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Getreideernte 2018

Kleinste deutsche Maisernte seit 18 Jahren

am Freitag, 07.09.2018 - 11:49 (Jetzt kommentieren)

Die Ernte von Körnermais fällt wegen der extremen Trockenheit in weiten Teilen West- und Mitteleuropas sehr schwach aus.

Maisernte EU

Nicht so in Südosteuropa. Dort haben ausreichende Regenfälle hervorragende Maisernten heranwachsen lassen. Insbesondere bei den nach Frankreich wichtigsten innereuropäischen Maisexporteuren Rumänien, Ungarn und Bulgarien wird sehr viel Mais geerntet.

In Rumänien könnte die Produktion sogar die Ernte Frankreichs übertreffen, dem sonst größten Maisproduzenten in der EU.

Aber nicht nur in Frankreich ist die Ernte kleiner als im Vorjahr und als im langjährigen Mittel. Auch in Deutschland und Polen wird die Maisernte schwach. In Deutschland wird sogar mit der kleinsten Ernte seit 18 Jahren gerechnet. Dennoch werden die Verluste im Norden und Westen Europas durch die kräftigen Zuwächse im Südosten Europas nahezu ausgeglichen. 

Ende August schätzte die EU-Kommission die kommende Maisernte deshalb sogar leicht nach oben auf 64,2 Mio. t. Damit würde das gute Vorjahresergebnis von 65,2 Mio. t fast erreicht. Die Frage ist jedoch, wieviel Mais aus Südosteuropa seinen Weg nach Norden findet.

Derzeit behindert und verteuert Niedrigwasser auf vielen Flüssen den Transport. Die Maispreise sind hierzulande hoch und Futtergetreide ist extrem knapp. Dies könnte ab Herbst zu einem stärkeren Zustrom von Mais aus Rumänien und Ungarn nach Norden führen.

Kleinste deutsche Maisernte seit 18 Jahren

Maisernte Deutschland

Die deutsche Körnermaisernte liegt nach den letzten Schätzungen des Deutschen Raiffeisenverbandes nur bei 2,3 Mio. t . Auch der Deutsche Bauernverband geht lediglich von 2,3 Mio. t aus.

Grund für die extrem schwache Ernte sind nicht nur die witterungsbedingt niedrigen Erträge, sondern auch die Umwidmung größerer Körnermaisflächen zur Produktion von Silomais. Im Vergleich zum Vorjahr wäre die erwartete Erntemenge eine Halbierung der Produktion und zudem die kleinste deutsche Maisernte seit 18 Jahren.

Der Bedarf Deutschlands an Könermais liegt nach den Berechnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zwischen 6,5 Mio. t und 7,0 Mio. t. Vom Gesamtverbrauch wurden je nach Angebot an sonstigem Futtergetreide zwischen 5 und 6 Mio. t Mio. t verfüttert. 

Die deutsche Importmenge aus anderen EU-Ländern und vom Weltmarkt bewegte sich zwischen 3 und 3,5 Mio. t und dürfte in diesem Jahr wohl deutlich höher ausfallen.

Importmais aus der Ukraine

Importe

Trotz der relativ groß erwarteten europäischen Maisernte von gut 64 Mio. t rechnet die Brüsseler Kommission im neuen Wirtschaftsjahr mit Importen aus Drittländern von fast 14 Mio. t.

Den europäischen Bedarf schätzen die EU-Analysten auf rund 78 Mio. t und damit etwas größer als im vorigen Jahr. Grund für den Verbrauchsanstieg ist die insgesamt sehr kleine europäische Getreideernte und die daraus resultierende Knappheit an Futtergetreide.

In der zurückliegenden Saison hatten die Europäer bei einer Maisernte von 65,5 Mio. t fast 18 Mio. t Mais am Weltmarkt gekauft. Das war die bisher mit Abstand größte Importmenge bei Körnermais.

Die wichtigsten Lieferanten waren im vorigen Wirtschaftsjahr die Ukraine mit 45 % der Einfuhren. Immerhin 31 % kamen aus Brasilien und 10 % aus den USA. Mittlerweile wurde US-Mais von den Europäern in Folge des Handelsstreits mit Importzöllen von 25 % belegt.

Am Schwarzen Meer hat die Maisernte in diesem Jahr sehr früh begonnen und könnte deshalb auch eher als sonst nach Europa fließen. Dort wird in diesem Jahr mit einer sehr guten Maisernte gerechnet. Dagegen hat Brasilien im Juli/August eine relativ schwache zweite Maisernte (Safrina) eingebracht und hat weniger Ware zum exportieren.

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