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IGC-Ernteprognose

Mehr Getreide am Weltmarkt

am Freitag, 28.09.2018 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Deutlich mehr Getreide als im vorigem Monat steht im September in der globalen Erntebilanz des Internationalen Getreiderates (IGC).

Weizenebstände Global

Am stärksten war der Produktionsanstieg beim Mais. Hier sorgte die deutlich größer erwartete US-Ernte für eine kräftige Korrektur nach oben. Aber auch beim Weizen hob der IGC seine Ernteprognose leicht an. Hier ist es die größere russische Ernte die dass globale Angebot verbessert. Bei Sojabohnen setzte die US-Analysten ihre Schätzung wegen der sehr großen US-Ernte ebenfalls weiter nach oben.

Damit wirken die neuen IGC-Daten zunächst einmal bärisch auf die Märkte. Allerdings schrumpfen die weltweiten Getreidebestände im Vergleich zum vorigen Jahr trotzdem. Sowohl bei Weizen als auch bei Mais übersteigt der Verbrauch die erwarteten Erntemengen weiterhin recht deutlich. Bei Sojabohnen wachsen die globalen Bestände hingegen und drücken damit leider auch auf die Rapspreise.

Die internationalen Exportpreise für Weizen, Mais und Gerste haben im September kräftig geschwankt. Dennoch ist das Niveau bei allen Getreidearten deutlich höher als im vorigen Jahr, bei Sojabohnen hingegen niedriger. Im Vergleich zum vorigen Monat (Ende August) ist der aktuelle IGC-Preisindex beim Weizen jedoch fast unverändert und beim Mais niedriger. Die Exportpreise für Gerste sind im September weiter gestiegen und auch die Sojakurse haben sich am Weltmarkt zuletzt etwas erholt.

Globale Weizenernte ist etwas größer

Weizenproduktion Global

Beim Weizen setzen die IGC-Analysten ihre Prognose für die globale Ernte um knapp 1 Mio. t auf 717 Mio. t nach oben. Grund ist die um 1,5 Mio. t nach oben korrigierte Weizenernte in Russland. Trotz der Korrektur erwartet der IGC die russische Weizenernte mit 68,5 Mio. t deutlich kleiner als das USDA mit 71 Mio. t. Hintergrund für die Aufwärtskorrektur ist die größere Anbaufläche und die höheren Erträge beim Winterweizen in Russland. Die Riesenernte vom vorigen Jahr wird jedoch um 16,4 Mio. t verfehlt.

Die Ernteschätzung für die Ukraine ließ der IGC mit 25,5 Mio. t unverändert. Damit wäre die ukrainische Ernte etwas kleiner als im vorigen Jahr mit 27,0 Mio. t.

Die Weichweizenernte in der Europäischen Union haben die IGC-Analysten mit 127,1 Mio. t zum Vormonat nicht mehr verändert. Entsprechend würde die europäische Vorjahresernte um fast 15 Mio. t verfehlt. Ebenfalls wegen einer extremen Dürre korrigierte der IGC zudem die Weizenernte in Australien um weitere 1,4 Mio. t auf nur noch 19,1 Mio. t nach unten.

Russland beim Weizenexport weiter vorn

WeizenexporteGlobal

Beim Weizenexport rechnet der IGC mit einem weiteren Rückgang der europäischen Ausfuhren (Hart- und Weichweizen). Gegenüber dem zurückliegenden (schwachen) Jahr sollen die Exporte um gut 1,4 Mio. t auf nur noch 22,2 Mio. t schrumpfen. Gegenüber dem Vormonat hat man die Schätzung trotz der unveränderten Produktion um 1,0 Mio. t nach unten gesetzt.

Die russischen Exporte sollen im Jahresvergleich um fast 10 Mio. t auf knapp 32 Mio. t schrumpfen. Im Vormonat hatte man wegen der kleineren Ernte sogar noch etwas niedrigere Exporte von 31 Mio. t erwartet. Trotz des kräftigen Exportrückgangs bleibt Russland jedoch der globale Topexporteur vor den  USA. Die Ausfuhren der Ukraine veranschlagt der IGC auf 16 Mio. t und damit nur 1,5 Mio. t kleiner als im Vorjahr und unverändert zum Vormonat.

