf hin, dass „die Rettungsbemühungen nach dem Hurrikan in den am stärksten betroffenen Gebieten im Südosten von Louisiana fortgesetzt werden.

Einige Gebiete im Landesinneren, hauptsächlich im Osten von Louisiana sowie im zentralen und südlichen Mississippi, kämpfen zudem mit großen Flussüberschwemmungen.

Mehr als eine Million Menschen waren am Dienstagmorgen im Bundesstaat Louisiana immer noch ohne Strom, zwei Tage nach dem Hurrikan Ida als extrem gefährlicher Sturm der Kategorie vier auf die Küste des Staates stürzte.

Viele Gemeinden und Unternehmen in Louisiana sehen sich nun wochenlang mit der Aussicht konfrontiert, dass es keinen Strom gibt, berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Zerstörte Getreide-Terminals und kein Strom

Getreidesilo.

Hurrikan Ida beschädigte einen großen Getreideexportterminal, der dem globalen Getreidehändler Cargill gehört, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Andere große Exportunternehmen befürchten, dass ihre Getreideanlagen wochenlang nicht mit Strom versorgt werden könnten, nachdem der Sturm einen der größten US-Getreideexporthäfen massiv beschädigt hatte.

Cargill berichtete gegenüber Reuters, dass seine Terminals entlang des Mississippi, in der Nähe des Golfs von Mexiko, „erheblichen Schaden erlitten“ haben, als der Sturm an Land tobte. Auch andere große Getreideexporteure wie Bunge und Archer-Daniels-Midland (AMD) gaben an, dass sie daran arbeiten, die massiven Schäden an ihren Exportterminals in der Region zu beseitigen.

Der Sturm hat die Getreide- und Sojabohnenausfuhren von der Golfküste, die etwa 60 Prozent der gesamten US-Getreide-Exporte ausmachen, zu einer Zeit unterbrochen, in der das globale Angebot sehr knapp ist und die Nachfrage aus China stark.

Bilder des stark beschädigten Cargill-Terminals, mit einem verdrehten und teilweise zusammengebrochenen Getreidefördersystem, kursierten auf Twitter und wurden unter Getreidehändlern und Transportunternehmen geteilt, schreibt Reuters in einer Mitteilung.

Getreidepreise zunächst gefallen – Transport unterbrochen

Die Preise für Getreide, das per Schiff an die Golfterminals für den Export geliefert wird, gingen zunächst stark zurück. Der Grund: Viele Händler befürchten offenbar einen längeren Ausfall von Exporten. So können die noch vorhandenen Bestände und das Getreide der unmittelbar bervorstehenden Ernte im Mittelwesten nicht abfließen, sagen jedenfalls US-Analysten. Auf der anderen Seite würde das US-Getreide am knapp versorgten Weltmarkt spürbar fehlen - und dort die Getreidepreise nach oben treiben. Ein zweigeteilter Markt also.

Eine umfassende Bewertung der Schäden an den Exportterminals und den Getreide- und Ölsaatenverarbeitungsanlagen durch die großen Getreidehändler Bunge, Archer-Daniels-Midland und Cargil steht bislang noch aus.

Fakt ist jedoch, dass die Stromversorgung in vielen Anlagen für längere Zeit unterbrochen ist, und niemand weiß, wann sie wiederhergestellt werden kann. Unterdessen sagt die Nachrichtenagentur Bloomberg: „Hurrikan Ida unterbricht die Getreideexporte im wichtigsten Agrarhafen der USA, ein Problem, das sich ausweiten könnte, wenn die Ernte in den kommenden Wochen richtig Fahrt aufnimmt.

Farmer im Mittleren Westen werden jedenfalls bald damit beginnen, Mais und Sojabohnen zu ernten, und ein großer Teil davon fließt dann den Mississippi hinunter, wo das Getreide üblicherweise über den Golf von Mexiko in die ganze Welt verschifft wird.

Die USA sind der weltweit größte Maislexporteur und einer der wichtigsten Weizen- und Sojalieferanten für die übrige Welt. Wenn Getreidehändler und Hafenterminals weiter mit Stromausfall und baulichen Schäden zu kämpfen haben, dürfte dies nicht ohne Einfluss auf die ohnehin schon knappe globale Versorgung und auf die Getreidepreise bleiben.

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