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USDA-Report

Kleinere globale Weizenernte treibt Preise nach oben

Weizenernte
am Freitag, 13.07.2018 - 10:16 (Jetzt kommentieren)

Mit einem kräftigen Preisanstieg beim Weizen reagierten die Terminmärkte in Chicago und Europa auf die Daten und Prognosen aus dem neuen USDA-Report.

Hauptursache für den Preisanstieg war die aus Witterungsgründen kräftig nach unten korrigierte Weizenernte in Europa. Auch für Russland schrumpfte die Prognose wegen der trockenheitsbedingten Mindererträge in Südrussland weiter.

Eine kleinere Ernte als im Vormonat erwartet das USDA außerdem auch in der Ukraine und in Australien. Nach oben ging es diesmal wegen der sehr hohen Ernteprognosen bei Sommerweizen für die Weizenernte der USA.

Trotz der größeren US-Ernte sind die Weizenpreise am US-Terminmarkt in Chicago am Donnerstag um 2,7 % auf 172,6 USD/t gestiegen. Am europäischen Terminmarkt notierten die Weizenpreise 2,75 Euro höher bei 181,50 Euro/t.

Am heutigen Freitag startet der Weizen in den USA nochmals etwas fester in den vorbörslichen Handel. Das dürfte auch den Kursen am europäischen Terminmarkt Auftrieb geben.

Globale Ernte schrumpft kräftig

Weizenproduktion

Insgesamt hat die dritte Schätzung des USDA zur neuen weltweiten Weizenernte ausgesprochen bullisch auf die Märkte gewirkt. Wie im Vorfeld von Analysten erwartet, wurde die globale Produktion deutlich nach unten korrigiert.

Allerdings wurde auch der Verbrauch leicht nach unten angepasst. Dennoch befindet sich die globale Verbrauchsmenge weiterhin auf Rekordniveau. Den Export setzte das USDA  trotz der deutlich kleineren Produktion nur leicht nach unten. Damit befinden sich die Ausfuhren weiterhin auf einem Allzeithoch.

Die riesigen globalen Weizenbestände schrumpfen stärker als im Vormonat erwartet. Sie befinden sich dennoch auf dem bislang zweithöchsten Stand. Auf 736 Mio. t schätzt das USDA in seiner dritten Prognose die globale Weizenernte und damit 9 Mio. t kleiner als im Vormonat.

Im Vergleich zur Rekordernte aus dem vorigen Jahr wäre dies ein Rückgang der Produktion um 22 Mio. t. Die bislang zweitgrößte Ernte aus dem Jahr 2016 würde um 16 Mio. t verfehlt. Alle anderen bisherigen Weizenernten würden jedoch übertroffen.

Weizenbestände gehen deutlich zurück

Weizenbestände

Trotz der schrumpfenden Produktion wächst der globale Weizenverbrauch zum Vorjahr um etwa 7 Mio. t auf ein neues Allzeithoch. Im Vormonat hatte man allerdings noch einen etwas stärkeren Verbrauchszuwachs erwartet. Dennoch werden die rekordhohen Weizenbestände um knapp 13 Mio. t auf 261 Mio. t abgebaut.

Im Vormonat hatte man noch mit einem geringeren Rückgang  gerechnet. Im Ergebnis wären dies jedoch immer noch die bislang zweithöchsten globalen Weizenbestände. Allerdings ist die Bestandsentwicklung durch zwei unterschiedliche Trends gekennzeichnet. Zum einen wachsen die Bestände Chinas kräftig auf neue Höchststände.

Gleichzeitig schrumpfen die Endbestände bei den großen Exporteuren in Russland, in den USA und in der Europäischen Union. Im Vorfeld des USDA-Reports hatten die US-Analysten einen etwas geringeren Rückgang der globalen Bestände auf 264 Mio. t erwartet.

Europäische Ernte deutlich kleiner

Für Europäische Union hat das USDA die neue Weizenernte (Hart- und Weichweizen) im Juli nur noch auf rund 145 Mio. t geschätzt und damit rund 4,4 Mio. t kleiner als bei der  vorigen Prognose. Grund für die Korrektur sind die vom USDA im Juli weiter nach unten korrigierten Ernteerwartungen für Deutschland,  Polen, das Baltikum und Skandinavien.

Die europäische Weizenernte aus dem vorigen Jahr von 151,6 Mio. t wird nun um 6,6 Mio. t verfehlt. Die Europäische Kommission hatte die europäische Gesamtweizenernte zuletzt auf 146,4 Mio. t geschätzt und damit etwas größer als das USDA.

Die europäischen Exporte erwartet das USDA im neuen Wirtschaftsjahr 1,5 Mio. t kleiner als im Vormonat bei 27,5 Mio. t. Das wären jedoch noch immer 4,2 Mio. t mehr als in der zu Ende gehenden Saison mit nur 23,3 Mio. t. Die Europäische Kommission hat die Weizenexporte für die alte Saison allerdings nur auf 22 Mio. t veranschlagt und für das neue Wirtschaftsjahr auf 28 Mio. t.

Russlands Produktion schrumpft weiter

Die Prognose für die russische Weizenernte hat das USDA ebenfalls weiter nach unten korrigiert. Ursache ist diesmal die Trockenheit in Südrussland. Hinzu kommt die witterungsbedingt deutlich kleinere Aussaatfläche bei Sommerweizen im Osten des Landes.

Das USDA geht im Juli nur noch von einer Gesamternte von 67 Mio. t aus. Das sind nochmals 1,5 Mio. t weniger als im Vormonat. Die Rekordernte des vorigen Jahres würde jetzt um 18 Mio. t bzw. 21 % verfehlt. Die russische Weizenfläche ist mit derzeit geschätzten 25,5 Mio. ha immerhin 1,8 Mio. ha kleiner als im vorigen Jahr.

Die russischen Exporte werden vom USDA auf 34 Mio. t veranschlagt und damit nochmals 1,0 Mio. t kleiner als im Vormonat. Die Rekordmarke des zu Ende gehenden Wirtschaftsjahres von 41 Mio. t würde damit um 7 Mio. t verfehlt.

Trotz des Rückgangs bleiben die Russen jedoch auch im neuen Wirtschaftsjahr der mit Abstand größte globale Weizenexporteur. Die russischen Weizenbestände schrumpfen jedoch sehr kräftig von 10 Mio. t auf knapp 5 Mio. t.

US-Ernte noch etwas größer

Die neue US-Ernte hat das USDA mit 51,2 Mio. t etwa 1,5 Mio. t größer eingeschätzt als bei der vorigen Prognose und auch größer als Analysten mit 50,8  Mio. t erwartet hatten.

Grund ist offenbar die jetzt vom USDA nach oben korrigierte Ernte beim Sommerweizen auf 16,7 Mio. t. Die Analysten hatten die Produktion etwas kleiner auf 16,3 Mio. t geschätzt.

Mit der aktuellen USDA-Prognose würde das Vorjahresergebnis beim Sommerweizen  sehr deutlich um 5,4 Mio. t übertroffen. Insgesamt geht das USDA davon aus, dass die US-Weizenernte etwa 3,9 Mio. t größer ist im Jahr zuvor.

Die US-Exporte sollen in der neuen Saison bei 27 Mio. t liegen. Das wären 1,0 Mio. t mehr als im vorigen Monat und 3,8 Mio. t mehr als im zurückliegenden Jahr. Die US-Weizen-Bestände sollen im Jahresvergleich um 3,1 Mio. t auf knapp 26,8 Mio. t schrumpfen und damit weniger kräftig als im Vormonat erwartet.

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