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Betriebsmittel

Landwirtschaft: Kosten explodieren

Gewinnsteigerung in der Landwirtschaft
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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
05.10.2018

Die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion explodieren. Auslöser ist der sehr starke Anstieg der Energiepreise.

BM Preise

Die steigenden Energiepreise treiben auch die Kosten für die Herstellung und für den Einkauf wichtiger Betriebsmittel nach oben. In der Folge steigen auch die Kosten für die landwirtschaftliche Produktion sehr kräftig.

Viele Landwirte haben nach dem extremen Dürrejahr 2018 und dramatischen Produktionsausfällen jedoch erhebliche Liquiditätsprobleme. Nun kommen die steigenden Produktionskosten hinzu und verschärfen die finanziellen Schwierigkeiten.

Die letzte Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt die Betriebsmittelpreise in der deutschen Landwirtschaft bereits im Juli auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren (!!). Dabei hat der Anstieg der Energiepreise erst danach so richtig begonnen.

Vor diesem Hnitergrund dürften die landwirtschaftlichen Betriebsmittelpreise im zweiten Halbjahr 2018 weiter kräftig zulegen.

Produktionskosten: Höchster Stand seit 5 Jahren

Betriebsmittel Arten

Die hohen Erdöl- und Erdgaspreise schlagen über die Produktions- und Herstellungskosten voll auf die Preise für viele landwirtschaftliche Betriebsmittel durch. Schon in den ersten Monaten des Jahres sind die Betriebsmittelpreise sehr kräftig gestiegen und befanden sich nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes im Juli auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren (!!).

Dabei hat die Energiepreisrallye erst danach richtig begonnen. Deshalb muss man für das dritte und vierte Quartal  2018 von einem weiteren sehr kräftigen Anstieg der Betriebsmittelpreise ausgehen. Bis zum Juli hatten sich in der Landwirtschaft vor allem Energie und Treibstoff und als unmittelbare Folge der Dürre auch Futtermittel kräftig verteuert.

Gegenüber dem Vorjahr waren die Kosten für Energie und Schmierstoffe immerhin 9 Prozent höher, Treibstoff hatte sich sogar um 15 Prozent verteuert und für Einzelfuttermittel mussten die Tierhalter 11 Prozent mehr ausgeben.

Kräftige Preiserhöhungen waren auch für Saatgut zu verzeichnen. Dagegen nahmen die Kosten für Düngemittel bis Juli noch relativ moderat zu. Von August bis Oktober waren jedoch auch bei Dünger kräftig steigenden Kurse zu beobachten.

Ebenfalls nach oben ging es mit den Kosten für Instandhaltung und Bauten (Investitionen) sowie für Maschinen und Fahrzeuge.

Rohölpreise auf Vierjahreshoch

Rohöl Brent

Die Preise für Rohöl befinden sich in Europa (Brent) und in den USA (WTI) auf dem höchsten Stand seit gut vier Jahren. Allein von Juli bis Anfang Oktober hat sich Rohöl der Sorte Brent um knapp 90 Prozent auf zuletzt 85 USD je Barrel verteuert. Mehr Geld kostete das schwarze Gold zuletzt im Oktober 2014.

Die Kurse für europäisches Erdgas (UK Natural Gas) sind sogar noch stärker nach oben geschossen. Sie befinden sich derzeit auf dem höchsten Niveau seit 10 Jahren (2008).

Die Ursachen für die Explosion der Energiepreise sind vielfältig. Zum einen dürften politische Faktoren wie die Sanktionen gegen den wichtigen Ölproduzenten Iran sowie die Produktionsregulierung der OPEC eine Rolle spielen. Zum anderen hat der heiße Sommer (in Europa und den USA) speziell bei Erdgas die Preise kräftig nach oben getrieben.

Analysten erwarten, dass die Preise für die Ölsorte Brent im letzten Quartal 2018 um weitere 10 USD steigen könnten. Einige Schätzungen gehen sogar von noch höheren Preisen aus.

Ein längerfristigen Preisanstieg wird jedoch für nicht sehr wahrscheinlich gehalten, denn der Handelskrieg zwischen den USA und China und auch das schwächere globale Wirtschaftswachstum, dürften die Dynamik des Preisanstiegs bremsen.

Bodenpreise: Das kosteten landwirtschaftliche Flächen 2017

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