Für die USA rechnet der IGC immerhin mit Weizenexporten von 30 Mio. t. Das sind und rund 8,0 Mio. t mehr als die Exporte der die Europäische Union. Im Vergleich zum Vormonat wurden die US-Ausfuhren um 1,0 Mio. t nach oben gesetzt und gegenüber dem zurückliegenden Jahr wäre die Ausfuhrmenge immerhin 5,5 Mio. t größer.

Die globalen Weizenbestände für die aktuelle Saison hat der IGC gegenüber dem Vormonat um 2 Mio. t auf  250 Mio. t nach oben gesetzt. Gegenüber dem zurückliegenden Wirtschaftsjahr würden die Bestände jedoch um knapp 7 Mio. t schrumpfen. Im langfristigen Vergleich sind die globalen Weizenvorräte dennoch  hoch. Der Abbau erfolgt allerdings vor allem bei den TOP-Exporteuren und ist damit wohl erheblich markt- und preiswirksamer als es auf den ersten Blick scheint. 

Mais: Bestände schrumpfen trotz Erntezuwachs

Beim Mais hat der IGC die erwartete Produktion für das neue Wirtschaftsjahr um 10 Mio. t auf 1.074 Mio. t nach oben gesetzt. Grund ist die deutliche größere Maisernte in den USA und die Aufwärtskorrektur in der Ukraine. Der erwartete globale Verbrauch liegt allerdings bei 1.113 Mio. t und damit immer noch 39 Mio. t über der Erntemenge.

Im Vergleich zum Vormonat hat der IGC die Verbrauchsmenge sogar um weitere 7 Mio. t nach oben gesetzt. Die Bestände schrumpfen deshalb gegenüber dem vorigen Jahr um 39 Mio. t auf  nur noch 261 Mio. t.  

Grund für die größere globale Erntemenge ist die um 6 Mio. t auf 377 Mio. t nach oben gesetzte US-Maisernte. Hintergrund dieses sehr deutlichen Produktionsanstiegs sind die rekordhoch erwarteten Maiserträge in den USA.

Ebenfalls um gut 1,0 Mio. t auf 30 Mio. t nach oben gesetzt hat der IGC die Maisernte in  der Ukraine. Das USDA sieht die ukrainische Maisernte sogar bei 31 Mio. t und damit 7 Mio. t größer als im vorigen Jahr.

Ukraine und USA mit reichlich billigem Mais

Maispreise Ukraine

Sowohl die USA als auch die Ukraine Länder haben damit reichlich Exportmais zur Verfügung. Ähnlich wie die Sojapreise sind die Maispreise in Nordamerika (wegen der Importzölle) in den letzten Monaten kräftig gefallen und niedriger als in Brasilien und auch niedriger als in der Ukraine.

Der IGC geht für die USA von möglichen Exporten von 61 Mio. t Mais aus. Da sind nur 1,5 Mio., t weniger als die Rekordausfuhren im vorigen Jahr. Für die Ukraine rechnet man mit einem sehr kräftig Anstieg der Ausfuhren um 6,5 Mio. t auf den neuen Rekordwert 25,0 Mio. t. Damit bewegen sich die ukrainischen Exporte in etwa auf dem Niveau von Brasilien und Argentinien.

Die europäische Maisernte sieht der IGC im September bei 63,1 Mio. t und damit wegen der sehr guten Ernte in Südosteuropa knapp 3,0 Mio. t größer als im Vormonat. Den europäischen Importbedarf veranschlagen die IGC-Analysten bei einem rekordhohen Verbrauch von 83 Mio. t immerhin auf 18,0 Mio. t und damit auf einem neuen Rekordstand. Das USDA rechnet (bei einer kleineren Ernte von knapp 61,0 Mio. t) sogar mit europäischen Importen von 19,5 Mio. t.

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