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Marktfrucht

Kartoffelernte beginnt: Trockenheit könnte Angebot verknappen

Kartoffelernte
am Montag, 18.07.2022 - 08:49 (Jetzt kommentieren)

Die Ernte der Frühkartoffeln kommt in Gang. Wie gut das Jahr für die Anbauer noch wird, hängt davon ab, ob und wann es regnet. Es bleibt eine Zitterpartie;

Es geht wieder richtig los: Schleswig-Holstein meldet den Beginn der Frühkartoffelernte. Nach einem nicht optimalen Frühjahr, konnten sich die Pflanzen gut entwickeln. Und so ist auch die Qualität der Ware gut. In anderen Landesteilen sieht es nicht ganz so rosig für die Kartoffel aus: Trockenheit bedroht hier die Erträge. Der Norden hatte bislang Glück. Es hat ausreichend Regen gegeben. Und die Anbauer freut es. In Schleswig-Holstein vermarkten sie die Frühkartoffeln zumeist direkt. Die ersten Knollen sind bei Verbrauchern beliebt und der Verbraucherpreis liegt laut Landwirtschaftskammer zwischen 0,99 und 2,99 Euro pro Kilogramm.

Aber Frühkartoffeln machen nur 450 Hektar der Anbaufläche aus. Insgesamt wachsen Kartoffeln in Schleswig-Holstein auf 6000 Hektar. Für die Haupternte im Herbst sieht es vielversprechend aus, die Kartoffeln im Norden entwickeln sich weiterhin gut. Das liegt auch am Regen in den vergangenen Wochen.

Trockenheit gefährdet die Kartoffelernte

In anderen Landesteilen sieht es nicht ganz so gut aus. Große Teile Deutschlands leiden mindestens unter schwerer Dürre. Das belastet das Wachstum der Kartoffel. Sie bilden keinen guten Ansatz und setzen später zu wenige Knollen an. Niedersachsen als größter Kartoffelerzeuger der Republik trifft das heftig. Im Juni ging hier die Niederschlagsmenge im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 um fast die Hälfte zurück; nur 40 Liter pro Quadratmeter stat 76.

Nachfrage ist höher, die Preise ziehen nach

Wie sich das langfristig auf die Preise auswirken wird, bleibt abzuwarten. Die Erzeugerpreise liegen jetzt mit den stärker nachgefragten Frühkartoffeln bei 39,12 Euro/dt und damit 4,49 Euro über dem der Vorwoche. Letztes Jahr lag der höchste Preis bei 46,88 Euro/dt, 2019 sogar bei 67,33 Euro/dt. Am Terminmarkt werden die Verarbeitungskartoffeln für den November derzeit mit 15,33 Euro/dt gehandelt.

Anpassung an Dürre

Da die Klimakrise so schnell nicht weggehen wird, müssen Kartoffelbauern umdenken. Schon jetzt kann sich bei Kartoffeln die Bewässerung lohnen. Wo sie erlaubt ist. Doch wenn das Wasser generell knapp wird, braucht es neue Sorten, die mit den neuen Bedingungen besser klarkommen. Dazu gehört nicht nur eine größere Gefahr durch Trockenheit sondern auch ein anderes verhalten und Aufkommen von Schadinsekten. Allein Blattläuse freuen sich über mildere Winter. Doch bis eine neue Sorte markreif ist, dauert es durchaus zehn Jahre.

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