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USDA-Report

Niedrigere Rapsernten lassen Preise steigen

am Freitag, 13.07.2018 - 09:25 (Jetzt kommentieren)

Die neuen Prognosen des US-Agrarministeriums für den Ölsaatenmarkt sorgen für einigen Wirbel. Die weltweite Rapsbilanz ist nun deutlich enger.

Rapsabtanken auf Anhänger

Die weltweite Rapsernte wird 2018/19 deutlich niedriger ausfallen. Wie das US-Agrarministerium (USDA) gestern in seiner Juliprognose bekanntgab, wird die Ernte nur noch bei 72,4 Mio. t liegen. Das sind rund 2,6 Mio. t weniger als noch im Juni veranschlagt. 

Da allerdings auch der globale Verbrauch um 2,1 Mio. sinken soll, werden sich die Endbestände gegenüber der Junischätzung mit 6,3 Mio. t kaum verändern. Im Vergleich zum Vorjahr wären das aber 0,9 Mio. t weniger. 

Grund für die niedrigere Welternte an Raps sind vor allem die schwachen Ernten in der EU und in anderen Regionen wie Australien. Das USDA sieht die EU-Ernte bei 20,2 Mio. t. Das sind 1,6 Mio. t weniger als noch vor vier Wochen erwartet. Für die übrigen Regionen sagen die US-Experten 10,4 Mio. t voraus. Das entspricht einem Minus von 1,1 Mio. t.      

Deutschland: Niedrigste Rapsernte seit zehn Jahren

Die deutsche Rapsernte dürfte nach den gegenwärtig vorliegenden Ergebnissen noch schwächer als bislang prognostiziert ausfallen. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht derzeit von knapp 3,6 Mio. t aus. Dieses Ergebnis ist ebenfalls das schlechteste der vergangenen zehn Jahre.

Gegenüber der Juniprognose sind das rund 0,5 Mio. t weniger.  Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Ernte um 0,7 Mio. t oder 16,8 Prozent niedriger aus.

Die Rapsernten sinken vor allem in folgenden Bundesländern am stärksten:

  • Schleswig-Holstein                -42,1 Prozent
  • Thüringen                              -23,6 Prozent
  • Niedersachsen                      -23,5 Prozent
  • Mecklenburg-Vorpommern   -19,1 Prozent
  • Nordrhein-Westfalen             -17,9 Prozent
  • Sachsen                                -16,7 Prozent

Rapspreise hoch, Sojapreise runter

Obwohl das USDA die globale Sojabohnenversorgung deutlich positiver einschätzt, konnten sich die Rapspreise gestern auf ihre eigene Stärke konzentrieren und fester an der Pariser Matif schließen. Der Augustkontrakt schloss bei 358,75 Euro/t beachtliche 3 Euro höher. Zum Handelstart am 13. Juli zogen die Preise weiter an und sprangen über 360 Euro/t. Sojabohnen neigen stattdessen im Handel an der Chicagoer Börse weiter zur Schwäche.

In ihrer Juliprognose sehen die US-Statistiker die weltweite Sojaernte mit 359,5 Mio. t rund 4,2 Mio. t höher als noch vor vier Wochen. Damit wird die Ernte ausreichen, um den globalen Bedarf von 354 Mio. t zu decken. Er ist damit 5,5 Mio. t niedriger veranschlagt als noch im Juni.

Grund dafür ist ein deutlich geringerer Bedarf der Chinesen. Statt 118,4 Mio. t sollen sie nun nur 113,6 Mio. t Sojabohnen benötigen. Gegenüber dem Vorjahr wäre es aber immer noch Plus von 5 Prozent. Entsprechend sinkt der Importbedarf der Asiaten als Auswirkung des Handelsstreits zwischen den USA und China um 7 Mio. t auf 95 Mio. t.

Nach der aktuellen Juliprognose werden die US-Farmer aufgrund der guten Witterungsbedingungen 117,3 Mio. t Sojabohnen ernten, rund 0,9 Mio. t mehr als noch im Juni prognostiziert. Da die Exporte aber um 6,8 Mio. t sinken sollen, werden in den USA am Ende des Wirtschaftsjahres die Lagerbestände auf fast 16 Mio. t anwachsen. Das wäre ein Plus von 50 Prozent im Vergleich zur Junischätzung.

 

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