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Zuckermarkt

Nordzucker könnte Corona-Krise trotz Verlusten gut überstehen

Nordzucker-Fabrik
am Mittwoch, 27.05.2020 - 16:15 (Jetzt kommentieren)

Für das Geschäftsjahr 2019/20 verzeichnete Nordzucker einen operativen Verlust von knapp 15 Mio. Euro. Dennoch bleibt der Konzern für das laufende Geschäftsjahr optimistisch – auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.

Der Zuckerhersteller teilte mit, dass sich der Verlust gegenüber dem Vorjahr mehr als halbierte, während der Umsatz um sechs Prozent zunahm. Wie auch im letzten Jahr wird der Hauptversammlung keine Dividendenausschüttung vorgeschlagen. Neue Strategien in Vertrieb und Organisation, Kostenreduzierungen sowie die Beteiligung am zweitgrößten australischen Zuckerproduzenten Mackay Sugar (MSL) hätten zur positiven Entwicklung beigetragen.

Zuckerrohr sorgt für Optimismus

Langfristig geht der Konzern von einem weltweit steigenden Zuckerverbrauch aus. Mit der seit Ende Juli 2019 übernommenen Mehrheitsbeteiligung an MSL betrat Nordzucker erstmals den Markt für Zuckerrohr. Der Vorstand kündigte an, diesen Markt weiter erschließen zu wollen.

Während der Corona-Krise stiegen die Zuckerpreise infolge der Hamsterkäufe im März zunächst an. Der Vorstand betonte, dass Nordzucker auf die erhöhte Nachfrage in allen Ländern, in denen das Unternehmen aktiv ist, reagiert habe. Zuletzt sei die Nachfrage auf ein unterdurchschnittliches Niveau gesunken, die Rückkehr des gewohnten Verbraucherverhaltens werde jedoch erwartet. Zudem würden die Lockerungen der Corona-Auflagen für stabile Preise sorgen.

Brasilien könnte Zuckermenge auf dem Weltmarkt erhöhen

Im Gegensatz zur Entwicklung in Europa brachen die Zuckerpreise auf dem Weltmarkt im Zuge der Corona-Krise ein. Aufgrund des gesunkenen Ölpreises stellen brasilianische Betriebe die Ethanolherstellung zum Teil ein und produzieren stattdessen Zucker. Daher dürfte sich das Zuckerangebot auf dem Weltmarkt erhöhen.

Zuvor war die Preisentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr (Stichtag 29.02.) wegen einer geringeren europäischen Produktion und der Erwartung eines weltweiten Mangels vielversprechend.

Setzen auf Nachhaltigkeit

Umweltschutz, der effiziente Energieeinsatz in der Produktion und die Kreislaufwirtschaft gewinnen für den zweitgrößten Zuckerhersteller Europas an Bedeutung. Auch forscht das Unternehmen, um den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln künftig zu verringern und besser auf die zunehmende Trockenheit reagieren zu können.

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