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Kältewelle und Getreidemärkte

Kälteschock: Das sind die Folgen der polaren Kältewelle für die Bauern

wintergetreide.
am Mittwoch, 28.04.2021 - 06:30 (2 Kommentare)

In weiten Teilen Europas herrschte im April eine polare Kältewelle. Die Folgen für die Kulturen waren aber sehr unterschiedlich.

Wetterkarte.

In vielen Teilen Europas herrschten im März und dann auch im April deutlich kältere Temperaturen als üblich. Die Mindesttemperaturen an den kältesten Tagen gehörten nach den Aufzeichnungen der europäischen Crop-Monitoring-Agentur (MARS) zu den niedrigsten der letzen 40 Jahre.

Der Kälteeinbruch erfolgte in einem breiten Band von Schottland bis nach Süditalien und Griechenland. Die sehr kalten Temperaturen in dieser Zeit standen in starkem Kontrast zu einer zwischenzeitlichen Anomalie mit sehr warmem Wetter Ende März. In den Mittelmeerregionen und in großen Teilen West- und Mitteleuropas sind zudem bereits deutliche Regendefizite zu verzeichnen.

Die kalten und trockenen Wetterbedingungen behinderten zudem das Wachstum und die Entwicklung der Winterkulturen und verursachten außerdem Verzögerungen bei der Aussaat und dem Auflaufen der Sommerkulturen, berichtet MARS weiter. Da es aber noch früh in der Saison ist, sind die negativen Auswirkungen auf erwarteten Erträge noch relativ begrenzt.

Nur in wenigen Fällen wurden die Ertragsprognosen nach unten korrigiert. Betroffen sind: Raps und Hartweizen sowie Sommergerste und Zuckerüben. Die Auswirkungen der Kältewelle auf  den Weinbau und den Obsanbau waren hingegen schwerwiegend.

Der kälteste April seit 40 Jahren – größere Schäden bei Obst und Wein

Ertragsprognose.

Nach außergewöhnlich warmen Tagen Ende März, waren die Temperaturen während der Kälteperiode im April auf die niedrigsten Werte gefallen, die seit 1979 für diese Jahreszeit in weiten Teilen Europas gemessen wurden, berichtet MARS. Doch die Crop-Monitoring-Agentur geht davon aus, dass die Auswirkungen auf die neue Ernte relativ begrenzt sind. Die Schäden an Obstbäumen und Reben dürften hingegen schwerwiegend sein.

Die am stärksten betroffenen Regionen waren: Frankreich, Mittel- und Norditalien, Slowenien, Kroatien, Ungarn, die Slowakei und Nordgriechenland. Dabei war bereits der März durch außergewöhnliche Temperaturschwankungen aufgefallen. Zunächst trat Mitte März eine ausgeprägte Kältewelle auf. In dieser Phase fielen die Temperaturen in Mitteleuropa, Frankreich, Spanien, Italien und ganz Südosteuropa 2 bis 4 ° C unter den langjährigen Durchschnitt. Die Tiefsttemperaturen lagen in Mitteleuropa und auf dem Balkan unter -5 ° C  – und regional ging es bis auf -10 ° C nach unten.

Auf das sehr kalte Wetter folgte dann Ende März und in den ersten April-Tagen in weiten Teilen Europas eine außergewöhnlich warme Wetteranomalie. In Mittel-, West- und Südwesteuropa lagen die Temperaturen 2 ° C bis 4 ° C über dem langjährigen Mittel, wobei die Höchstwerte über 21 ° C lagen.

Polare Kältewelle schädigt Raps, Sommergerste und Zuckerrüben

Weizenerträge.

Diese sehr warme Periode endete nach dem 4. April mit dem Eindringen von Polarluft in Richtung West-, Mittel- und Südeuropa. Die Temperaturen fielen praktisch europaweit unter 0 ° C, berichtet MARS. In mehreren Regionen Frankreichs, Nord- und Mittelitaliens, Süddeutschlands, Österreichs und Südosteuropas wurden Temperaturen unter -5 ° C gemessen. Regional fielen das Thermometer auch unter -10 ° C.

Die Anfang April gemessen Temperaturen waren die niedrigsten seit 1979. Nach den Modellsimulationen von MARS hat die intensive Kältewelle im April europaweit jedoch keinen wesentlichen Schaden am Winterweizen verursacht.

Dagegen hat der Frost einige Schäden an den früh gesäten Sommerkulturen wie Sommergerste, Zuckerrüben und Kartoffeln verursacht. Betroffen war die Sommergerste insbesondere in der Slowakei, in Tschechien und in Nordungarn durch eine Kombination aus kalten und trockenen Anomalien, berichtet MARS.

Niedrige Temperaturen in Frankreich haben außerdem auch Hartweizen und Raps geschädigt, die während des empfindlichen Blühstadiums sehr niedrigen Temperaturen ausgesetzt waren. Ein Teil der früh gesäten Zuckerrüben muss neu gesät werden.

In den Hauptproduktionsregionen für Zuckerrüben und Kartoffeln waren die meisten dieser Kulturen jedoch noch nicht aufgelaufen oder im Boden und es wird erwartet, dass sie nur geringe oder keine Schäden erlitten haben.

Mit Material von The JRC MARS Bulletin – Crop monitoring in Europe

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