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IGC-Ernteprognose 2019

Landwirte müssen sich auf große globale Getreideernte einstellen

am Freitag, 29.03.2019 - 13:50

Der Internationale Getreiderat (IGC) erwartet eine sehr große Weizenernte. Die Bestände wachsen kräftig. Beim Mais steigt die Produktion ebenfalls. Die Bestände schrumpfen jedoch voraussichtlich. Die Ernte an Sojabohnen soll ähnlich groß ausfallen wie im vorigen Jahr. Der Verbrauch sinkt hingegen.

Weizen: Große Ernte und wachsende Bestände

Taschenrechner vor Weizenlager

Die globale Weizenernte für das nächste Wirtschaftsjahr 2019/20 hat der IGC auf 759 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein kräftiger Anstieg von 24 Mio. t. Ursache sind die zum Teil erheblich größer erwarteten Weizenernten in der Europäischen Union, in Russland und in Australien.

Auch für die Ukraine und Kanada geht der IGC von einem Zuwachs aus. Dagegen liegt die Erwartung für die USA leicht unter der vorigen Ernte. Auch für China und Indien werden relativ stabil große Weizenernten erwartet.

Die globalen Weizenexporte sollen in der nächsten Saison deutlich um fast 10 Mio. t zunehmen, vor allem aus  Europa und Australien. Die erwarteten Ausfuhren Russlands blieben indessen auf hohem Niveau fast stabil.

Die globalen Endbestände hat der IGC um rund 7 Mio. t auf 270 Mio. t nach oben gesetzt und damit fast hoch wie im Rekordjahr 2017/18.

Mais: Bestand schrumpft trotz größerer Ernte

Die globale Maisernte schätzt der IGC für die nächste Saison um 10 Mio. t  größer auf 1.124 Mio. t. Grund für den Produktionsanstieg sind höheren Ernteprognosen für Brasilien, China und die USA. Allerdings ist noch nicht klar, wie sich die Flutkatastrophe im Mittleren Westen der USA auf die kommende Mais- und Sojaernte auswirkt. Hier sind durchaus noch größere Korrekturen möglich. Auch für China wächst die erwartete Produktion kräftig.

Dagegen wird für die Ukraine ein Produktionsrückgang erwartet und auch in Argentinien und in der Europäischen Union soll weniger Mais geerntet werden als im zurückliegenden Jahr. Die globalen Maisbestände hat der IGC für die neue Saison um 38 Mio. t auf nur noch 267 Mio. t gesenkt. Grund ist der erheblich stärker als die Produktion steigende globale Maisverbrauch.

Insbesondere für China geht man von einem kräftigen Verbrauchszuwachs von rund 10 Mio. t und stark schrumpfenden Maisbeständen aus. In den USA gehen die Vorräte ebenfalls zurück. Der europäische Import soll indes deutlich von 21 Mio. t auf nur noch 17 Mio. t fallen.

Soja: US-Farmer ernten weniger

Die nächste Sojaernte schätzt der IGC auf weltweit 359 Mio. t. Das ist etwa die gleiche Produktion wie im aktuellen Jahr. Der Verbrauch soll um rund 6 Mio. t auf 352 Mio. t zurückgehen. Damit blieben die Bestände relativ stabil und der Markt gewissermaßen im Gleichgewicht.

Die Ernte in den USA erwartet der IGC wegen der prognostizierten Anbaueinschränkung rund 10 Mio. t kleiner als im vorigen Jahr bei nur noch 114 Mio. t. Dieser Rückgang wird vor allem durch eine deutlich größere Ernte in Argentinien aufgefangen. Dort rechnet man zum extrem schlechten Vorjahr mit einem Produktionsplus von 16 Mio. t auf 54 Mio. t.

Auch in China und in der Ukraine könnte man in der neuen Saison Jahr mehr Sojabohnen ernten. In Brasilien soll die Ernte für das Wirtschaftsjahr 2019/20 mit 114 Mio. t hingegen etwa 5 Mio. t kleiner ausfallen. Chinas Sojaimporte erwartet der IGC ähnlich groß wie in der aktuellen Saison bei etwa 88 Mio. t.