Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Vermarktungstipp

Kartoffeln: Vermarkten Sie jetzt Teilmengen

am Donnerstag, 05.07.2018 - 15:12 (Jetzt kommentieren)

Die hohen Preise am Terminmarkt für Veredlungskartoffeln sollten Landwirte nutzen, um Teilmengen zu vermarkten. Die Börsenkurse versprechen derzeit höhere Gewinne als am physischen Markt.

Kartoffeln werden überladen

Die Trockenheit in vielen Kartoffelanbaugebieten lässt die Kurse an der Börse EEX Leipzig in die Höhe schießen. Dabei wird die Kartoffelanbaufläche zur Ernte 2019 laut den Statistikern in Westeuropa auch in diesem Jahr wieder wachsen. Auch der Veredlungskartoffelabsatz wächst stetig.

„Was am Terminmarkt registriert wird, wird vom Kassamarkt oft lange ignoriert,“ stellt Unternehmensberater Hans Jürgen Hölzmann von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen fest. So sind am Terminmarkt derzeit Käufer mit Angeboten von um die 20 Euro/dt für Lieferung April 2019 unterwegs.

Hohe Basisprämie zwischen 3 und 5 Euro/dt

Die Basis, also Differenz Terminmarktkurs zu Kassamarktpreis, betrug in den ersten Julitagen knapp 5 Euro/dt. Das waren bei einer Terminmarktabsicherung rund 3.000 Euro/ha Mehrerlös gegenüber den bisherigen Kassamarktverträgen. Die Terminmarktkurse versprechen laut Hölzmann satte Gewinne.

Ende der ersten Juliwoche hat sich die Basis aber auf 3 Euro/dt verengt, weil am Kassamarkt die Kurse auf etwa 17 Euro/dt angezogen sind. Die höheren Preise für die neue Ernte täten nicht nur den Betrieben gut, die zurzeit die Restmengen der Ernte 2017 mit 2 bis 3 Euro/dt verkaufen müssen. „Eine Absicherung am Termin- oder Kassamarkt bei den Veredlungskartoffeln hat zurzeit absolute Priorität,“ rät Hölzmann.

Auf ausreichende Liquidität achten

Wie die Terminmarktkurse der letzten Jahre zeigen, ist der Terminkontrakt April 2019 gut unterwegs. Bei genauer Betrachtung fielen die Kurse nur für den Aprilkontrakt 2012 (Ernte 2011) und den Aprilkontrakt 2018 (Ernte 2017) nach gutem Frühstart wieder nach unten. Dahingegen zeigten 4 Jahre bei gutem Start auch „Standing“. Das heißt, es wurden erfolgreiche Jahre für die freie Ware.

Wer größere Mengen am Terminmarkt absichert, sollte sorgfältig auf die Liquidität achten, beziehungsweise sich diese besorgen.

Fakt ist: Die Witterung der nächsten Wochen wird zeigen, wohin die Reise geht. „Unabhängig davon ist es eine günstige Zeit für eine Teilvermarktung, wenn man aufgrund der Witterung und aufgrund der bisher getätigten Verkaufsmengen noch genügend sichere, freie Ware zur Verfügung hat“, meint der Unternehmensberater.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...