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Kartoffelernte

Kartoffeln: Deutsche Ernte verfehlt mehrjährige Ergebnisse

am Donnerstag, 26.09.2019 - 10:08 (Jetzt kommentieren)

Deutschlands Kartoffelernte ist dieses Jahr nach vorläufigen Ergebnissen unterdurchschnittlich ausgefallen, trotz einer deutlich größeren Anbaufläche. Chancen für steigende Preise?

Abladen Kartoffeln am Feldrand

Deutsche Bauern haben dieses Jahr rund 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das sind rund 6,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr (8,9 Millionen Tonnen), jedoch 0,9 Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt. Dies schätzt der Sachverständigenausschuss von Bund und Ländern in der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“. Das endgültige Ergebnis kann von der jetzigen Vorschätzung allerdings noch abweichen, die Haupternte ist aktuell in vollem Gange.

Ähnlich wie in 2018 – allerdings weniger stark ausgeprägt – litt der Kartoffelanbau viel­fach unter widrigen Witterungsbedingungen in Form von Hitze und zu geringer Boden­feuchte. Das Ertragspotenzial konnten Landwirte meist nur mit hohem Beregnungsaufwand voll ausschöpfen. Wo diese Möglichkeit nicht bestand, fielen die Erträge eher mäßig aus. 

Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln sind stabil, reichen jedoch nicht an das hohe Vorjahresniveau heran. Die Verbraucherpreise für Kleingebinde (1 bis 2,5 kg) verharren in etwa auf dem Vorjahresniveau. Vorwiegend festkochende Knollen kosten im Bundesschnitt Ende September rund 18,14 Euro/t. Ein Jahr zuvor lag der Preis bei 23,68 Euro/t. Die Chancen auf anziehende Preise sind aber laut AMI-Experten vorhanden.

Veredlungsware notierte in den vergangenen Tagen an der Börse EEX Leipzig knapp über 15 Euro/t (Kontrakt April 2020). Im Juli, als die Hitzewelle über Deutschland zog, sprangen die Kurse kurzzeitig sogar über 20 Euro/t.

Fast 10 Prozent mehr Kartoffeln angebaut

Die vorläufigen Ergebnisse der Bodennutzungshaupterhebung weisen für 2019 rund 276.300 Hektar Anbauflächen für Kartoffeln aus. In Relation zum Vorjahr ist das ein Plus von 9,6 Prozent, gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt gar ein Plus von 12,8 Prozent.

Mit Ausnahme von Thüringen und Hessen wurde der Kartoffelanbau in allen Bundesländern ausgeweitet. Spitzenreiter bei der Anbaufläche bleibt Niedersachsen mit einem Flächenanteil von aktuell 45 Prozent, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 15 Prozent.

 Auch in den Nachbarländern mit bedeutendem Kartoffelanbau wie Frankreich, Niederlande und Belgien wurden in diesem Jahr deutlich mehr Kartoffeln angepflanzt. Höhere Erzeugerpreise nach der knappen Ernte 2018 und die anhaltend wachsende Nachfrage nach Verarbeitungskartoffeln, zum Beispiel für Pommes Frites und Chips, kamen der Wettbewerbsfähigkeit der Kartoffel im Vergleich zu anderen Ackerkulturen zugute.

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