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Ertragsprognose

Mars-Bericht: Trockenheit schmälert Weizenerträge bisher kaum

am Dienstag, 22.05.2018 - 19:11 (Jetzt kommentieren)

Während die Erträge für Weizen und Gerste in der EU weiterhin überdurchschnittlich sein sollen, sieht es bei Raps und Roggen ganz anders aus.

Zwar herrscht in Zentral-,  Mittel- und Osteuropa in vielen Regionen ein Niederschlagsdefizit. Auf die Getreideerträge hat dieser Wassermangel aber noch keinen allzu großen Einfluss.  Das geht aus dem aktuellen Crop-Monitoring-Bericht der EU (MARS) hervor. Mit durchschnittlichen 5,93 t/ha bleiben die EU-Weizenerträge voraussichtlich über dem fünfjährigen Mittel von 5,73 t/ha. 

Im Vergleich zum Aprilbericht sind die Ertragserwartungen nur leicht gefallen. Damals sagten die EU-Schätzer noch knapp 6t/ha vorher.

Etwas stärker gefallen sind indes die Prognosen für Deutschland. So geht die EU nun von 7,84 t/ha aus. Das sind immerhin 2,3 Prozent weniger als noch im April erwartet wurde. Damit würden die deutschen Landwirte zwar etwas höhere Weizenerträge als in 2017 einfahren, den fünfjährigen Durchschnitt von 8 t/ha würden sie aber knapp um 2 Prozent verfehlen. 

Für Frankreich und Polen blieben die Ertragserwartungen indes unverändert.  In Ungarn haben sich die bisher sehr guten Ertragsaussichten von 5,59 t/ha auf 5,30 t/ha leicht geschmälert. Die Landwirte im Vereinigten Königreich müssen sich nun wahrscheinlich mit dem Vorjahresertrag von 8,16 t/ha zufrieden geben, was nur ganz leicht unter der Aprilprognose liegt und nur knapp unter dem mehrjährigen Schnitt von 8,19 t/ha.

Gute Gerstenerträge

Die warmen Temperaturen im April und Anfang Mai haben den Ertragsaussichten für Gerste zumindest bisher nicht geschadet. Im EU-Schnitt blieben die Prognosen mit 6,05 t/ha Wintergerste nahezu unverändert zur Einschätzung im Vormonat. Für Deutschland sieht der MARS-Bericht die Ertragslage bei 7,34 t/ha. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Aufgrund der guten Niederschlagsmengen in Südeuropa können die Spanier mit deutlich überdurchschnittlichen Gerstenerträgen aufwarten. So geht die EU von 2,51 t/ha aus, was 26 Prozent über dem Vorjahr und 4 Prozent über dem Fünfjahresschnitt liegt.

Im Maibericht hat das MARS-Institut die Hektarerträge für Sommergerste gar leicht von 4,27 t/ha auf 4,31 t/ha angehoben. Damit würde das Vorjahresniveau um 6 Prozent überschritten. Für Deutschland sehen die Experten 5,39 t/ha als realistisch an. Das wäre aber leicht weniger als im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren. Allerdings berichten Landwirte in Deutschland von teilweise sehr schlechten Gerstenbeständen. Daher bleibt es spannend, ob die EU ihre Prognosen noch nach unten anpassen wird. 

Auch die Dänen werden mit 5,62 t/ha die Sommergerstenerträge der Vorjahre um fast 2 Prozent verfehlen.

Roggen und Raps leiden stärker

Roggen hat laut MARS-Bericht in den vergangenen Wochen seine guten Ertragsaussichten eingebüßt. Statt 3,89 t/ha stehen im aktuellen Maibericht nur noch 3,83 t/ha als EU-Durchschnitt. Damit würde das fünfjährige Mittel um 2,6 Prozent verfehlt. Der Vorjahresertrag indes dürfte noch leicht überschritten sein. Mit 5,5 t/ha fallen auch die Roggenerträge in Deutschland um 2 Prozent niedriger als noch vor einem Monat erwartet. Das niedrige Vorjahresniveau würde aber um 10 Prozent übertroffen. 

Davon können die polnischen Bauern nur träumen. Mit geschätzten 2,89 t/ha würden sie um über 6 Prozent hinter den Vorjahreserträgen zurückbleiben. Auch der Fünfjahresschnitt ist um 3 Prozent höher als die aktuelle Ertragsprognose 2018.

Das schnelle Wachstum im April ist dem  Raps in vielen Regionen nicht gut bekommen. Mit 3,19 t/ha im EU-Schnitt sind die Erträge nun um 4 Prozent niedriger eingestuft als noch vor 4 Wochen. Damit bleiben die Rapserträge nach der MARS-Prognose hinter den Vorjahresdaten und dem fünfjährigen Mittel deutlich zurück.

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