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USDA-Report

Mais: Große US-Ernte schockt die Märkte

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am Donnerstag, 13.09.2018 - 15:12 (Jetzt kommentieren)

Mindestens so heftig wie beim Weizen hat das USDA in seinem neuen Report die Akteure am Maismarkt geschockt.

Ursache ist eine überraschend kräftig nach oben korrigierte Maisernte in den USA. Auch für die Europäische Union haben die USDA-Analysten die Ernteschätzung angehoben.

Allerdings steigen in der EU auch der Verbrauch und die Importe auf neue Rekordwerte. Die Maispreise in den USA fielen daraufhin um knapp 4 % auf umgerechnet 134,5 USD/t.

In Europa ging es für den vorderen Novembertermin um 1,50 Euro auf 177,50 Euro/t nach unten und im laufenden Handel am Donnerstag geben die Kurse weiter nach.

Die Folgen der größeren US-Ernte sind auch eine höhere globale Produktion, ein deutlich höherer Verbrauch und trotzdem etwas größere globale Endbestände als bei der vorigen Prognose.

Sehr große Maisernte in den USA

Ursache für die Korrektur der US-Ernte sind die auf einen neuen Rekordwert von 11,38 t/ha angehobenen Maiserträge. Die Erntefläche blieb mit 33,09 Mio. ha unverändert.

Im vorigen Jahr hatten die US-Farmer rund 371 Mio. t Mais von etwa 33,5 Mio. ha geerntet. Die Erträge waren trotz auszeichneter 11,08 t/ha jedoch niedriger als für die Ernte 2018 prognostiziert wird.

Vor dem Hintergrund der größeren Ernte hat  das USDA die erwarteten US-Maisexporte um 2 Mio. t auf 61 Mio. t nach oben gesetzt. Im vorigen Jahr haben die US-Amerikaner allerdings 62,5 Mio. t Mais am Weltmarkt verkauft.

Die für das Ende des neuen Wirtschaftsjahres erwarteten US-Endbestände sind mit 45 Mio. t etwa 2 Mio. t größer als das USDA im Vormonat geschätzt hat, obwohl auch der Verbrauch weiter angehoben wurde.

Insgesamt wirkten die neuen USDA-Daten damit ausgesprochen bärisch auf die Märkte.

EU: Rekordverbrauch und Rekordimporte

Für die Europäische Union haben die US-Analysten die für den Herbst erwartete Maisernte um 1,0 Mio. t auf 60,8 Mio. t nach oben gesetzt.

Hintergrund sind die sehr hohen Erntemeldungen aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Dennoch wäre die europäische Produktion immer noch etwas kleiner als im Vorjahr mit 62,3 Mio. t.

Die europäische Verbrauchmenge haben die US-Analysten um weitere 3,5 Mio. t auf 82,5 Mio. t angehoben. Das wäre ein neuer Verbrauchsrekord. Ursache für den Verbrauchsanstieg ist das insgesamt sehr knappe europäische Angebot an Futtergetreide.

Um die Versorgungslücke zu füllen sind nach Einschätzung des USDA Maisimporte von 19,5 Mio. t notwendig. Das sind trotz der größeren Ernte nocmals 1,5 Mio. t mehr als man im Vormonat erwartet hat und zudem ein neuer Einfuhrrekord. In der zurückliegenden Saison hatten die Europäer bereits 18,0 Mio. t Mais importiert.

Die europäischen Maisbestände schrumpfen nach den Erwartungen des USDA um fast 4 Mio. t auf nur noch knapp 6,0 Mio. t.

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