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MARS-Report

Kartoffeln: Müssen Briten Ernte aufs Frühjahr verschieben?

am Dienstag, 26.11.2019 - 09:33 (Jetzt kommentieren)

Wegen zu nasser Witterung können Briten und Iren womöglich nicht alle Kartoffeln ernten. In Südosteuropa leidet die Maisernte unter Trockenheit.

Überflutung

Die Witterungsbedingungen für die Ernte von Kartoffeln, Zuckerrüben und Körnermais sind in der EU sehr unterschiedlich. Während es im Nord-, Westeuropa und in Italien seit Oktober einen Regenüberschuss gab, ist es in Südosteuropa viel zu trocken und zu heiß.

Besonders hart trifft es dieses Jahr Briten und Iren. Wegen zu häufigen Niederschlägen und übernässter Felder ist die Kartoffel- und Rübenernte stark verzögert. Sollte sich das Wetter nicht, schnell bessern, müssen die Landwirte einen erheblichen Anteil ihrer Kartoffelernte auf das kommende Frühjahr verschieben, schätzt der EU-Prognosedienst in seinem aktuellen Mars-Report. Entsprechende Qualitäts- und Mengeneinbußen werden die Folge sein.

Die Kartoffelernte in den Benelux-Staaten haben die Landwirte dagegen fast abgeschlossen, trotz häufiger Regenfälle.

Die Ernteverzögerungen in England könnten die Kartoffelpreise an der Teminbörse noch weiter festigen. Derzeit notiert der Liefermonat April 2020 mit 17,50 Euro/dt leicht unter seinem Hoch von Mitte November. Damals erreichte er 17,90 Euro/dt.

Wenig Probleme bei der Kartoffel- und Rübenernte gab es laut MARS-Report in Deutschland. Inzwischen dürfte sie in allen Regionen abgeschlossen sein. Sehr gute Erntebedingungen herrschten in Polen. Aufgrund des guten Herbstwetters ist die Rübenernte dort planmäßig verlaufen. 

Weniger Körnermais in Südosteuropa

Auch in Südosteueropa, speziell in Rumämien, leiden die Landwirte unter dem Wetter. Allerdings ist es dort zu trocken und zu heiß. Die Maisernte wird dort laut EU-Prognosedienst niedriger als erwartet ausfallen.

In Nordwestdeutschland und Frankreich dagegen kam es bei der Körnermaisernte wegen anhaltender Regenfälle in einigen Regionen immer wieder zu Verzögerungen. 

Relativ wenig Probleme mit Wintergetreideaussaat

Trotz der widrigen Witterungsbedingungen in Nord- und Westeuropa scheint die Aussaat von Wintergetreide relativ gut gelaufen zu sein. In vielen Ländern ist die Aussaat weitestgehend beendet.

In Großbritannien, Irland und den Beneluxländern kam es allerdings zu Verzögerungen. Aufgrund der sinkenden Temperaturen geht das Aussaatfenster laut MARS-Bericht jedoch nun zu Ende. Damit sind geringere Anbauflächen für Wintergetreide zu erwarten. In Frankreich ist wegen der ständigen Aussaatunterbrechungen im November mit einer geringeren Weichweizenfläche zu rechnen. 

Die Regenfälle in den vergangenen Monaten haben dagegen dem Raps sehr gut getan. Nach der Aussaat war es im August und September vielfach zu trocken und die Bestände sind schlecht aufgelaufen. Vor allem in Deutschland konnten sich die Bestände erholen. Größtenteils trifft dies auch auf Frankreich zu. In einigen Regionen drohen aber Überschwemmungen der Felder.

In Großbritannien sind laut EU-Prognosedienst die frühgesäten Rapsbestände in einem guten Zustand, die spätgesäten dagegen einem hohen Krankheitsdruck ausgesetzt. Die Anbaufläche ist dort leicht unter Vorjahr, so der EU-Prognosedienst.

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