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Ernte 2018

Kleine Kartoffelernte, aber gute Preise

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am
26.09.2018
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Die Trockenheit des Sommers 2018 drückt auch die Kartoffelernte nach unten.

Kartoffelernte Deutschland

Voraussichtlich werden rund 8,7 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das sind nach Schätzungen des Sachverständigenausschusses von Bund und Ländern zur „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ rund 25 Prozent weniger als im Vorjahr.

Mit 11,7 Mio. t lag die vorige Ernte allerdings auch deutlich über dem langjährigen Mittelwert. Aber auch die Erntemengen seit der Jahrestausendwende werden mit der sehr kleinen Ernte 2018 durchweg sehr deutlich verfehlt.

Das endgültige Ergebnis kann von der Vorschätzung allerdings noch abweichen, da die Haupternte noch im Gange ist.

Europaweit Schwache Ernten und gute Preise

EZP Kartoffeln

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den anderen wichtigen nordwesteuropäischen Kartoffelanbaugebieten wie Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Belgien herrschten im Sommer 2018 Hitze und Trockenheit.

Auch dort fällt die Ernte deshalb spürbar niedriger aus als 2017. Hinzu kommt eine relativ lebhafte Nachfrage der Industrie nach Verarbeitungskartoffeln für die Herstellung von Pommes Frites und Chips.

Die Erzeugerpreise für Kartoffeln übertreffen vor diesem Hintergrund das extrem niedrige Vorjahresniveau deutlich. Derzeit begommen die Landwirte im Bundesmittel für überwiegend festkochende Kartoffeln Preise von 23,70 Euro je dt gezahlt, im Vergleich zu 12,60 Euro je dt im vorigen Jahr.

Erträge brechen um ein Viertel ein

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Die Frühkartoffelernte blieb von witterungsbedingten Einbußen weitgehend verschont. Anders sieht es hinsichtlich der Haupternte aus. Bei den mittleren und späten Kartoffelsorten führten die lang anhaltende Hitze und Trockenheit zu Mengen- und Qualitätseinbußen, soweit nicht durch Beregnung gegengesteuert werden konnte.

Die derzeitigen Rodeergebnisse weisen mit 350 Dezitonnen je Hektar ein Minus von 25 Prozent aus. Ähnlich niedrige Erträge waren zuletzt im Dürresommer 2003 zu verzeichnen. Insbesondere in Süddeutschland gab es Standorte mit durchaus zufriedenstellenden Erträgen.

In Ostdeutschland fielen die Ertragseinbußen dagegen besonders groß aus. Dort, wo es in den letzten Wochen ausreichend Niederschläge gab, herrschen gute Rodebedingungen. An anderen Standorten hindern zu trockene Böden den Fortgang der Erntearbeiten.

Mit Material von Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL)
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